Szonów
Dorf in Polen
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Szonów (deutsch Schönau) ist eine Ort in der Stadt- und Landgemeinde Obergloau im Powiat Prudnicki der Woiwodschaft Opole in Polen.
| Szonów Schönau | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Oppeln | |
| Powiat: | Prudnik | |
| Gmina: | Oberglogau | |
| Geographische Lage: | 50° 18′ N, 17° 51′ O | |
| Höhe: | 230 m n.p.m. | |
| Einwohner: | ||
| Postleitzahl: | 48-250 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 77 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OPR | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 416 Laskowice–Racibórz | |
| DW 417 Krapkowice–Racibórz | ||
| Nächster int. Flughafen: | Katowice | |
Geographie

Das Angerdorf Szonów liegt sieben Kilometer südlich von Oberglogau (Głogówek), 21 Kilometer östlich von Prudnik (Neustadt O.S.) und 48 Kilometer südlich von Opole (Oppeln) in der Schlesischen Tiefebene.
Nachbarorte von Szonów sind im Westen Klisino (Gläsen), im Nordosten Tomice (Thomnitz) und im Osten Góreczno (Bergvorwerk).
Geschichte


Die Gegend um Schönau war bereits zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert besiedelt und erstmals im 12. Jahrhundert als Szonovo urkundlich erwähnt.[1] 1245 ist es in der Schreibweise Sonono belegt. 1335 wurde die Pfarrkirche St. Hedwig erstmals erwähnt.[2] 1580 wurde die steinerne Hedwigskirche errichtet.[1] Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf geplündert. 1645 wütete die Pest im Ort.[1]
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Schönau mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Bis 1816 gehörte Schönau zum Kreis Neustadt O.S.[3] Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Schönau ab 1816 zum Landkreis Leobschütz, mit dem sie bis 1945 vebunden blieb. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Pfarrkirche, eine katholische Schule, eine Brennerei, eine Windmühle und 202 Häuser. Die Einwohnerzahl lag bei 1134, allesamt katholisch.[2] 1874 wurde der Amtsbezirk Gläsen gebildet, dem die Landgemeinden Berndau, Gläsen, Schönau und Thomnitz sowie die Gutsbezirke Berndau und Gläsen eingegliedert wurden.[4]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Schönau 922 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und keine für Polen. Schönau verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[5] 1923 wurde das Dorf elektrifiziert. 1933 zählte der Ort 1297 Einwohner, 1939 waren es 1208. Am 17. März 1945 nahm die Rote Armee Schönau ein. Die deutsche Zivilbevölkerung war kurz zuvor ins Sudetenland geflohen.
Als Folge des Zweiten Weltkriegs 1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Szonów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Im Mai und Juni 1945 kehrte ein Teil der zuvor geflohenen deutschen Bewohner zurück nach Schönau. Im Sommer 1946 wurden sie endgültig vertrieben. 1950 wurde Szonów der Woiwodschaft Opole eingegliedert; seit 1999 gehört es zum Powiat Prudnicki.
Sehenswürdigkeiten und Denkmale
- Die römisch-katholische Kirche mit dem Patrozinium der hl. Hedwig (Kościół św. Jadwigi) wurde 1335 erstmals erwähnt und 1580 neu errichtet. Der Kirchenbau steht seit 1966 unter Denkmalschutz.[6]
- Steinerne Wegekapelle mit einem barocken Giebel
- Friedhof mit erhaltenen deutschen Grabmälern
- Steinerne Wegekreuze
- Hölzernes Wegekreuz
Söhne und Töchter des Dorfes
- Anton Johann Krocker (1744–1823), deutscher Arzt und Botaniker
- Emil Franzke (1895–1984), deutscher Landwirt und Politiker
- Vinzenz Rose (1908–1996), deutscher Sinto, Überlebender des Porajmos und Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma
- Ewald Fröhlich (1914–2008), Priester im Bistum Eichstätt und Herausgeber des „Heimatbriefes Schönau O/S“[7]
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr OSP Szonów
- Fußballverein LKS Szonów
Literatur
- Georg Beier: Die Dörfer des Kreises Leobschütz 1914–1946. Oberschlesischer Heimatverlag Dülmen, 1990. ISBN 3-87595-277-4
