The Volcano

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The Volcano, auch als Lava Fork volcano bezeichnet, ist ein kleiner Schlackenkegel in den Boundary Ranges der Coast Mountains im Nordwesten der kanadischen Provinz British Columbia. Er liegt ungefähr 60 km nordwestlich der kleinen Gemeinde Stewart nahe den Quellen des Lava Fork. Mit einer Höhe von 1656 m und einer Schartenhöhe von 311 m ragt er in einer entlegenen Gebirgskette, welche die Nordflanke eines vergletscherten Trogtales bildet, über die ihn umgebende zerklüftete Landschaft.

Schnelle Fakten Lava Fork volcano ...
The Volcano
Lava Fork volcano
The Volcano mit mächtiger schwarzer Scoria im Vordergrund
The Volcano mit mächtiger schwarzer Scoria im Vordergrund
Höhe 1656 m
Lage Cassiar Land District, British Columbia , Kanada
Gebirge Boundary Ranges (Coast Mountains)
Schartenhöhe 311 m
Koordinaten 56° 25′ 22″ N, 130° 51′ 0″ W
Topo-Karte NTS 104 B 7[1]
The Volcano (British Columbia)
The Volcano (British Columbia)
Typ Schlackenkegel
Letzte Eruption evtl. 1800[2]
Besonderheiten Teil der Northern Cordilleran Volcanic Province und des Iskut-Vulkanfeldes
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Der Lava-Fork-Vulkan ist mit einer kleinen Gruppe von Vulkanen assoziiert, die als Iskut-Vulkanfeld oder Iskut-Unuk River Cones bezeichnet werden. Dieses bildet einen Teil der viel größeren Northern Cordilleran Volcanic Province, welche sich von der Grenze von Alaska über das Yukon-Territorium bis nahe an die Hafenstadt Prince Rupert (British Columbia) erstreckt. Die eruptive Aktivität an The Volcano ist relativ jung, verglichen mit den meisten anderen Vulkanen der Northern Cordilleran Volcanic Province. Geologische Untersuchungen haben gezeigt, dass The Volcano und seine eruptiven Produkte in den letzten 400 Jahren abgelagert wurden; das ist sehr viel später als das Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 10.000 Jahren.

Geologie

The Volcano ist der am weitesten südlich gelegene von zehn Vulkanen, aus denen das Iskut-Vulkanfeld besteht, und derjenige mit der jüngsten Eruption.[2][3] Sein Gebäude ist schwach ausgebildet und wurde durch Erosion durch Gletschereis reduziert, das oft in entsprechender Höhenlage und in diesen Breitengraden anzutreffen ist. Er repräsentiert einen der wenigen in historischer Zeit aktiven Vulkane in der Northern Cordilleran Volcanic Province; seine Basishöhe wird auf 100 m geschätzt.[4][5] Wie die meisten anderen Schlackenkegel besteht auch The Volcano aus einem Pfeiler lockerer Vulkanasche, Lapilli-großer Tephra und vulkanischen Bomben. Diese wurden in Phasen von Lavafontänen-Aktivität abgelagert.[6] Das Schlotgebiet enthält vulkanische Bomben von bis zu 0,5 m Länge und kleine Ablagerungen von Schwefel, die von vulkanischen Gasen abgesondert wurden.[5]

Wie die anderen Iskut-Unuk River Cones hat The Volcano seinen Ursprung im kontinentalen Rifting — entlang eines langen Bruchs in der Erdkruste, wo die Lithosphäre auseinandergezogen wird. Dieses einsetzende Rifting ist ein Ergebnis dessen, dass die Pazifische Platte entlang der Queen-Charlotte-Verwerfung auf ihrem Weg zum Aleutengraben nordwärts gleitet.[7] Da die kontinentale Kruste gedehnt wird, brechen die oberflächennahen Gesteine entlang tief fallender, parallel zum Grabenbruch verlaufender Bruchstellen auf, die als Verwerfungen bezeichnet werden. Basaltisches Magma steigt entlang dieser Brüche empor und erzeugt effusive Eruptionen.[8] Die Bruchzone existierte mindestens über die letzten 14,9 Millionen Jahre und schuf die Northern Cordilleran Volcanic Province.[4][6] Mehrere ruhende Vulkane in dieser geologischen Provinz sind potentiell aktiv, wobei The Volcano einer von dreien ist, die in den letzten Jahrhunderten ausbrachen.[4] Der Tseax Cone, der zuletzt im 18. Jahrhundert ausbrach, ist der südlichste Vulkan der Provinz, wogegen der Vulkan Prindle im östlichsten Teil von Zentral-Alaska, der zuletzt vor mehr als 10.000 Jahren ausbrach, als der nördlichste angesehen wird.[7]

