Tephroit

Mineral aus der Olivin-Gruppe From Wikipedia, the free encyclopedia

Tephroit, auch Mangan-Peridot genannt, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silicate und Germanate“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Mn2SiO4 und entwickelt meist kurzprismatische Kristalle im Zentimeterbereich, aber auch körnige bis massige Aggregate.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Tephroit
Tephroit und Willemit aus der Franklin Mine, Sussex County (New Jersey), USA
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Tep[1]

Chemische Formel Mn2SiO4
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/A.03
VIII/A.04-030

9.AC.05
51.03.01.05
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m[2]
Raumgruppe Pbnm (Nr. 62, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/62.3[3]
Gitterparameter a = 4,90 Å; b = 10,60 Å; c = 6,26 Å[3]
Formeleinheiten Z = 4[3]
Zwillingsbildung nach {011}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 6
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,87 bis 4,12; berechnet: 4,15[4]
Spaltbarkeit unvollkommen nach {001}, deutlich nach {010}[4]
Bruch; Tenazität uneben bis muschelig; spröde
Farbe fleischrot, graugrün, rötlichbraun
Strichfarbe grauweiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz bis Fettglanz, matt
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,759[5]
nβ = 1,797[5]
nγ = 1,860[5]
Doppelbrechung δ = 0,101[5]
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 60 bis 70°[5]
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Zwischen den reinen Mn- (Tephroit), Mg- (Forsterit) und Fe-Verbindungen (Fayalit) besteht eine lückenlose Mischbarkeit, deren Zwischenglieder als Olivine bezeichnet werden.

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde der Forsterit 1823 in der „Sterling Hill Mine“ bei Ogdensburg im Sussex County (New Jersey) und beschrieben durch August Breithaupt. Er benannte das Mineral aufgrund seiner häufig aschegrauen Farbe nach dem griechischen Wort „Tephra“ für Asche.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Tephroit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Inselsilikate (Nesosilikate)“, wo er gemeinsam mit Fayalit, Forsterit und Olivin in der „Olivin-Reihe“ mit der Systemnummer VIII/A.03 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/A.04-030. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate mit [SiO4]-Gruppen“, wo Tephroit zusammen mit Fayalit, Forsterit, Laihunit und Liebenbergit die „Olivingruppe“ mit der Systemnummer VIII/A.04 bildet.[6]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Tephroit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Inselsilikate (Nesosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Inselsilikate ohne zusätzliche Anionen; Kationen in oktaedrischer [6]er-Koordination“ zu finden, wo es zusammen mit Fayalit, Forsterit, Glaukochroit, Kirschsteinit, Laihunit und Liebenbergit die „Olivingruppe“ mit der Systemnummer 9.AC.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Tephroit die System- und Mineralnummer 51.03.01.05. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen mit allen Kationen nur in oktahedraler [6]-Koordination“ in der „Olivingruppe“, in der auch Olivin, Fayalit, Forsterit, Liebenbergit und Laihunit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Tephroit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Pbnm (Raumgruppen-Nr. 62, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/62.3 mit den Gitterparametern a = 4,90 Å; b = 10,60 Å und c = 6,26 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]

Eigenschaften

Rötlicher Forsterit mit Anteilen von Tephroit

Tephroit erhält seine rötlichbraune bis fleischrote Farbe durch seinen Mangangehalt. In der Natur ist Tephroit allerdings oft in Form von Mischkristallen zu finden, mit schwankenden Gehalten an Forsterit und/oder Fayalit. Entsprechend variiert die Farbe in Richtung grau oder olivgrün.

Modifikationen und Varietäten

Als Roepperit wird eine zinkhaltige Varietät von Tephroit[6] oder auch Fayalit (nach Brush)[8] bezeichnet.

Bildung und Fundorte

Tephroit bildet sich in Eisen-Mangan-Lagerstätten, verwandten Skarnen und metamorphen, manganreichen Sedimenten. Begleitminerale sind unter anderem Alleghanyit, Banalsit, Bustamit, Calcit, Diopsid, Franklinit, Gageit, Glaukochroit, Jakobsit, Manganocalcit, Rhodonit, Willemit und Zinkit.

Weltweit konnte Tephroit bisher an rund 180 Fundorten nachgewiesen werden (Stand: 2010), so in der Antarktis, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Kasachstan, Kirgisistan, Madagaskar, Namibia, Norwegen, Oman, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Türkei, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und in den Vereinigten Staaten (USA).[9]

Verwendung als Schmuckstein

Die Minerale der Olivingruppe werden bei guter Qualität überwiegend zu Schmucksteinen verarbeitet. Klare Varietäten erhalten dabei meist einen Facettenschliff in unterschiedlicher Form, trübe Varietäten eher einen Cabochon-Schliff. Im Handel sind sie unter der Bezeichnung „Peridot“ oder „Chrysolith“ erhältlich.[10]

Siehe auch

Literatur

  • Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 195.
Commons: Tephroite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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