T Blockers
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T Blockers, manchmal auch T-Blockers geschrieben, ist ein australischer Horrorfilm der transgeschlechtlichen Regisseurin Alice Maio Mackay aus dem Jahr 2023, die mit diesem Werk ihren dritten Spielfilm realisierte. Im Mittelpunkt des Films steht die junge trans Frau Sophie in einer australischen Kleinstadt, die entdeckt, dass Parasiten von den cis-Männern des Ortes Besitz ergreifen und diese zu transfeindlichen Kreaturen mutieren lässt. Gemeinsam mit ihren Freunden und Freundinnen gründet Sophie eine Bürgerwehr, um die Bedrohung zu stoppen.
| Film | |
| Titel | T Blockers |
|---|---|
| Produktionsland | Australien |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 74 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Alice Maio Mackay |
| Drehbuch | Alice Maio Mackay Benjamin Pahl Robinson |
| Produktion | Alice Maio Mackay Erin Paterson |
| Musik | Alexander Taylor |
| Kamera | Aaron Schuppan |
| Schnitt | Aaron Schuppan |
| Besetzung | |
| |
Die Weltpremiere von T Blockers fand am 28. April 2023 auf dem Salem Horror Fest im Peabody Essex Museum in Salem, Massachusetts, statt.[2] Im Oktober 2023 erwarb der US-amerikanische Filmverleih Dark Stark Pictures die Exklusiv-Aufführungsrechte für den britischen und US-amerikanischen Markt.[3] Deutschland-Premiere war am 12. November 2023 auf dem Transit Filmfest Regensburg.[4]
Handlung
In der einleitenden Erzählung erklärt eine Dragqueen namens Cryptessa dem Publikum, dass der Film ein Werk der Fiktion sei, dass er aber vielleicht „realer ist, als ihr denkt“. Sie fügt hinzu, dass „jeder von uns ein Überlebender in einem Rettungsboot auf einem dunklen Ozean ist“. Es wird enthüllt, dass dies ein Ausschnitt aus einem verlorenen Film namens Terror from Below ist, der von einer trans Frau namens Betty Palmer[1] gedreht wurde, die in den 1990er Jahren in einer australischen Kleinstadt lebte und später Suizid beging.
In der Gegenwart lebt die junge trans Frau Sophie in derselben Stadt, arbeitet in einem Kino und verbringt viel Zeit mit ihrem besten Freund Spencer. Während sie an einem Drehbuch über ihr Coming-out gegenüber ihrer Familie schreibt, wird die Stadt von einem Erdbeben erschüttert. Später bereitet sie sich auf ihr erstes Date seit ihrer Transition vor. Das Treffen mit dem cis-Mann Adam verläuft zunächst positiv, bis Sophie auf seinem Smartphone eine Grindr-Benachrichtigung mit der Bezeichnung „chicks with dicks“ entdeckt. Daraufhin erkennt sie, dass Adam trans Frauen fetischisiert, und verlässt das Date. Auf dem Heimweg wird der von der Zurückweisung gekränkte Adam von einem Mann angesprochen, der seinen Zorn und seine Misogynie bestärkt. Anschließend wird er zu einer geheimnisvollen Männergruppe geführt, die seinen Kopf in ein Becken mit grünen Chemikalien taucht, aus dem er lächelnd wieder auftaucht.
Während Sophie mit Spencer eine queere Bar besucht, entdeckt sie im Badezimmer einen Flyer für einen örtlichen Protest der Alt-Right. Dort begegnet sie zudem Kris, der dabei hilft, seinen Freund Danny nach gewalttätigen und transfeindlichen Äußerungen aus der Bar zu verweisen. Später hört Sophie eine Voicemail des Produzenten Zen ab, der Interesse an einem ihrer jüngsten Kurzfilme bekundet, ohne dass sie darauf reagiert. Zugleich werden in Australien Gesetzesvorhaben diskutiert, nach denen Ärztinnen und Ärzte, die Minderjährigen eine Hormonersatztherapie verschreiben, wegen Kindesmissbrauchs angeklagt werden könnten. Cryptessa tritt erneut auf und erklärt dem Publikum, dass „eine verschlossene Tür nur verschlossen ist, weil jemand sie verschlossen hat“.