Vulkanische Vergangenheit

An The Volcano wurden mindestens zwei Phasen vulkanischer Aktivität identifiziert. Jedem Ausbruch folgte der Ausstoß länglicher basaltischer Lavaströme, welche die steilen granitischen Flanken der Bergkette hinabströmten, in der The Volcano liegt.[3][6.1] Danach strömten sie über 5 km durch das Lava Fork Valley.[3] Hier kreuzten die die heutige Grenze zwischen British Columbia und dem US-Bundesstaat Alaska und stauten den Blue River, einen Nebenfluss des Unuk River, sodass mehrere Seen entstanden.[3][9] Die Lavaströme sind insgesamt etwa 22 km lang und besitzen immer noch ihre ursprünglichen Eigenschaften vom Zeitpunkt ihrer Abkühlung, wozu u. a. Schollendome und Lavakanäle gehören. Eine Gruppe großer Bäume wurde während des Ausbruchs von den Lavaströmen überflutet. Die Basen der Bäume verbrannten, und die oberen Teile der Stämme und die Äste stürzten in die sich verfestigende Lava, sodass sie in die Oberfläche der Lavaströme eingebettet wurden. Nach der Verfestigung der Lava brachen die entstandenen Hohlräume und Lavaröhren in sich zusammen und bildeten vulkanische Gruben.[5] Am südlichen Ende eines dieser Lavaströme breitete sich dieser zu einem breiten Lappen auf der Oberfläche der Schwemmebene des Unuk River aus.[6] Vulkanasche und Lava von The Volcano lagert weiterhin auf kleinen Gletschern nahe dem Mount Lewis Cass, einem 2094 m hohen Berg nahe der Grenze zwischen Alaska und British Columbia.[10]

Braune Felsen liegen in einem vergletscherten Tal mit einem kleinen See auf der linken Seite.
Ein kürzlich ausgestoßener Strom von Pāhoehoe Lava breitet sich auf den vegetationsbestandenen Flanken einer Bergkette aus. Der alpine See in der linken oberen Ecke ist der südliche der beiden Lava Lakes.

Mindestens ein Lavastrom von The Volcano wurde 1905 durch den Vermesser Fremont Morse während einer Mission der International Boundary Commission dokumentiert. Morse schrieb 1906, dass der jüngste ausgestoßene Lavastrom „möglicherweise seit weniger als 50 Jahren“ existiert.[10] Seit dem Bericht von Morse wurde durch die Anwendung von dendrochronologischer und von Radiokarbondatierung die Daten der beiden vulkanischen Phasen von The Volcano ermittelt. Die erste Phase wird danach auf ein Alter von 360 Jahren geschätzt, die zweite auf möglicherweise nur 150 Jahre.[5][6] Dies zeigt an, dass The Volcano der jüngste bekannte Vulkan in Kanada ist und dass seine vulkanische Aktivität heutzutage mit der anderer Vulkane in British Columbia verglichen wird.[5] In verschiedenen Dokumenten wird der letzte Ausbruch des Vulkans auf 1904 datiert.[11][12] Laut dem Global Volcanism Program der Smithsonian Institution wird diese Angabe jedoch als unsicher angesehen.[2]

