Teapot-Raffinerien

kleine bis mittelgroße, private Ölraffinerien From Wikipedia, the free encyclopedia

Teapot-Raffinerien (auf Englisch „teapot refineries“) sind kleine bis mittelgroße, private Ölraffinerien. Sie sind fast ausschließlich in der Volksrepublik China beheimatet und spielen eine wichtige Rolle im geopolitisch stark beeinflussten Weltmarkt für Öl und Treibstoffprodukte. Die Teapot-Raffinerien haben in ihrer Gesamtheit einen Anteil an der Rohölverarbeitungskapazität der Volksrepublik China von etwa 25 Prozent und verarbeiten vor allem sanktioniertes, billiges russisches und iranisches Rohöl.

Ihren Namen haben die Raffinerien aufgrund ihrer früher einfachen Konfiguration. Sie verfügen im Verhältnis zu staatlichen Konzernen wie Sinopec oder PetroChina über sehr begrenzte Produktions- und meist regionale Handelskapazitäten.

Verbreitung

Die Mehrheit der Teapot-Raffinerien befindet sich in der ostchinesischen Provinz Shandong. Etwa 70 % der chinesischen Teapots sind dort konzentriert. Auch in den anderen Provinzen, wie zum Beispiel in Hebei und Liaoning, finden sich in geringerer Anzahl Teapot-Raffinieren. Das Ausgangsmaterial beziehen sie zu einem großen Teil über die Anlandungen von Tankern der russischen Schattenflotte in den Hafen von Qingdao und den privaten Hafen von Dongying. Historisch nahmen die Firmen auch venezulanisches und iranisches Rohöl ab.[1][2]

Iranisches Rohöl wurde bis zum Irankrieg 2026 an malaysische und chinesische Häfen geliefert. Dort wurden Depots aufgebaut, aus denen die Teapot-Raffinerien ihre Rohstoffe beziehen können. Erica Downs von der Columbia University geht davon aus, dass die Firmen beim Versiegen des iranischen Öls wieder vermehrt auf russisches Rohöl zurückgreifen werden.[3][4]

Für den Einkauf bedienen sich die Raffinerien Briefkastenfirmen in Hongkong.[5]

Bedeutung

Beobachter gehen von über 150 unabhängigen Anlagen aus, die zusammen für etwa ein Viertel bis ein Drittel der gesamten Rohölverarbeitungskapazität der Volksrepublik China verantwortlich sind.

Diese kleinen Anlagen sind wichtige lokale Arbeitgeber und tragen zum Wirtschaftswachstum bei. Chinas Binnenverbrauch und Steueranreize sichern den Fortbestand der Betriebe trotz internationaler Sanktionen.[5]

Einzelnachweise

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