Taco-Trade

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Der Begriff Taco-Trade beschreibt die Dynamik zwischen Politik und Finanzmärkten, die sich aus dem Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump ergibt, wirtschaftspolitische Ankündigungen abzuschwächen oder zurückzunehmen, sobald die Finanzmärkte negativ reagieren. Dabei steht das Akronym Taco für „Trump Always Chickens Out“. Die englische Redewendung „to chicken out“ bedeutet so viel wie „den Mut verlieren“ oder „vor einer Herausforderung zurückschrecken“.

Entstehung

Geprägt wurde der Begriff vom Journalisten Robert Armstrong in einer Kolumne der Financial Times vom 2. Mai 2025.[1] Seither verbreitete sich der Begriff in sozialen Medien und Analystenkreisen. Taco-Trade beschreibt ein taktisches Muster, wirtschaftlich aggressive Maßnahmen (zum Beispiel Zölle) anzukündigen und eine politische Kurskorrektur vorzunehmen, sobald die Märkte Verluste verzeichnen. Daraus ergebe sich die These, dass Kursrückgänge nach Zollankündigungen potenzielle Kaufgelegenheiten bieten könnten.[2]

Auswirkungen

Während weltweite Reaktionen auf drastische Ankündigungen Trumps stark sind und erhebliche politische und wirtschaftliche Gefahren in dem als erratisch beschriebenen Verhalten Trumps gesehen werden, nutzt der Börsenhandel den Taco-Trade als erfolgreiche Strategie am Aktienmarkt.[3] Es werden Effekte schneller Erholung und Aufwärtsentwicklungen an den amerikanischen Börsen beobachtet, weil Trump viel androhe und wenig mache.[4]

Auch in der Grönlandkrise scheine sich das Prinzip des Taco-Trade zu bestätigen. Der US‑Präsident sei zurückgerudert, nachdem die Märkte negativ reagiert hätten. Ali Masarwah, Fondsanalyst und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Envestor warnt angesichts der Vorzüge antizyklischen Investierens vor den „tektonischen Verschiebungen“, die die US‑Administration mit ihrer Politik auslöse. Der transnationale Konsens zwischen den USA und Europa und die Prinzipien einer regelbasierten Ordnung für die Weltwirtschaft sei zerbrochen, da Trump stetig an der Eskalationsspirale drehe und sogar drohe, einen Alliierten militärisch anzugreifen.[5]

Analysten der Deutschen Bank sprächen davon, dass europäische Anleger amerikanische Staatsanleihen verkaufen könnten, während Pimco das Länderrisiko USA in seinen Portfolios bereits reduziert habe. Masarwah rät, dass Anleger auf Trumps Ankündigungen nicht hektisch reagieren sollten, da ein fallender US-Dollar einen erheblichen Einfluss auf die Rendite haben könne.[5]

Commons: Trump Always Chickens Out – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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