The Icebergs

Gemälde von Frederic Edwin Church From Wikipedia, the free encyclopedia

The Icebergs (‚Die Eisberge‘), auch unter den Titel The North Der Norden, ist ein Gemälde des US-amerikanischen Landschaftsmalers Frederic Edwin Church aus dem Jahr 1861, das zu seinen Meisterwerken zählt wie das großformatige Bild The Heart of the Andes.

Schnelle Fakten
The Icebergs (Die Eisberge) (Frederic Edwin Church)
The Icebergs (Die Eisberge)
Frederic Edwin Church, 1861
Öl auf Leinwand
163,8× 285,7cm
Dallas Museum of Art
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Entstehungsgeschichte

Frederic Edwin Church schuf dieses Gemälde nach Skizzen, die er vom 17. Juni bis 23. Juli 1859 auf einer Seereise entlang der Küste von Neufundland und Labrador mit Reverend Louis Legrand Noble (1813–1882) von Boston über Halifax bis nach St. John’s unternahm. Noble veröffentlichte 1861 unter dem Titel After Icebergs with a Painter einen illustrierten Reisebericht mit Lithografien nach Skizzen von Church und Louis Agassiz, der ebenfalls an dem Ausflug teilgenommen hatte.[1] Das Gemälde stellte Church ebenfalls in diesem Jahr fertig und es war erstmals bei einer Benefizveranstaltung zu sehen. Ansichten aus der Arktis standen zu jener Zeit im Fokus der Öffentlichkeit, seit eine britische Expedition um Sir John Franklin 1845 bis 1848 auf ihrer Suche nach der Nordwestpassage verschollen war. Church organisierte im Frühjahr 1861 Einzelausstellungen in New York (im April in der Galerie des Kunsthändlers Adolphe Goupil) und Boston. Als kurz vor der Eröffnung der Bürgerkrieg ausbrach, benannte er das Gemälde als Symbol für die Union im Kampf gegen die Rebellen des Südens in The North um. Kritiker urteilten, es sei the most splendid work of art that has yet been produced in this country (deutsch: „das großartigste Kunstwerk, das je in diesem Land produziert wurde.“)[2] 1863 war es in London in einer Ausstellung zu sehen und versetzte das Publikum auf beiden Seiten des Atlantiks in Begeisterung.[3] Church hatte zahlreiche Freilichtskizzen in Bleistift, Gouache und Öl angefertigt und experimentierte während seiner Arbeit an dem Gemälde mit Kompositions- und Strukturelementen. Er benötigte insgesamt zwei Jahre bis zur Fertigstellung. Eine seiner Ölskizzen stellte er auch im Atelier seines Freundes Launt Thompson in der Tenth Street aus. Über diese Skizze schrieb ein Kritiker:

“Much as we admire the larger production we are more pleased or rather impressed with this small study of a solitary and gigantic visitor from the Arctic seas. It is more simple, more grand, and more impressive. How true it is, that the slight sketch or study direct from nature, is more worthy than the elaborated works on the easel.”

„So sehr wir das größere Werk auch bewundern, sind wir noch mehr angetan, und beeindruckt von dieser kleinen Studie eines einsamen und gigantischen Besuchers aus den arktischen Meeren. Sie ist schlichter, erhabener und eindrucksvoller. Wie wahr es doch ist, dass die zarte Skizze oder Studie direkt nach der Natur wertvoller ist als die aufwendigen Werke an der Staffelei.“[4]

Tatsächlich war diese Skizze nicht auf der Reise entstanden, Church hatte vielmehr die Eislandschaft während der Entstehungsphase seines Werks im Atelier komponiert, indem er zahlreiche Bleistift- oder Ölskizzen angefertigte.