Obwohl der letzte Ausbruch von The Volcano auf vor 150 Jahren geschätzt wird, ist er einer von fünf Vulkanen der Northern Cordilleran Volcanic Province, deren Seismizität seit 1985 aufgezeichnet wird; die anderen sind der Castle Rock (zwei Ereignisse), der Hoodoo Mountain (acht Ereignisse), die Crow Lagoon (vier Ereignisse) und der Mount Edziza Volcanic Complex (acht Ereignisse).[13.1] Die seismischen Daten legen nahe, dass diese Vulkane immer noch aktive Magmakammern enthalten, was anzeigt, dass die Vulkane der Northern Cordilleran Volcanic Province immer noch aktiv sind und von ihnen bedeutende potentielle Gefahren ausgehen.[13][14] Die seismische Aktivität korrespondiert sowohl mit einigen der jüngst in Kanada entstandenen Vulkane als auch mit solchen bestehenden Vulkanen, die im Verlauf ihrer Historie eine hohe explosive Aktivität auswiesen, wie das beim Hoodoo Mountain und dem Mount Edziza Volcanic Complex der Fall ist.[13]

Geschichte

Namensstreit

Der Name des Gipfels wurde 1979 von einem Entdecker namens Chris Dickinson während der Cambridge Coast Mountains Expedition vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde am 24. November 1980 angenommen, sodass es seither der offizielle Name ist.[1] Er taucht jedoch normalerweise nicht in irgendeiner vulkanologischen Quelle auf. Informell wird er stattdessen als Lava Fork oder Lava Fork volcano bezeichnet, da er eng mit dem Fließgewässer gleichen Namens assoziiert ist.[1][3][5] Der Grund für diese Kontroverse besteht darin, dass The Volcano eine generische Bezeichnung ist. Beim Sprechen ist es (im Englischen) nicht offensichtlich, ob The Volcano (das konkrete Objekt) oder the volcano (als allgemeine Bezeichnung für feuerspeiende Berge) gemeint ist, was zu Verwirrung führen kann. Ähnlich benannte Vulkane in Kanada sind der Volcano Vent (dt. „Vulkanschlot“) im Tuya-Vulkanfeld in Nordwesten von British Columbia und der Volcano Mountain (dt. „Vulkanberg“) im Fort-Selkirk-Vulkanfeld im zentralen Yukon-Territorium.[6][15.1] Bis 2009 wurde die inoffizielle Bezeichnung für The Volcano durch Natural Resources Canada benutzt.[5]

Schutz und Monitoring

The Volcano, seine eruptiven Produkte und eine reiche Mineralquelle werden durch den Lava Forks Provincial Park geschützt. Als Class-A-Provincial Park 2001 eingerichtet, bedeckt dieses extrem entlegene Schutzgebiet eine Fläche von 7.000 ha. Innerhalb seiner Grenzen liegen auch die Lava Lakes, zwei durch von The Volcano stammenden Lavaströmen gestaute Seen. Im erklärten traditionellen Territorium der Tahltan First Nation gelegen, bietet der Lava Forks Provincial Park einen Ort zum Studium ökologischer Prozesse im Zusammenhang mit der Primärsukzession bzw. der Besiedlung mit Vegetation nach einer massiven Störung. Nach 150 Jahren nicht-eruptiver Aktivität hat sich auf der Oberfläche der Lavaströme Vegetation angesiedelt, die aus Moosen und Flechten besteht. Die biogeoklimatischen Zonen der Western Hemlock, der Mountain Hemlock und der Alpinen Tundra kommen in dem Gebiet vor, die einen Teil der Ökosektion Boundary Ranges bilden.[11]

Wie andere Iskut-Unuk River-Vulkane wird auch The Volcano nicht eng genug durch die Geological Survey of Canada überwacht um den Status seiner Aktivität beurteilen zu können. Das Canadian National Seismograph Network wurde eingerichtet, um Erdbeben in ganz Kanada überwachen zu können, aber die Messstellen sind zu weit entfernt, um einen exakten Hinweis auf Aktivitäten unter dem Berg bieten zu können. Das seismographische Netzwerk könnte einen Anstieg der seismischen Aktivität erst dann registrieren, wenn The Volcano sehr unruhig würde, aber dies könnte auch nur die Warnung vor einem großen Ausbruch sein; das System könnte die Aktivität erst dann entdecken, wenn der Ausbruch schon begonnen hätte.[16] Wenn The Volcano ausbräche, würden Prozesse zur Abstimmung von Hilfsbemühungen in Gang gesetzt. Der Interagency Volcanic Event Notification Plan wurde geschaffen, um die Nachrichtenketten unter den wichtigsten Behörden festzulegen, die auf Vulkanausbrüche in Kanada, nahe der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten oder irgendeinen Ausbruch reagieren müssten, der Kanada beträfe.[17]

Gefährdungen durch den Vulkan

Übersichtsbild über zwei Seen, die von Vegetation umgeben sind, und von Gletschereis bedeckten Bergketten
Topographische Karte von The Volcano und der umgebenden Landschaft; die dunkelblauen Linien stellen Fließgewässer dar, mittelblaue Flächen sind Gletscher, hellblaue Flecken sind die Lava Lakes, grüne Zonen sind vegetationsbedeckte Gebiete und braune Flächen sind die von The Volcano ausgestoßenen Lavaströme.

