Thomas Farriner
englischer Bäcker
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Thomas Farriner (* um 1615; † 20. Dezember 1670 in London) war ein englischer Bäcker. Seine Bäckerei in der Pudding Lane gilt als Ausgangspunkt für den Großen Brand von London am 2. September 1666.
Überlieferte alternative Schreibweisen seines Nachnamens sind Farynor, Farrinor, Farryner und Faryner. Er ist vermutlich von farine abgeleitet, dem französischen Wort für Mehl.[1]
Biografie
Farriner trat 1637 der Bäckergilde Worshipful Company of Bakers bei und besaß 1649 ein eigenes Geschäft an der Pudding Lane im südöstlichen Teil der City of London.[2] Die Bäckerei führte er zusammen mit seiner Frau Mary, die er ebenfalls 1637 geheiratet hatte; das Ehepaar hatte zwei Töchter und einen Sohn.[3] Der verwitwete Farriner (Mary war 1665 gestorben) war Mitte der 1660er Jahre ein angesehener Bäcker in London und versorgte unter anderem die Royal Navy während des Zweiten Englisch-Niederländischen Kriegs mit Schiffszwieback. Darüber hinaus war er als Kirchenvorstand tätig.[2]
Kurz nach Mitternacht am 2. September 1666 wurde Farriner in seinem Haus durch dichten Rauch geweckt, der unter seiner Schlafzimmertür hervorquoll. Wie sich herausstellte, war seine Backstube im Erdgeschoss in Brand geraten. Farriner und seine Familie konnten durch ein Fenster im Obergeschoss fliehen, doch ihre Magd weigerte sich, ihnen zu folgen, da sie Angst hatte, auf die Straße zu stürzen. Als das Haus niederbrannte, kam sie in den Flammen ums Leben und war somit das erste Opfer des Großen Brandes von London geworden.[4]
Nachdem der Brand drei Tage später erloschen war und über drei Viertel der City of London zerstört hatte, baute Farriner sein Geschäft wieder auf. Er und zwei seiner Kinder gehören zu den Mitunterzeichnern einer gerichtlichen Erklärung, die den französischen Uhrmacher Robert Hubert fälschlicherweise beschuldigte, das Feuer vorsätzlich mit Hilfe von Brandbomben ausgelöst zu haben.[5] Farriner starb 1670 im Alter von 54 oder 55 Jahren.
Literatur
- Stephen Porter: Farriner, Thomas. In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X; doi:10.1093/ref:odnb/76314 (Lizenz erforderlich), Stand: 2004.