Sophies Bruder London besucht sie, und beide rauchen gemeinsam auf der Veranda. Er erkundigt sich nach dem Verlauf ihrer Transition und übergibt ihr einen Umschlag mit Geld von ihrem Vater, den Sophie widerwillig annimmt. London berichtet zudem, dass ihr Vater mit dem Trinken aufgehört habe und er selbst eine nicht näher benannte Drogensucht überwunden habe, die er als „Monster“ bezeichnet. Im Gespräch sagt er zu Sophie, bei ihr befinde sich das Monster „außen“.
Sophie trifft Kris erneut, als dieser einen Film im Kino besucht, in dem sie arbeitet, und lädt ihn anschließend zur Happy Hour in eine queere Bar ein. Im Gespräch über den Vorfall mit Danny berichtet Kris, dass dieser durch Videos von Jordan Peterson und Ben Shapiro radikalisiert worden sei.
Als Sophie und Spencer später die Bar besuchen, ist diese aufgrund von Drohungen gegen die queere Community weitgehend leer. Vor dem Gebäude wird Kris von einer Gruppe gewalttätiger Männer, darunter Adam, angegriffen. Sophie und ihre Freunde und Freundinnen greifen ein und vertreiben die Angreifer. Dabei beobachtet Sophie, wie die Gruppe die Eingeweide eines Opfers verzehrt.
Spencer stellt zunehmend Parallelen zwischen den aktuellen Ereignissen in der Stadt und dem verschollenen Film Terror from Below fest. In diesem Film wird die Geschichte eines parasitären Wurms erzählt, der die Männer einer Kleinstadt befällt, sie in zombieähnliche Wesen verwandelt und zu gewalttätiger Frauen- und Transfeindlichkeit radikalisiert.
Sophie sieht den Film gemeinsam mit Spencer und kommt zu dem Schluss, dass er als Warnung gemeint war und das zuvor aufgetretene Erdbeben den Parasiten erneut freigesetzt haben könnte. In der Folge gründet sie mit ihren Freunden und Freundinnen eine maskierte Bürgerwehr, die beginnt, die infizierten Männer der Stadt gezielt zu töten.
Sophies Vater besucht sie und übergibt ihr Geld, wofür sie sich bedankt. Er ist Polizist. Im Gespräch warnt er sie, unauffällig zu bleiben, da in letzter Zeit mehrere queere Personen verschwunden und der Polizei nach eigener Aussage „die Hände gebunden“ seien. Cryptessa kommentiert dies und spricht über typische Warnzeichen eines schleichenden Übergangs in autoritäre Strukturen sowie über gesellschaftliche Konstruktionen des „Anderen“.
Sophie trifft anschließend Zen in einem Café, der sie herablassend auffordert, an einem von ihm organisierten Filmfestival teilzunehmen. Parallel dazu planen sie und ihre Freund*innen einen Angriff auf ein Gebäude, in dem sich die infizierten Männer versammeln. Dort kommt es zur Konfrontation, bei der sie die Männer mit Schlagwaffen angreifen und das Gebäude schließlich in Brand setzen. Kris wird dabei von Adam gebissen und infiziert. Sophie ist daraufhin schwer getroffen.
Zurück zu Hause zerstört sie ihren Laptop und äußert gegenüber Spencer den Wunsch, aufzugeben. Sie verweist auf Betty Palmer, die in den 1990er Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht habe und Suizid beging, weil sie daran zerbrochen sei. Sophie empfindet die Situation ebenfalls als ausweglos, da sich die Lage für trans Personen weiter verschlechtere. Spencer widerspricht ihr und betont, dass sie geliebt werde und auch kleine Erfolge Bedeutung hätten.
Später beschließen sie, die sogenannte „T-Rally“ der Alt-Right zu besuchen, in der Annahme, dort werde sich der Parasit erneut ausbreiten. Vor Ort beobachtet Sophie, wie Adam den Parasiten auf eine weitere Person überträgt, und tötet ihn mit einem Pfahl. Nach dem endgültigen Sieg über den Parasiten entschließt sie sich, die Ereignisse filmisch zu verarbeiten und unter dem Titel Terror from Below 2 fortzuführen, um Betty Palmers Vermächtnis zu bewahren und eine Warnung für zukünftige Generationen zu schaffen.
