Theodor Krücke

deutscher Lehrer, Pastor und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Theodor Krücke (* 23. Mai 1835 in Langenholzhausen; † 11. Oktober 1912 in Lichterfelde bei Berlin) war ein deutscher Lehrer, Pastor und Politiker.

Theodor Krücke

Leben

Krücke war der zweite Sohn des in Langenholzhausen tätigen Pastors Wilhelm Krücke. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Lemgo und Studium in Erlangen sowie Berlin wurde er am 6. März 1861 zum Landeskandidaten ernannt. Nach kurzer Zeit als Hilfsprediger in Bremen erhielt Theodor Krücke die Stelle als Hilfslehrer am Fürstlichen Schullehrerseminar und Gymnasium zu Detmold. 1884 bestand er das Staatsexamen.

Im April 1865[1] wurde Krücke als 17. Pastor an die evangelische Kirche in Wüsten berufen.[2] In seinen Pastoralberichten von 1868 bis 1871 beschrieb Krücke den Ort und dessen Einwohner unter anderem folgendermaßen:

„3. Juni 1870: Die Wüstener, obwohl viel individueller als es jetzt meist die modernen Menschen sind, sind urkonservativ sowohl in guter wie in schlechter Beziehung und nehmen daher jede Neuerung zunächst mißtrauisch auf und bleiben lieber beim schlechten Alten, als daß sie gutes Neues aufnehmen. Ein Pastor der die Absicht hat und die Befähigung, könnte sich hier leichter zu einem Papst machen! Sie lieben daher auch Autoritätspredigten und es ist Ihnen nicht lieb, daß ich nicht in dieser Weise predige, sondern den Weg des Beweises aus der Schrift gehe.[3][4]

Zwölf Jahre später ging Krücke im April 1977[1] als Pastor nach Salzuflen und war dort über zehn Jahre im Amt.

Se. Durchlaucht der Fürst haben gnädigst geruht, die erledigte Pfarrstelle zu Salzuflen dem von dem dortigen Magistrate präsentierten Pastor Krücke zu Wüsten zu verleihen.
Detmold, den 11. December 1876. / Fürtlich Lippisches Consitorium. / B. Meyer.
[5]

In Salzuflen setzte sich Krücke unter anderem mit großem Eifer für die Erweiterung der im Jahre 1875 gegründeten Kinderheilanstalt ein.[6]

Krücke war Mitglied der ersten Lippischen Landessynode, in die er von der Klasse-Detmold als einer der drei geistlichen Vertreter gewählt wurde.

Am 20. Januar 1887 wurde Theodor Krücke zum Pastor der Schlosskirchengemeinde der brandenburgischen Kleinstadt Altlandsberg gewählt. Hier war er bis zum Oktober 1909 tätig.[7]

Theodor Krücke starb am 11. Oktober 1912 in Lichterfelde bei Berlin.

Politik

Im Herbst 1876 nahm Krücke als Kandidat an der Wahl zum Lippischen Landtag teil.[8]

Im 7. Wahlbezirk wurde aufgrund von Stimmengleichheit zwischen Krücke und Wilhelm Büxten eine Stichwahl angeordnet. Folgendes Resultat hat sich dabei herausgestellt:[9]

OrtStimmen für
Büxten
Stimmen für
Krücke
Schötmar14827
Grastrup56149
Wüsten9303
Ahmsen6240
Bexten11081
Lockhausen6326
Lindemannsbusch4432
Nienhagen2360
Oerlinghausen1776
Scherenkrug3669
Helpup11745
Leopoldshöhe6378
Evenhausen6658
Gesamt974974

Da nun wieder eine Stimmengleichheit erzielt wurde, wurde die Wahl per Losentscheid für Büxten entschieden.

Literatur

  • Volker Wehrmann: Unter dem Volke und mit dem Volke gelebt  Die vertraulichen Berichte der Pfarrer an das Fürstlich Lippische Konsistorium 1840  1880. Hrsg.: Lippische Landeskirche. Topp+Möller, Detmold 1998, S. 15, 38, 313, 319.
Commons: Theodor Krücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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