Svenja Caspers
deutsche Medizinerin und Hochschullehrerin
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Svenja Inga Verena Caspers (* 16. September 1982 in Krefeld) ist eine deutsche Medizinerin und Hochschullehrerin am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und der medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie ist Professorin für Anatomie und leitet als Direktorin das Institut für Anatomie I am UKD[1] sowie eine Arbeitsgruppe zu Konnektivität[2] am Forschungszentrum Jülich, wo sie die unter anderem die Variabilität und Alterung des Gehirns sowie Einflussfaktoren auf das Gehirn erforscht.[3][4]
Leben und Wirken
Svenja Caspers legte 2001 ihr Abitur am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium Viersen ab und studierte sodann Humanmedizin an der Universität Düsseldorf. Das Studium schloss sie 2007 mit dem Staatsexamen ab, mit welchem sie zur Ärztin approbiert wurde. 2003 nahm sie an der Fernuniversität in Hagen noch Studien der Betriebswirtschaftslehre und der Volkswirtschaftslehre auf, die sie 2007 (Diplom-Kauffrau) bzw. 2008 (Diplom-Volkswirtin) abschloss.[5] 2008 wurde sie mit einer von Karl Zilles betreuten Arbeit zur Struktur der Hirnrinde des menschlichen Parietallappens von der Universität Düsseldorf zur Dr. med. promoviert. Im Anschluss arbeitete sie als Postdoc am Institut für Neurowissenschaften und Medizin – Molekulare Organisation des Gehirns (INM-2) am Forschungszentrum Jülich. 2012 wurde sie von der Universität zu Köln mit einer Arbeit zur Neurobiologie des Entscheidungsverhaltens bei Führungskräften auch zur Dr. rer. pol. promoviert. Zudem wurde sie am Forschungszentrum Jülich Teamleiterin für die bevölkerungsbezogene „1000Gehirne“-Studie[6]. 2015 erhielt sie einen Ruf der Universität Düsseldorf auf eine W2-Professur „Konnektivität im menschlichen Gehirn“ und wurde gleichzeitig Arbeitsgruppenleiterin für „Konnektivität“ und stellvertretende Institutsleiterin am Institut für Neurowissenschaften und Medizin – Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1) am Forschungszentrum Jülich. 2018 erhielt sie den Ruf auf die W3-Professur für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf und ist seitdem Direktorin des dortigen Instituts für Anatomie I, unter Fortführung ihrer Tätigkeit in Jülich. Seit November 2020 ist Svenja Caspers auch Prodekanin für Lehre und Studienqualität der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf.[7] Sie ist unter anderem Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech.[5]
Forschungsschwerpunkte
Caspers Forschungsschwerpunkte liegen in den systemischen Neurowissenschaften mit Schwerpunkt auf die interindividuelle Variabilität der Gehirnarchitektur und der Konnektivität. Dabei erforscht sie vor allem die unterschiedlichen Verläufe der Alterung des Gehirns und der kognitiven Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von Einflussfaktoren wie Genetik, Lebensstil und Umweltfaktoren. Methodische Schwerpunkte sind die Analyse von Daten aus großen bevölkerungsbasierten Studien (z. B. 1000BRAINS, NAKO, UKbiobank) mit Gehirnbildgebung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) mit Hilfe von Hochleistungsrechensystemen und die Vorhersage von Unterschieden zwischen Personen mit Methoden der künstlichen Intelligenz und mechanistischer Modelle. Durch das Verständnis des Zusammenspiels der unterschiedlichen Einflüsse auf das Gehirn des einzelnen Menschen sollen Modelle erarbeitet werden, die in personalisierten Ansätzen vorhersagen helfen, wie individuelle Gehirngesundheit möglichst lange erhalten werden kann.[8][9][10]
Weblinks
- Svenja Caspers bei der Universität Düsseldorf
- Svenja Caspers beim Forschungszentrum Jülich
- Svenja Caspers bei der Leopoldina
- Zytoarchitektonische und rezeptorautoradiographische Kartierung des inferioren Parietallappens des Menschen, Caspers’ medizinische Dissertationsschrift