Tetrathiafulvalen

chemische Verbindung, organischer Halbleiter From Wikipedia, the free encyclopedia

Tetrathiafulvalen (TTF) ist eine Organoschwefelverbindung und organischer Halbleiter mit der chemischen Formel (H2C2S2C)2. Die Substanz findet als Werkstoff in der Molekularelektronik Anwendung, beispielsweise zum Aufbau organischer Feldeffekttransistoren (OFETs).[3] Zusammen mit Tetracyanochinodimethan bildet TTF elektrisch gut leitfähige Einkristalle.[4]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Name Tetrathiafulvalen
Andere Namen
  • TTF
  • 1,4,5,8-Tetrathiafulvalen
  • Δ2,2-Bis-1,3-dithiol
Summenformel C6H4S4
Kurzbeschreibung

oranger Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 31366-25-3
EG-Nummer 250-593-7
ECHA-InfoCard 100.045.979
PubChem 99451
Wikidata Q2179180
Eigenschaften
Molare Masse 204,4 g/mol
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

116–119 °C[1]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 317
P: 261280302+352321363501[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Das Salz [TTF+]Cl wurde 1972 als Halbleiter beschrieben.[5] Anschließend wurde gezeigt, dass das Ladungstransfer-Salz [TTF][TCNQ] ein Halbleiter mit schmaler Bandlücke ist.[6] Röntgenbeugungsuntersuchungen von [TTF][TCNQ] zeigten Stapel von teilweise oxidierten TTF-Molekülen, die an anionische Stapel von TCNQ-Molekülen angrenzen. Dieses „segregierte Stapel“-Muster war unerwartet und ist für die charakteristischen elektrischen Eigenschaften, d. h. hohe und anisotrope elektrische Leitfähigkeit, verantwortlich. Seit diesen frühen Entdeckungen wurden zahlreiche Analoga von TTF hergestellt. Zu den gut untersuchten Analoga gehören Tetramethyltetrathiafulvalen (Me4TTF), Tetramethylselenafulvalene (TMTSFs) und Bis(ethylendithio)tetrathiafulvalen (BEDT-TTF, CAS 66946-48-3).[7]

Einzelnachweise

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