Theodore Sutro
deutsch-amerikanischer Rechtsanwalt und Politiker
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Theodore Sutro, eigentlich Theodor Simon Sutro, Pseudonym Theortus, (geb. 14. März 1845 in Aachen; gest. 28. August 1927 in New York City) war ein deutsch-amerikanischer Rechtsanwalt und Politiker.

Leben
Otto Sutro stammte aus einer jüdischen Familie, die in Aachen Textilien herstellte. Er war das jüngste von elf überlebenden Kindern des Ehepaars Emanuel Sutro (1791–1847) und Rosa, geb. Warendorff (1803–1883). Otto Sutro und Adolph Sutro waren seine Brüder.[1]

Nach dem Tod von Emanuel Sutro wanderte Rosa Sutro 1850 mit acht Kindern in die USA aus und ließ sich in Baltimore nieder. Er besuchte Schulen in Baltimore sowie das Internat Phillips Academy bis 1864 und studierte Jura an der Harvard University und der Columbia University. Zwischen 1865 und 1868 arbeitete er im Import-Geschäft, das seine Brüder aufgebaut hatten.[1] Nach seinem Abschluss 1874 wurde er als Rechtsanwalt in New York zugelassen, ab 1878 auch vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten.
In seinem Beruf erwarb sich Theodore Sutro große Anerkennung, vor allem durch zwei berühmte Fälle, in denen er erfolgreich war. Als 1887 das von seinem Bruder Adolph Sutro betriebene riskante Projekt des Comstock Tunnels zur Entwässerung der Comstock Lode in eine finanzielle Notlage geriet und vor der Zwangsversteigerung stand, gelang es Theodor Sutro, diese abzuwenden und neue Investoren zu finden. Er gründete die Comstock Tunnel Company, die er bis 1894 erfolgreich als Präsident leitete.
Der andere prominente Fall betraf das Erbe des Marinemalers Edward Moran. Sutro vertrat die Witwe des Malers in einem aufsehenerregenden Fall, der durch mehrere Instanzen ging, gegen die Testamentsvollstrecker. Am Ende erreichte er die Herausgabe der berühmten dreizehn Seestücke zur Geschichte der Vereinigten Staaten.
Von 1889 bis 1894 praktizierte er in einer Gemeinschafskanzlei mit Edward Salomon und Rudolf Dulon, dem Schwager von Genral Franz Sigel, als Salomon, Dulon & Sutro. Die Kanzlei vertrat vor allem deutsche und Schweizer Interessen in den USA.
1895 ernannte Bürgermeister William Lafayette Strong Theodore Sutro zum Steuerkommissionär (Commissioner of Taxes) der Stadt New York. Er übte dieses Amt drei Jahre lang aus.
1911 war Sutro Kandidat für das Amt des US-Senators von New York, und 1913 für das Amt des Comptroller of the City of New York.
Sutro war in einer Vielzahl von Berufsverbänden und deutsch-amerikanischen Vereinigungen aktiv. Er war Ehrenpräsident der Vereinigten Deutschen Gesellschaften, Präsident des Deutschamerikanischen Staatsverbands New York, Vizepräsident des Deutschamerikanischen Nationalbunds, und Mitglied von Anwaltsverbänden wie der International Law Association, American Tax Association, American Bar Association, New York State Bar Association, New York County Lawyers' Association, Society of Medical Jurisprudence und „ungefähr zwanzig weiterer deutscher und amerikanischer Vereine und Clubs“.[2] 1894 löster er Valentin Oswald Ottendorfer als Präsident der German-American Reform Union ab, einer besonders in den 1890er Jahren enflussreichen Lobby-Organisation deutschsprachiger Einwanderer.
Ab 1912 leitete er das die German Publication Soiety, und von 1913 bis 1916 war er Herausgeber der Zeitung Deutsches Journal. Er erreichte, dass der Staat New York den Familiensitz des deutschstämmigen Generals im Unabhängigkeitskrieg Nicholas Herkimer erwarb und für die Nachwelt erhielt.[1]
Sutro besuchte Deutschland in den Jahren 1907 und 1913. 1913 versuchte er im Auftrag der deutschamerikanischen Vereinigungen vergeblich, eine deutsche Beteiligung an der Panama-Pacific International Exposition zu erreichen. Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg versicherte ihm, dass lediglich wirtschaftliche Gründe einer deutschen Beteiligung entgegn stünden.[1] Mit dem Ersten Weltkrieg ging sein Einfluss stark zurück.

1884 heiratete Theodore Sutro die in London geborene Florence Edith Clinton (1865–1906). Die Ehe blieb kinderlos. Das Paar lebte an der Upper West Side (320 W. 102nd St.), während sich Sutros Kanzlei im Woolworth Building befand.
Als Theodore Sutro 1927 starb, bezeichnete ihn die New York Times in ihrem Nachruf als einen der führenden Deutsch-Amerikaner der Stadt.[3] Er wurde auf dem Kensico Cemetery in Valhalla (New York) beigesetzt.
Werke
- The Sutro tunnel company and the Sutro tunnel. New York : [Press of J. J. Little & co.], 1887 (Digitalisat)
- Milestones on Life's Pathway. 1904
- Thirteen Chapters of American History represented by the Edward Moran series of Thirteen Historical Marine Paintings . 1905 (Volltext)
Literatur
- Theodor Sutro, in: Otto Spengler (Hrsg.): Das deutsche Element der Stadt New York., New York City 1913, S. 261
- Sutro, in Carl Wilhelm Schlegel: Schlegel's German-American Families in the United States: Genealogical and Biographical, Illustrated.Band 2, New York 1917, S. 17–43, bes. S. 23ff
- Cyrus Adler, Frederick T. Haneman: SUTRO, THEODORE. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Band 11, Funk and Wagnalls, New York 1901–1906, S. 606.
Weblinks
- Theodore Sutro in der Datenbank Find a Grave