Teufelssee (Hochschwabgruppe)
See in der Steiermark
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Der Teufelssee ist ein Bergsee in der Hochschwabgruppe in der Steiermark. Das sehr abgeschieden gelegene Gewässer befindet sich im Randbereich eines großen Bergsturzgebietes. Bemerkenswert ist die tiefgrüne Farbe seines Wassers, dessen Pegel sich im Jahresverlauf um mehrere Meter ändert.
| Teufelssee | ||
|---|---|---|
| Der Teufelssee bei sehr niedrigem Wasserstand im Sommer 2026 | ||
| Geographische Lage | Hochschwabgruppe, Steiermark, Österreich | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 47° 36′ 58,1″ N, 14° 58′ 22″ O | |
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| Höhe über Meeresspiegel | 1073 m ü. A. | |
| Länge | 150 m | |
| Breite | 100 m | |
| Seehöhe gemäß amtlicher Karte; tatsächliche Höhe und Ausmaße aufgrund stark schwankenden Wasserspiegels nur ungefähr anzugeben | ||
Beschreibung
Der See liegt im Gemeindegebiet von Wildalpen im nördlichen Teil der Hochschwabgruppe. Er bildet den tiefsten Punkt eines entlegenen Beckens innerhalb des Gebirges – die Geologen Dirk van Husen und Alfred Fritsch sprechen von der „Depression um den Teufelssee“ als einer „Großdoline“[1] (vgl. Doline; als Teil der Nördlichen Kalkalpen wird die Hochschwabgruppe von Karsterscheinungen geprägt). Permanente Zu- oder Abläufe des Sees sind obertägig nicht vorhanden, sein Einzugsgebiet ist nur unsicher zu bestimmen.[2] Der Pegel des bei entsprechendem Lichteinfall intensiv grünen Wassers kann im Jahresverlauf um mehrere Meter schwanken, die Ausmaße des ovalen Gewässers können dementsprechend nur ungefähr mit 100 mal 150 Metern angegeben werden. Bei hohem Wasserstand steigt der Teufelssee über eine Geländestufe an der Südostseite und vergrößert sich so vor allem in diese Richtung um einige weitere Meter, dann kann eine maximale Ausdehnung (Nordwest-Südost) von knapp über 200 Metern erreicht werden.[3] In der amtlichen Karte ÖK 50 ist an dieser Geländestufe eine Höhenkote von 1073 m ü. A. eingezeichnet.[4]
Die umliegenden Berge sind nördlich der Höllkogel (1639 m ü. A.), südwestlich der Häuselkogel (1689 m ü. A.) mit einem Seekogel genannten Ausläufer und südlich der Brandstein (2003 m ü. A.; näher am See der 1800 m ü. A. hohe Nebengipfel Kleiner Brandstein). Auch einige Flurnamen in der Umgebung verweisen auf die Hölle: Vom Teufelssee führt ein Steig südwestwärts zwischen Häuselkogel und Brandstein durch die Flur In der Höll zur verlassenen Höllalpe und weiter über den Höllsattel. Die auffällige Konzentration derartiger Bezeichnungen scheint ungeklärt, der Volkskundler Alfred Webinger schreibt zum Teufelssee nur unspezifisch, dass der Name „mit Sagengut und Volksglauben“ zusammenhänge.[5]
Sagen
Es gibt mehrere Sagen, die den Namen des Sees erklären. So habe der Teufel sich einmal, nachdem er allerlei Unheil angerichtet hatte, in dem See gewaschen. Seither sei das Wasser schwarz. Jägern habe der Teufel dort das Jagdglück verdorben. Eine etwas ausführlichere Geschichte berichtet von einem Schuster, der seine mühsame Arbeit auf den Almen der Umgebung leid war. Also versprach er dem Teufel seine Seele, damit dieser die Arbeit für ihn erledigte – jedoch unter der Bedingung, dass er das nur im Winter tun dürfe. Einige Zeit lang habe der Teufel zähneklappernd am Eis des Sees, den im Winter kaum ein Sonnenstrahl erreicht, gesessen, ehe er wutentbrannt den Vertrag aufgekündigt habe.[6]
Naturraum
Östlich des Sees erstreckt sich ein weitläufiges Gebiet, das vor etwa 6000 Jahren Schauplatz des Bergsturzes von Wildalpen war. Durch Geröll und dichten Bewuchs mit Latschenkiefern ist dieses Gebiet (mit Ausnahme weniger unmarkierter Steige[7]) unzugänglich. Die Schuttmassen des Bergsturzes reichen bis unmittelbar an den Teufelssee heran und haben ihn nur knapp nicht zugeschüttet. Der Hügel direkt östlich des Sees ist tatsächlich eine der beim Felssturz abgerutschten riesigen Felsschollen (in der grundlegenden geologischen Untersuchung „Gleitscholle Hirschwald“ genannt).[8]
Zu den rund um den See nachgewiesenen Blütenpflanzen gehören verschiedene Habichtskräuter (Gabeliges Habichtskraut, Hieracium bifidum; Blaugrünes Habichtskraut Hieracium glaucum; Bleichgrün-Habichtskraut, Hieracium pallescens; Wollköpfiges Habichtskraut, Hieracium pilosum) und Gräser (Polster-Segge, Carex firma; Horst-Rot-Schwingel, Festuca nigrescens; Bunter Schwingel, Festuca varia; Bastard-Rispengras, Poa hybrida).[9] Zu den im See lebenden Tieren gehören unter anderem Fische und Kaulquappen.
Wege
Aufgrund seiner ähnlich intensiven Farbe wird der Teufelssee manchmal als Zwillingsbruder des berühmten und viel besuchten Grünen Sees auf der gegenüberliegenden Seite der Hochschwabgruppe bezeichnet.[7][10] Anders als dieser kann der Teufelssee jedoch nur auf mehrstündigen Wanderungen über weitgehend unmarkierte, mitunter schwer zu verfolgende Steige erreicht werden. Der übliche Ausgangspunkt für Wanderungen ist die Winterhöh bei Wildalpen nordöstlich des Sees.[7][10] Auch ein Weg von Nordwesten (Hinterwildalpen) ist möglich.[11] Ein Steig vom Teufelssee westwärts könnte ein alter Saumpfad sein, der das Gebiet des Sees mit der Eisenerzer Höhe und der wichtigen Altstraße, die dort das Gebirge quert, verbindet. Westlich des Sees soll auf einer Flur namens Brunnboden Holzkohle hergestellt worden sein. Die Kohle wäre dann auf diesem Weg Richtung Eisenerz transportiert worden.[12]
- See und Umgebung
- Blick von der Westseite des Höllkogels auf das Becken mit dem Teufelssee (mittig unten). Rechts der Brandstein, im Mittelgrund das Bergsturzgebiet von Wildalpen
- Südende des Sees mit Geröll des Bergsturzes, li. hinten die „Gleitscholle Hirschwald“
- Blick von Süden über den See auf den Seekogel
- Ein Fisch (Saibling bzw. Schwarzreuter?) im Teufelssee
- Kaulquappen im Teufelssee
Weblinks
- Teufelssee und Umgebung in der Verwaltungsgrundkarte via basemap.at (Permalink)
- Basiskarte im GIS-Steiermark (kein Permalink möglich)