Im Epilog des Films warnt Cryptessa das Publikum, dass sie vielleicht nicht wissen, wer die Person ist, die neben ihnen sitzt, und sogar nicht, wer sie selbst wirklich sind. Sophie und ihre Freunde und Freundinnen kehren für eine Nacht auf der Tanzfläche in die Bar zurück. Sie werfen außerdem Zen in einen Müllcontainer, sagen ihm, er solle nie wieder versuchen, irgendjemanden zu betrügen, und fügen hinzu: „Leg dich niemals mit queeren Filmschaffenden an.“
Produktion
Mackay drehte T Blockers im Alter von 17 Jahren in Adelaide mit einem Budget von 10.000 Australischen Dollar.[5] Sie wollte das Thema der Trans-Verfolger, cis-Männer, die trans Frauen nachstellen, um sie zu fetischisieren, erforschen:
“Wir haben die Verfolger buchstäblich zu Parasiten gemacht, um die Geschichte aus einem für diese Charaktere nachvollziehbaren Blickwinkel zu erzählen. Ich hätte eine realistische Geschichte erzählen können, aber ich glaube, die wäre ziemlich deprimierend gewesen, weil es keine reale Welt gibt, in der diese Charaktere diese widerlichen Männer töten – sie müssten sich einfach mit ihnen auseinandersetzen, und dann wäre der Film vorbei. [Im Gegensatz dazu] sehen wir, wie diese trans* Charaktere ihre Stärke zurückgewinnen und sich gegen diese außerirdischen Schurken wehren, was hoffentlich kathartisch wirkt.”
Mackay wurde von den Werken Gregg Arakis beeinflusst, darunter Now Apocalypse und The Doom Generation, was sich auch in ihrem Einsatz von bisexueller Beleuchtung widerspiegelte.[7] Sie erzählte dem Filmportal ScreenHub, dass sie Arakis „hyperstilisierte Welten und authentische, unzensierte queere Geschichten sowie die witzigen Dialoge und Science-Fiction-Elemente“ liebe und auch von Buffy – Im Bann der Dämonen beeinflusst sei, da diese Serie „Mädchenzeit, Erwachsenwerden, Teenagerfreundschaften und diese unheimlichen Horrorelemente perfekt miteinander verbinde … Ich liebe diese Kombination, weil ich damit Geschichten über echte, bodenständige Charaktere erzählen kann, denen all diese interessanten, übertriebenen Dinge passieren.“[8] Die Erzählung von Cryptessa ist eine Hommage an Bela Lugosis Darstellung in Glen or Glenda.[9] Weitere Einflüsse waren Mallrats, The Munsters und Yoga Hosers.[10][11]
Trivia
Im Abspann des Films wird das Lied Dead Men Don’t Rape von Delilah Bon[12] verwendet, eine Punk-Rap-Hymne, die 2022 als Single erschien.
Kritische Rezeption
T Blockers wurde von Kritikern positiv aufgenommen und erhielt auf Rotten Tomatoes eine positive Bewertung von 100 %, basierend auf 15 Rezensionen.[13] Stephen A. Russell verglich den Film im Star Observer mit Buffy – Im Bann der Dämonen und Stranger Things, „nur viel düsterer und schwuler“.[14] Lauren Perry von MovieWeb lobte den „bissigen Gesellschaftskommentar“ des Films sowie seine „stilistische Farbgebung, den energiegeladenen Soundtrack und den punkig-feministischen Ton“, fügte aber hinzu, dass die Geschichte gehetzt wirke.[15] Kat Hughes schrieb in The Hollywood News, der Film „fängt die frustrierte Erschöpfung der Community ein, die scheinbar ständig ihre Existenz rechtfertigen muss, und kanalisiert sie in eine freudige Ausrede, ihre Verfolger zu stürzen“, und nannte Mackay „eine wichtige Stimme im Filmschaffen“.[16] Anton Bitel von SciFi Now verglich den Film mit den Werken von John Waters und Ed Wood, „wiederbelebt, um männliche Unsicherheit und weibliche Solidarität im heutigen South Australia zu thematisieren“.[1]
Auszeichnungen
- L. A. Outfest: Emerging Talents Award