Thermocladium
Gattung der Familie Thermoproteaceae
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Thermocladium ist eine Gattung von Archaeen in der Familie Thermoproteaceae der Klasse Thermoprotei. Derzeit (7. November 2025) gibt es nur eine gültig veröffentlichte Art der Gattung, Thermocladium modestius aus sauer-heißen Quellen in Japan. Referenzstamm ist IC-125T alias JCM 10088T.[2][3][4][1] Darüber hinaus gibt es aus der Metagenomik Hinweise auf zwei weitere Arten, eine (Stamm ECH_B) vom Yellowstone-Nationalpark (USA)[5] und eine (Stamm UBA166) von der Datun-Vulkangruppe (大屯火山群 englisch Tatun Volcanic Group, TVG), Nord-Taiwan[6] (s. u.).[4][3]
| Thermocladium | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Thermocladium | ||||||||||||
| Itoh, Suzuki & Nakase 1998[1] |
Beschreibung
Wie von Itoh, Suzuki und Nakase 1998 berichtet, wurden von ihnen drei Stämme extrem thermophiler, stäbchenförmiger Vertreter der Thermoproteota (früher als „Crenarchaeota“ bezeichnet) aus sauer--heißen Quellen in Japan isoliert, die ein und derselben Spezies Thermocladium modestius zugeordnet werden, darunter der Referenzstamm IC-125 alias JCM 10088. Die Zellen dieser drei Stämme sind gerade oder leicht gekrümmte Stäbchen; sie können einzeln, aber auch ausgedehnt verzweigt sein oder kugelförmige Körper an den Stäbchen-Enden haben. Diese Mikroorganismen wachsen heterotroph und anaerob oder mikroaerob (bei nur wenig Sauerstoff). Kohlendioxid (CO2), Archaeen-Zellextrakte und Vitaminmischungen können das Wachstum der Stämme stimulieren. Das Wachstum erfolgt bei 45–82 °C (optimal 75 °C) und einem pH-Wert von 2,6–5,9 (optimal 4,0). Die Stämme nutzen Glykogen, Stärke, Gelatine und proteinhaltige komplexe Verbindungen als Kohlenstoffquellen. Als mögliche Elektronenakzeptoren dienen Schwefel, Thiosulfat oder L-Cystin. Ihre Lipide bestehen insbesondere aus verschiedenen cyclischen Glycerin-Bisdiphytanyl-Glycerin-Tetraethern.[7] Der G+C-Gehalt der DNA ihres Genoms beträgt 52 mol%. Aufgrund der hohen DNA-DNA-Hybridisierungswerte wurden die drei Stämme einer einzigen Spezies zugeordnet.[1]
Artenliste
Die derzeit akzeptierte Taxonomie basiert auf der List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN),[2] sowie dem U.S. National Center for Biotechnology Information (NCBI)[3] und der Genome Taxonomy Database (GTDB).[4] Die folgende Liste hat den Stand 7. November 2025:
Gattung Thermocladium Itoh et al. 1998(L,N,G)[1]
- Spezies Thermocladium modestius Itoh et al. 1998(L,N,G)[1] (Typusart(L))
- Stamm IC-125(L,N) alias JCM 10088(L,N,G)
– Fundort: Solfatar-Schlamm der sauer-heiße Quelle Noji-Onsen (Kanji-japanisch 野地温泉) nahe dem Vulkan Azuma-Kofuji bei Fukushima, Japan[1] - Stamm IC-139 alias JCM 10089[1]
– Fundort: sauer-heiße Quellen in Japan Kawayu-Onsen (川湯温泉, siehe Senmō-Hauptlinie §Züge), Hokkaido, Japan[1] - Stamm IC-142 alias JCM 10090[1]
– Fundort: sauer-heiße Quellen in Japan, Tamagawa-Onsen (玉川温泉の北投石 Tamagawa onsen no hokutōseki), Towada-Hachimantai-Nationalpark, Präfektur Akita, Japan.[1]
- Stamm IC-125(L,N) alias JCM 10088(L,N,G)
- Spezies Thermocladium sp001516585(G) [Thermocladium sp. ECH_B(N)[5]]
- Stamm ECH_B(N,G)[5]
– Fundort: Heiße Quelle am Echinus Geyser[8][9] (Gebiet Echinus Geyser/Black Pit Spring/Sulphur Pool/Realgar Creek) Norris-Geysir-Becken, Yellowstone-Nationalpark, USA(N)
- Stamm ECH_B(N,G)[5]
- Spezies Thermocladium sp002508315(G) [Thermocladium sp. UBA166(N)[6]]
- Stamm UBA166(N,G)[6]
– Fundort: Thermalquelle Shi-Huang-Ping (SHP),[10] (alias Szehuangtzeping), eine sauer-heiße Quelle der Datun-Vulkangruppe (大屯火山群, Tatun Volcanic Group, TVG), Nord-Taiwan(N)
- Stamm UBA166(N,G)[6]
- (L) – List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature (LPSN)[2]
- (N) – Taxonomie des National Center for Biotechnology Information (NCBI)[3]
- (G) – Genome Taxonomy Database (GTDB)[4]
Etymologie
Der Gattungsname Thermocladium leitet sich ab von altgriechisch θερμός thermos, deutsch ‚heiß‘ und κλαδίον kladion, deutsch ‚Zweig‘; des neulateinische ‚Thermocladium‘ meint also einen heißen Zweig, was auf die Möglichkeit des verzweigten Wachstums in einer heißen Umgebung hinweist.[2]
Das Art-Epitheton modestius ist lateinisch und bedeutet ‚bescheiden‘, ‚gemäßigt‘ ; es verweist auf den vergleichsweise gemäßigten Wachstumstemperaturbereich.[2]