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Theodor von Karajan

österreichischer Germanist, Historiker und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Theodor Georg von Karajan, seit 1869 Ritter von Karajan (* 22. Jänner 1810 in Wien; † 28. April 1873 ebd.),[1] war ein griechischstämmiger österreichischer Germanist, Historiker und Politiker.

Theodor Georg von Karajan, Lithographie von Adolf Dauthage, 1853
Lithographie von Carl Friedrich Irminger, 1847
Wappen der Familie von Karajan, österreichischer Ritterstand 1869.

Familie

Theodor von Karajan stammt von einer Familie namens Karagiannis griechischer[2][3] Herkunft aus Kozani (damals unter dem Namen Rumelien zum Osmanischen Reich gehörend, heute Nordgriechenland) in Makedonien, die dort 1743 erstmals urkundlich erwähnt ist, und war der Sohn des Kaufmanns Georg Karajan, eigentlich Geórgios Karagiánnis, Inhaber einer Baumwollhandlung im kursächsischen Chemnitz. Georg Karajan wurde mit Ehefrau und seinen Söhnen Dimitrios und Theodor am 1. Juni 1792 während des Reichsvikariates durch den sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. in den erblichen Reichsadelsstand erhoben. Die Anerkennung dieses Adelsstandes in Österreich erfolgte für dessen Witwe und die Söhne durch Erlass vom 4. Januar 1832.

Theodor von Karajan war der Vater des Max Theodor von Karajan, Großvater von Ernst von Karajan und Urgroßvater des Dirigenten Herbert von Karajan (1908–1989).

Leben

Theodor von Karajan studierte von 1826 bis 1828 Philosophie an der Universität Wien und schloss mit einer Promotion ab. Danach trat er in den österreichischen Staatsdienst ein und arbeitete beim Hofkriegsrat, beim Hofkammerarchiv und schließlich in der Hofbibliothek.

Aufgrund seiner historischen Forschungen, insbesondere über Vergleichende Sprachwissenschaften und das Mittelalter wurde er ab den 1840er Jahren Mitglied und Ehrenmitglied zahlreicher historischer und akademischer Vereinigungen in ganz Europa. 1848 wurde Karajan Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, der er ab 1851 als Vizepräsident und ab 1866 als Präsident vorstand.

Vom 24. Mai bis zum 20. September 1848 war er Abgeordneter für Guntersdorf in der Frankfurter Nationalversammlung, in der er zur Casino-Fraktion zählte.

1853 wurde Karajan auch korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften,[4] 1859 auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[5] Seit 1859 war er korrespondierendes Mitglied und seit 1864 Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.[6]

Von 1867 bis zu seinem Tod war er Mitglied des Österreichischen Herrenhauses.

Theodor von Karajan wurde mit allerhöchster Entschließung vom 27. Mai 1869 von Kaiser Franz Joseph I. in Wien mit dem Ritterkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet[7] und aufgrund der Ordensstatuten als „Ritter von Karajan“ im September 1869 in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben.[8]

Theodor von Karajan starb am Dienstag, den 28. Oktober 1873 um 23:30 Uhr im Haus Fleischmarkt Nr. 1 im Griechenviertel (jetzt steht da der Orendihof) an einem Lungenödem. Am folgenden Donnerstag wurde seine Leiche am Sankt Marxer Friedhof bestattet.[9]

Würdigung

Werke (Auswahl)

  • Frühlingsgabe für Freunde älterer Litteratur. Braumüller, Wien 1839 (Digitalisat).
  • Michael Beheim's Buch von den Wienern 1462–65. Hölzl, Wien 1843 (Digitalisat).
  • Deutsche Sprach-Denkmale des 12. Jahrhunderts. Braumüller und Seidel, Wien 1846 (Digitalisat).
  • Verbrüderungs-Buch des Stiftes St. Peter zu Salzburg. Wien 1852.
  • Über Heinrich den Teichner. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1855 (Digitalisat).
  • Die alte Kaiserburg zu Wien vor 1500. Wien 1863.
  • Abraham a Sancta Clara. Gerold, Wien 1867 (Digitalisat).

Er eröffnete auch 1855 die Fontes rerum austriacarum durch eine Ausgabe Kleiner Quellen zur Geschichte Österreichs.

Literatur

Einzelnachweise

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