Tarek Ehlail
deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Produzent
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Tarek Ehlail (* 31. August 1981 in Homburg; † 29. August 2025 in Köln) war ein deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent sowie Unternehmer für Sicherheitsdienstleistungen.[1]

Leben
Ehlail stammte aus dem Saarland, wo er auch aufwuchs. Er war der Sohn eines palästinensischen Vaters und einer deutschen Mutter.[2] 2003 gründete er die Produktionsfirma Sabotakt und initiierte die „Sabotakt Boxparty“, einen frühen Underground-„Punkfightclub“, mit dem Punk- und Kampfsport-Events in mehreren europäischen Ländern stattfanden.[3][4] Seit 2015 war er zudem Geschäftsführer der Sicherheitsagentur Solid, die Schutzdienstleistungen und Sicherheitskonzepte anbietet.[5]
2008 legte Ehlail gemeinsam mit Matthias Lange sein Kinodebüt Chaostage – We Are Punks! vor, ein Porträt der deutschen Punkszene in einer Mischung aus dokumentarischen und fiktionalen Elementen.[6] Den Soundtrack lieferten Alec Empire und Pöbel & Gesocks.[7] Der Film wurde im Januar 2009 beim Filmfestival Max Ophüls Preis präsentiert.[8]
Mit Gegengerade – 20359 St. Pauli (2011) realisierte Ehlail einen Spielfilm im Umfeld des FC St. Pauli, in dem neben Fans auch zahlreiche prominente Darsteller wie Mario Adorf, Denis Moschitto, Fabian Busch, Moritz Bleibtreu und Wotan Wilke Möhring mitwirkten.[9] Der Film feierte am 19. Januar 2011 seine Uraufführung im Wettbewerb des Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken und kam am 31. März 2011 in die Kinos.[10] Gefördert wurde das Projekt u. a. von Saarland Medien.[11]
2011 entstand der Tour-Dokumentarfilm Alles in Allem über die Elektropunk-Band Egotronic, die auch den Soundtrack zu Gegengerade beisteuerte.[12] 2012 drehte Ehlail in Koproduktion mit dem Saarländischen Rundfunk den Dokumentarfilm Glaubenskrieger über die alljährliche Internationale Soldatenwallfahrt nach Lourdes; Premiere war im Januar 2013 in der Sektion „Spektrum“ des Filmfestivals Max Ophüls Preis.[13]
Sein dritter Spielfilm Volt (2016) ist ein dystopisches Drama über eine in die Zukunft gedachte Verhärtung gesellschaftlicher Fronten und Grenzregime; die Titelrolle spielte Benno Fürmann, die Musik stammt erneut von Alec Empire.[14][15] Volt wurde am 24. Juni 2016 beim Filmfest München uraufgeführt und startete am 2. Februar 2017 im Kino; an der Produktion beteiligt waren u. a. augenschein Filmproduktion (Köln), Les Films d’Antoine, SR, SWR und Arte, gefördert u. a. von FFA, DFFF, der Film- und Medienstiftung NRW sowie Saarland Medien.[16]
Ehlail veröffentlichte im März 2013 das Buch Piercing Is Not A Crime: 33 bestechende Anekdoten aus dem Leben eines Bodypiercers (Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin; ISBN 978-3-86265-218-1).[17]
Am 29. August 2025 starb Ehlail bei einem Verkehrsunfall auf der A 1 in Richtung Dortmund zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Nord und der Ausfahrt Niehl, bei dem sein Fahrzeug auf einen im Stau stehenden Sattelzug aufgefahren war.[18][19] Er wurde auf dem Hauptfriedhof Homburg bestattet.[20]
Wirken
Ehlails Arbeiten kreisen häufig um Subkulturen, soziale Randlagen und Gegenentwürfe zur Mehrheitsgesellschaft, oft in rauer, reduziert inszenierter Bildsprache.[21][22] Neben Spielfilmen und Dokumentationen realisierte er zahlreiche Musikvideos, u. a. für Egotronic, Slime, Nyze/Bushido und Johnny Mauser.[23][24]
Werke
- Piercing Is Not A Crime: 33 bestechende Anekdoten aus dem Leben eines Bodypiercers. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2013, ISBN 978-3-86265-218-1.[25]
Filmografie (Auswahl)
Spielfilm
- Chaostage – We Are Punks! (2008/2009) – Regie, Drehbuch, Produktion[26]
- Gegengerade – 20359 St. Pauli (2011) – Regie, Drehbuch, Produktion[27]
- Volt (2016) – Regie, Drehbuch[28]
Dokumentarfilm
- Bonobo (Amateurfilm, 2004)[29]
- Deutschlands Golden Boy (über René Weller, 2005)[30]
- Glaubenskrieger (2013)[31]
- Alles in Allem – Egotronic (2011, Tourfilm)[32]
Musikvideos (Auswahl)