Im Iskut-Unuk River-Vulkanfeld gab es in den letzten 10.000 Jahren mindestens sieben Eruptionen. Seit etwa 1600 fanden alle Ausbrüche an The Volcano mit einem Gesamtvolumen von 2,2 km³ statt.[2][5] Künftige Eruptionen an The Volcano werden von der Art und Weise her möglicherweise ähnlich denen sein, die in seiner 360jährigen eruptiven Historie stattfanden.[5] Es gibt eine Wahrscheinlichkeit von 1:200 pro Jahr dafür, dass in Kanada ein Ausbruch stattfindet und eine Wahrscheinlichkeit von 1:220 pro Jahr für eine effusive Eruption.[18] Ein Ausbruch in der absehbaren Zukunft ist vielleicht in der Northern Cordilleran Volcanic Province eher wahrscheinlich als in den nicht zu ihr in Beziehung stehenden vulkanischen Zonen außerhalb dieser Provinz. Das rührt daher, dass die Northern Cordilleran Volcanic Province, welche auch die Iskut-Unuk River Cones umfasst, die aktivste vulkanische Zone in Kanada ist.[4][5]

Auswirkungen

Einige wenige Auswirkungen werden von künftigen Ausbrüchen von The Volcano erwartet. Seine entlegene Lage in unbewohntem Gebiet senkt die Gefahr extremer Gefährdungen durch Vulkane und die damit verbundenen Auswirkungen. Asche und Gesteinsfragmente (Tephra), die von Lavafontänen ausgestoßen werden, können den regionalen Luftverkehr wahrscheinlich nicht beeinträchtigen. Sie können jedoch tiefer fliegende Flugzeuge gefährden, die sich entlang des nördlichen küstennahen Korridors zwischen Vancouver und Alaska bewegen.[5] Die nächstgelegene wichtige Luftstraße liegt etwa 170 km östlich.[19] Vulkanasche reduziert die Sicht und kann Triebwerksausfälle verursachen oder andere Systeme der Flugzeuge beschädigen.[20]

Die von künftigen Ausbrüchen ausgestoßenen Lavaströme würden wahrscheinlich basaltisch sein, wenn man von der Zusammensetzung bei vergangenen Ausbrüchen ausgeht.[5] Basaltische Lavaströme haben einen geringen Silicium-Gehalt und können sich schnell ausbreiten und rasch die Hänge herunterfließen.[21] Der letzte Ausbruch von The Volcano vor 150 Jahren hatte großen Einfluss auf die im Gebiet vorkommenden Fische, Pflanzen und Säugetiere, als sich die Lavaströme durch die Täler über die Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten bewegten.[22] Aufgrund dieser Umstände könnten künftige Ausbrüche gleichfalls die lokalen Fließgewässer stauen, wenn das Volumen der ausgestoßenen Lava groß genug ist. Dies hätte erneut katastrophale Auswirkungen auf die Lebensräume und Laichgebiete der Fische.[5] Es gibt jedoch weder Aufzeichnungen über die Einflüsse auf Menschen während dieses Ausbruchs noch Hinweise darauf, dass er überhaupt von Menschen beobachtet wurde.[22] Erneute Wald- und Landschaftsbrände im Lava Fork Valley sind aufgrund des Vorhandenseins von Vegetation auf und um die vorhandene ausgestoßene Lava ebenso möglich.[11]

Siehe auch

Commons: The Volcano (British Columbia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • The Volcano In: Canadian Geographical Names Data Base (CGNDB, englisch)
  • The Volcano. Abgerufen am 12. Januar 2026 (englisch, Login erforderlich).

Einzelnachweise

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