Thaine Morris
US-amerikanischer Spezialeffektkünstler
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Thaine R. Morris (* in Eads, Colorado) ist ein US-amerikanischer Spezialeffektkünstler und Supervisor, der insbesondere pyrotechnische Effekte umsetzte. 1988 erhielt er den Oscar für technische Verdienste.
Leben
Thaine Morris wurde im südlichen Colorado in der Kleinstadt Eads geboren.[1] Sein Interesse an Sprengstoffen entdeckte Morris als ein Lehrer seiner Schule nach dem Sputnikschock die Schüler Modellraketen bauen ließ.[1]
Nach seinem College-Abschluss mit Chemie im Hauptfach und Theater im Nebenfach studierte er an der University of Colorado und der University of Denver. Er begann seine Karriere in der Filmproduktion in den frühen 1960er Jahren.[2] Morris arbeitete zu Beginn seiner Karriere unter anderem als Grip, bei der Kameracrew und bei der Beleuchtung.[1] Einer seiner Mentoren war der Spezialeffektkünstler Roger George, der im kalifornischen Van Nuys das Unternehmen Roger George Rentals für die Vermietung und Lieferung von Spezialeffektzubehör betrieb.[2] 1976 war Morris Mitbegründer des Unternehmens MP Associates, das pyrotechnische Geräte entwickelte.
Ende der 1970er Jahre wurde er von Industrial Light & Magic (ILM) für die Dreharbeiten am Star-Wars-Film Das Imperium schlägt zurück engagiert, wo er unter anderem an den Effekten für die Angriffsszene auf dem Eisplaneten Hoth arbeitete.[3] Es folgten zahlreiche Arbeiten für ILM an Filmen wie Jäger des verlorenen Schatzes, Der Drachentöter, Poltergeist, E.T. – Der Außerirdische, Star Trek II: Der Zorn des Khan und Die Rückkehr der Jedi-Ritter.
1988 wurden Morris und David Pier mit dem Oscar für technische Verdienste für „die Entwicklung von DSC-Spark-Geräten für Spezialeffekte in Kinofilmen“ ausgezeichnet.[4] Im Jahr darauf erhielt er gemeinsam mit Richard Edlund, Al Di Sarro und Brent Boates eine Nominierung für den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte für die Arbeit an den visuellen Effekten von John McTiernans Actionfilm Stirb langsam.[4]
Als Roger George 1998 in den Ruhestand ging, erwarb Morris das Unternehmen Roger George Rentals, dass er seither leitet.[2]
Morris hat drei Kinder, darunter die ebenfalls im Filmbereich tätige Sara R. Morris.
Filmografie
- 1980: Das Imperium schlägt zurück (The Empire Strikes Back)
- 1981: Jäger des verlorenen Schatzes (Raiders of the Lost Ark)
- 1981: Der Drachentöter (Dragonslayer)
- 1982: Poltergeist
- 1982: E.T. – Der Außerirdische (E.T. the Extra-Terrestrial)
- 1982: Star Trek II: Der Zorn des Khan (Star Trek II: The Wrath of Khan)
- 1983: Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi)
- 1983: Der Stoff, aus dem die Helden sind (The Right Stuff)
- 1983: Unheimliche Schattenlichter (Twilight Zone: The Movie, Episoden 1–3)
- 1984: Ghostbusters – Die Geisterjäger (Ghostbusters)
- 1984: 2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen (2010: The Year We Make Contact)
- 1984: Gremlins – Kleine Monster (Gremlins)
- 1985: Die rabenschwarze Nacht – Fright Night (Fright Night)
- 1986: Staatsanwälte küsst man nicht (Legal Eagles)
- 1986: Poltergeist II – Die andere Seite (Poltergeist II: The Other Side)
- 1986: Big Trouble in Little China
- 1986: Der Knabe, der fliegen konnte (The Boy Who Could Fly)
- 1986: Solarfighters (Solarbabies)
- 1987: Masters of the Universe
- 1987: Monster Busters (The Monster Squad)
- 1987: Verabredung mit einem Engel (Date with an Angel)
- 1987: Bill Cosby – Die Superkanone (Leonard Part 6)
- 1988: Vibes – Die übersinnliche Jagd nach der glühenden Pyramide (Vibes)
- 1988: Stirb langsam (Die Hard)
- 1988: Manege frei für Pee Wee (Big Top Pee-wee)
- 1991: Codename Black Angel (Flight of Black Angel, Fernsehfilm)
- 1992: Alien 3
- 1993: Cliffhanger – Nur die Starken überleben (Cliffhanger)
- 1995: Judge Dredd
- 1997: Das fünfte Element (The Fifth Element)
- 1997: Starship Troopers
- 1997: Air Force One
- 1999: Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I – The Phantom Menace)
- 2017: Closer
- 2022: Artist’s Lament (Kurzfilm)
Auszeichnungen und Nominierungen
- Oscarverleihung 1988: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste für „die Entwicklung von DSC-Spark-Geräten für Spezialeffekte in Kinofilmen“, gemeinsam mit David Pier
- Oscarverleihung 1989: Nominierung für den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte für Stirb langsam, gemeinsam mit Richard Edlund, Al Di Sarro und Brent Boates
Weblinks
- Thaine Morris bei IMDb
- Roger George Special Effects bei YouTube
- Interview mit Thaine Morris beim Rebel Scum Con Panel (2024)