Tagebau Anna-Süd
Braunkohlentagebau im Lausitzer Braunkohlerevier im heutigen Süd-Brandenburg
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Der Tagebau Anna-Süd war ein Braunkohlentagebau im Lausitzer Braunkohlerevier im heutigen Süd-Brandenburg, der von 1937 bis 1947 existierte. Er wurde zuerst von den Niederlausitzer Kohlewerken nach deren Namensgebungen, 1945 als Tagebau Frohe Zukunft benannt. 1946 fiel der Entscheid zur vollständigen Demontage des Förderbetriebes im Rahmen der Reparationen für die damalige Sowjetunion. Der Tagebau wurde daraufhin vollständig demontiert und im Jahr 1947 geschlossen.
| Tagebau Anna-Süd | |||
|---|---|---|---|
| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | |||
| Abbautechnik | Tagebau | ||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | |||
| Betriebsbeginn | 1937 | ||
| Betriebsende | 1947 | ||
| Geförderte Rohstoffe | |||
| Abbau von | Braunkohle | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 51° 30′ 5,5″ N, 13° 52′ 17,1″ O | ||
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| ehemals: Kreis Senftenberg, Bezirk Cottbus, Deutschland (NUTS3) | heute: Landkreis Oberspreewald-Lausitz | ||
| Land | Land Brandenburg | ||
| Staat | Deutschland | ||
| Revier | Lausitzer Braunkohlerevier | ||
Geschichte
Vorkriegsgeschichte


Der Tagebau Anna-Süd der Niederlausitzer Kohlenwerke (NKW) wurde aufgeschlossen, weil sich bei den in unmittelbarer Nähe derselben Vereinigung befindlichen Grube Viktoria III,[1] Tagebau Anna,[2] und Tagebau Waidmannsheil eine Auskohlung ankündigte.[3]
Die Entwässerungsarbeiten begannen im Jahr 1936, der Tagebau war durch die in unmittelbarer Nähe befindlichen Tagebaue Viktoria III und Marga im Osten sowie Friedländer im Westen teilentwässert.[4.1] Bereits zum 1. Januar 1937 konnte mit dem Beginn der Abraumarbeiten begonnen werden. Im Herbst waren diese soweit abgeschlossen, dass mit der Bergung der ersten Kohle begonnen werden konnte. Die Aufschlussarbeiten waren im April 1939 beendet, und es konnte mit dem Aufbau der Abraumförderbrücke begonnen werden. Diese war, da sich die Kohle dort als sehr hart herausstellte, mit Raupenfahrwerk auf dem 2. Lausitzer Kohleföz aufgestellt. Die eigentliche Abbaggerung des Abraumes wurde über einen Zubringerförderer auf dem Abraum realisiert, der mit je einem Bagger für den Hoch- bzw. dem Tiefschnitt ausgerüstet war.
Anfangs traten einige Probleme durch Rutschungen auf der Brückenkippe auf, sodass der Ausleger der Förderbrücke verlängert werden musste.[5.1] Für die Förderung der Abraumbahn bis zum Brückeneinsatz und zur Kohleförderung wurde eine Schmalspurbahn angelegt. Die Steigung für den Betrieb aus der Kohle zur Tagebausohle betrug knapp 50 ‰.[4.2] Für die NKW wurde dafür eigens eine verstärkte Lokomotive Henschel/BBC Bo Bo 60 t 740 kW von Henschel und BBC entwickelt,[6] die aber vorerst nur in einem Exemplar geliefert werden konnte. Für den Kohlefahrbetrieb musste die Steigung ständig mit einer Schiebelokomotive abgewickelt werden.
Für die Förderung der Kohle und des Abraumes wurde eine Kohlebahn angelegt, die an eine bereits existierende Kohleverbindungsbahn von der Grube Victoria III[1] angebunden wurde und dieselbe Unterführung der Autobahn Dresden–Berlin benützte wie die Ende der 1990er Jahre noch existierende Bahnstrecke Senftenberg–Lauchhammer-Süd. Die links der Autobahn liegenden Gleise führten oben zur Kohleausfahrt und zur Brikettfabrik Anna, der untere Teil wurde als Abraumbahn genützt. Rechts von der Autobahn führte das untere Gleis zur Grube Victoria, rechts für den Transport zur Kippe, dieser Abschnitt entsprach in etwa der späteren Bahnstrecke Senftenberg–Lauchhammer-Süd.[4.3]
Nachkriegsgeschichte
Unmittel nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs wurde der Tagebau Anna-Süd noch in Tagebau Frohe Zukunft umbenannt. Am 26. Oktober 1946 wurde auf der Grundlage der nach dem 1. Mai 1945 befohlenen Demontagen im Niederlausitzer Braunkohlenbergbau verfügt, dass der Tagebau Frohe Zukunft mit allen Einrichtungen als Reparationen abgebaut werden sollte.[5.2] Diese Demontagearbeiten zogen sich bis 1947 hin. Danach wurde der Tagebau Frohe Zukunft stillgelegt. Dies war im Zusammenhang mit der Stilllegung der Brikettfabrik Anna geschehen, die im gleichen Jahr geschlossen wurde.[2]
Trotzdem war im Tagebaugebiet noch um 1952 Zugbetrieb im Kohle- sowie Abraumbetrieb und Abraumarbeiten zu sehen.[7] Dabei kann es sich nur um Aufschlussarbeiten für den Tagebau Schwarzheide handeln, der zu der Zeit noch in Betrieb war. Alle anderen Tagebaue waren zu der Zeit schon nicht mehr im Gebrauch.
Abraumförderbrücken des Tagebaus

Die Arbeiten für den Brückenaufbau waren so organisiert, dass die Zubringerbrücke einschließlich einer Zwischenbrücke auf der Abraumebene montiert wurde. Die Brückstütze wurde von dem Kohleplanum aus hochgebaut. Nach Fertigstellung beider wurde die Zubringerbrücke an die Stütze herangefahren und mit dieser verbunden. Dann erfolgte die Montage der Fördergeräte sowie der elektrischen Ausrüstung. Die Brücke wurde im März 1939 fertiggestellt und in die Betriebsstellung gefahren.[4.3] Die Brücke war die erste der Vorkriegsbrücken, die mit dem Tagebau Niemtsch ein zweites Mal im Jahr 1949 mit den im Wesentlichen gleichen Abmaßen gebaut wurde.[5.3] In der Literatur wird diese Brückenkonstruktion manchmal auch als F 25 bezeichnet.[8]
Die nach dem Probebetrieb festgestellten Mängel der AFB Anna-Süd führten im Jahr 1943 zu einer Verlängerung des Auslegers und zu einer Erhöhung der Bandgeschwindigkeit. Durch die nach 1946 durchgeführten Reparationen wurde die AFB abgebaut und in die Ukraine umgesetzt. Dort war sie in mehreren Tagebauen in Betrieb, bis sie 1997 gesprengt wurde.[5.4]
Literatur
- Dr.-Ing. Otto Gold: Der Aufschluß von Braunkohletagebauen, Verlag Wilhelm Knapp, Halle, 1952, S. 127–137
- Siegfried Laumen und Thomas Suhr: Einhundert Jahre Abraumförderbrücken, die Geschichte einer Bergbaumaschine, Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-910447-35-6
