Teseta
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Teseta (amharisch ትዝታ ‚Sehnsucht, Nostalgie‘)[1][2] ist ein äthiopisches Musikgenre, die nach einem Ton im äthiopischen Tonsystem benannt wurde.[3] Teseta-Lieder werden in der Regel von einer oder seltener maximal zwei Personen gesungen. Sie können auch ohne instrumentelle Untermalung aufgeführt werden, traditionell werden sie aber mit lokalen Instrumenten wie beispielsweise Krar oder Masinko begleitet.[4] Zum Hauptmerkmal der Genre gehören sentimentale Melodie[2] und der Text in Form von einer Ballade.[5] Die US-amerikanisch-äthiopische Schriftstellerin Maaza Mengiste beschreibt Teseta-Lieder als „Hymne an Nostalgie und Sehnsucht“.[6]
Geschichte
Die Teseta-Volkslieder entstanden in ländlichen Regionen der Amhara und der Tigrinya und wurden ursprünglich von den traditionellen Sängerinnen und Sängern, den sogenannten Asmaris (amharisch አዝማሪ), geprägt und weiterentwickelt.[2] Der Name der Musikgenre ist von einem der fünf Töne im äthiopischen Tonsystem Qenet (amharisch ቅኝት) abgeleitet.[4] Das Konzept kann mit der lusophonen Saudade verglichen werden, während die Musikgenre der Teseta-Lieder manchmal als Blues bezeichnet wird.
Heutzutage
Die Genre bleibt immer noch sowohl in Äthiopien und Eritrea als auch weltweit in der Diaspora sehr beliebt. Zu den bekanntesten Teseta-Sängern gehören Mulatu Astatke und Mahmoud Ahmed. Das Teseta-Konzept und seine kulturelle Bedeutung wurde in den gleichnamigen Essays von Makda Teshome[7] und Maaza Mengiste[6] thematisiert.