Provenence

Nach der Ausstellung in England erwarb der Eisenbahnbaron William Edward Watkin das Gemälde und brachte es in sein Anwesen „Rose Hill“ in Northenden, Manchester. Die Villa wurde nach Watkins Tod zu einer Schule umgestaltet und das Gemälde, das sich im Obergeschoss befand, wurde zunächst einer Kirche geschenkt, die es jedoch später aufgrund von Platzmangel zurückgab. Es galt von da an für lange Zeit als verschollen und geriet in Vergessenheit, bis es in den 1970er Jahren wiederentdeckt, als wertvolles Kunstwerk erkannt und zum Verkauf angeboten wurde. Das Gemälde kam zu Sotheby’s nach New York, wo es bei der Auktion am 25. Oktober 1979 angeboten wurde. Das Mindestgebot war auf 500.000 Dollar festgesetzt und innerhalb von nur 30 Sekunden wurde die Millionengrenze überschritten. Zuletzt gab es nur noch zwei anonyme Bieter und zuletzt erhielt Hunt den Zuschlag. Die Versteigerung war nach nicht einmal 4 Minuten beendet.[5] Das Werk wurde für die für damalige Verhältnisse enorme Summe von 2,5 Millionen Dollar von einem anonymen Gönner ersteigert. Diese Summe war mehr als doppelt so hoch wie der bisherige Rekordpreis für ein amerikanisches Kunstwerk. Es war zu jener Zeit das weltweit dritthöchste Gebot für ein Gemälde. Nur das Porträt des Juan de Pareja von Diego Velázquez und ein Tizian hatten einen höheren Preis erzielt. Der Käufer schenkte es dem Dallas Museum of Art, in dessen Besitz (Inventarnummer 1979.28) es sich seither befindet. Später wurde bekannt, dass es sich bei den Spendern um Norma (1938–2023) und Lamar Hunt (1932–2006) handelte.[6]

Beschreibung

Eisblock mit Signatur

Das Bild zeigt eine Landschaft mit Eisbergen mit einladenden Farben, wie aus dem Untergrund beleuchteten Eisformationen und glänzend weißen Flächen der Eisberge, die die Blicke des Betrachters auf sich ziehen. Dass diese scheinbare Idylle voller Gefahren steckt wird durch den zerbrochenen Mast im Vordergrund und die Felsblöcke nahe der Eishöhle angedeutet. Church hatte mehrere Skizzen von schwimmenden Eisbergen im Nordatlantik vor der kanadischen Küste angefertigt, die ihm als Vorlagen dienten, und fertigte mehrere Gemälde zu diesem Thema. Zur Ausstellung in Boston gab es einen Begleitzettel (Bildlink) mit einer Beschreibung des Bildes. Darin wird dem Betrachter die Form, die Bewegung und die Oberfläche des Eisbergs beschrieben und es wird auf die Farben des Eises, des Meeres und des Himmel eingegangen. Church ließ die Eisberge im Licht der späten Nachmittagssonne saphir- und smaragdgrüne Farbtöne hervorbringen. Das weiße Eis in schattigen Bereichen stellte er in dunklen Blautöne dar. Die Spiegelung des grünen Wassers im Bogen der Eishöhle als grün schimmerndes Eis.

Der Betrachter scheint sich direkt auf einem Teil eines großen Eisbergs zu befinden, der wie eine Küstenlinie eine stille nach links offene Bucht bildet. Links ragen steil bis an die Oberkante des Bildes Eismassen empor. Rechts ist ein Teil der glatten Oberfläche des Eisbergs sichtbar, hinter dem wiederum hohe Eismassen sichtbar sind, die nach links bis weit über die Bildmitte ragen und den Hauptteil des riesigen Eisbergs bilden. Der Himmel ist wolkenverhangen, die Sicht in die Ferne ist jedoch klar. Im rechten Bildteil ist das Eis leicht ausgehöhlt und zeigt eine bläuliche Färbung. Der abgebrochene Mast im Vordergrund scheint an die gescheiterte Durchfahrt eines Segelschiffes zu erinnern. Auf dem links im Vordergrund sichtbaren fast durchsichtigen Eisblock befindet sich die Signatur[7] des Künstlers.

Es wird eine gewisse Ähnlichkeit mit der Darstellung der Gemäldereihe The Voyage of Life von Thomas Cole (National Gallery of Art, 1842) angenommen, der sein Mentor war.[8]

Rezeption

  • Der Lithograf Charles Risdon fertigte 1863 eine Chromolithografie des Werkes an.[9]
  • Das Bild wurde nach seiner Wiederentdeckung in dem Buch Die Nordwest-Passage der Time-Life-Reihe abgedruckt.[10]

Literatur

  • National Collection of Fine Arts, Smithsonian Libraries (Hrsg.): Frederic Edwin Church. Washington 1966 (englisch, archive.org).
  • Otto von Simson: Bilder aus der Neuen Welt : amerikanische Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts : Meisterwerke aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza und Museen der Vereinigten Staaten. Hrsg.: Thomas W. Gaehtgens. Prestel-Verlag, München 1988, ISBN 3-7913-0879-3, S. 49–56, hier S. 52–54 (Textarchiv – Internet Archive Leseprobe).
  • The Voyage of the Icebergs: Frederic Church’s Arctic Masterpiece. 2013 (issuu.com).
Commons: The Icebergs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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