Akiko Suwanai
japanische Geigerin
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Akiko Suwanai (jap. 諏訪内 晶子, Suwanai Akiko; * 7. Februar 1972 in der Präfektur Tokio) ist eine japanische Geigerin.
Leben und Wirken
Akiko Suwanai studierte bei Toshiya Etô an der Tôhô Gakuen School, bei Dorothy DeLay und Cho-Liang Lin an der Juilliard School und bei Uwe-Martin Haiberg an der Universität der Künste Berlin. 1989 gewann sie den zweiten Preis beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel. 1990 wurde sie die bis dahin jüngste Gewinnerin beim Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau. Außerdem gewann sie 1988 den zweiten Preis beim Premio Paganini[1] und war Preisträgerin der International Japan Competition.[2][3]
Sie konzertierte international mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, den Bamberger Symphonikern, dem Boston Symphony Orchestra (unter anderem in der Carnegie Hall) und den New Yorker Philharmonikern sowie weiteren renommierten US-amerikanischen Orchestern, dem London Philharmonic Orchestra und dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Israel Philharmonic Orchestra, den Sankt Petersburger Philharmonikern und dem Hong Kong Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Dirigenten wie Wladimir Aschkenasi Seiji Ozawa, Paavo Järvi, Semyon Bytschkow, Eliahu Inbal, Lorin Maazel, Neville Marriner, André Previn, Mstislav Rostropovich, Leonard Slatkin, Jewgeni Swetlanow, Herbert Blomstedt, François-Xavier Roth, Wolfgang Sawallisch, Yannick Nézet-Séguin, Klaus Mäkelä, Tugan Sokhiev, Gianandrea Noseda, Jaap van Zweden und Lahav Shani.[2][3]
Zudem gastierte sie bei internationalen Festivals wie dem Ravinia Festival, dem Marlboro Festival und dem Rheingau Musik Festival.[2][3] Beim Lucerne Festival spielte sie 2007 die Uraufführung des Violinkonzertes Seven von Peter Eötvös unter der Leitung von Pierre Boulez, das sie ein Jahr später auch bei den BBC Proms interpretierte. Zudem spielte sie in Asien Erstaufführungen zum Beispiel der Violinkonzerte von James MacMillan, Esa-Pekka Salonen und Krzystof Penderecki.[2]
Suwanai initiierte 2012 das International Music Festival Nippon in Japan, dessen künstlerische Leiterin sie ist.[2]
Als Lehrbeauftragte für Violine unterrichtet Suwanai an der Universität der Künste Berlin. Auch wirkte sie als Jurorin bei verschiedenen internationalen Violinwettbewerben.[2]
Instrumente
Zeitweise spielte Suwanai auf einer Stradivari als Leihgabe der Nippon Music Foundation.[4] Aktuell spielt sie auf der Charles Reade-Violine von Guarneri del Gesù aus dem Jahr 1732, die ihr als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wird.[2]
Diskografie (Auswahl)
- International Tchaikovsky Competition 1990. The Winners’ Gala. Tschaikowski: Violinkonzert und Klavierkonzert Nr. 1. Mit Boris Beresowski, Klavier, Moskauer Philharmonisches Orchester, Dirigent: Dmitri Kitajenko (Teldec; 1990)
- Bruch: Concerto No. 1 / Scottish Fantasy. Mit Academy of St Martin in the Fields, Dirigent: Neville Marriner (Philips; 1997)
- Souvenir. Werke von Tschaikowsky, Szymanowski, Rachmaninow. Wieniawski. Mit Philipp Moll, Klavier (Philips; 1998)
- Dvořák / Janáček / Brahms. Mit Boris Beresowski, Klavier (Philips; 1998)
- Dvořák. Violinconcerto / Sarasate. U. a. Dvořák: Violinkonzert, Sarasate: Zigeunerweisen, Carmen-Fantasie. Mit Budapest Festival Orchestra, Dirigent: Iván Fischer (Philips; 2000)
- Akiko Suwanai: Mendelssohn / Tchaikovsky. Violinkonzerte (Mendelssohn Konzert in e-Moll). Tschechische Philharmonie, Dirigent: Wladimir Dawidowitsch Aschkenasi (Philips; 2001)
- Sibelius / Walton: Violin Concertos. City of Birmingham Symphony Orchestra, Dirigent: Sakari Oramo (Philips; 2002)
- Poème. Werke von Saint-Saëns, Lalo, Chausson, Kreisler, Berlioz Philharmonia Orchestra, Dirigent: Charles Dutoit (Philips; 2004)
- J. S. Bach: Violin Concertos. Mit Volkhard Steude, Violine; Chamber Orchestra of Europe; Leitung: Alexander Janiczek (Philips; 2006)
- Beethoven: Violin Sonatas No. 7 op. 30 No. 2 / No. 9 op. 47 „Kreutzer“. Mit Nicholas Angelich, Klavier (Decca; 2008)
- Franck & R. Strauss: Violin Sonatas / Takemitsu: Hika. Mit Enrico Pace, Klavier (Decca; 2016)
- Johann Sebastian Bach: The Sonatas and Partitas for Violin Solo (Decca; 2022)
- Brahms: The Sonatas for Piano and Violin. Mit Ewgeni Boschanow, Klavier (Dekka; 2024)
Weblinks
- Tonträger von Akiko Suwanai im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Akiko Suwanai bei Discogs
- Akiko Suwanai auf der Website von Universal Music Japan (japanisch)