Til Schindler

deutscher Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Til Schindler (* 28. Mai 1993 in München) ist ein deutscher Schauspieler und Gewinner des Bayerischen Filmpreises in der Kategorie Entdeckung.[1]

Leben

Schindler absolvierte 2015–2019 sein Schauspielstudium an der Universität der Künste Berlin, wo er 2019 auch im Studiengang Szenisches Schreiben studierte.[2]

Schindler spielte von 2009 bis 2011 im Jugendclub des Residenztheaters München. 2011 erhielt er dort ein Gastengagement für das Stück Dreck unter Regie von Manuela Kücükdag. Ein weiteres Gastengagement führte ihn ans Deutsche Theater Berlin, wo er 2017–2018 im Stück Your Very Own Double Crisis Club unter der Regie von András Dömötör spielte.

Im Jahr 2016 spielte er eine Episodenrolle als deutscher Soldat Werner Lenard in der US-amerikanischen Serie Genius: Einstein (Regie: James Hawes) und an der Seite seines Zwillingsbruders Frederik Schindler als Tim und Tom in dem Kinospielfilm Königin von Niendorf von Joya Thome. Im selben Jahr spielte er auch eine Ensemblerolle als linksradikaler Aktivist Volker in Bruce LaBruces Kinospielfilm The Misandrists, der 2017 auf den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin – Berlinale in der Sektion Panorama Premiere hatte und 2018 in den USA in den Kinos startete.[3]

Schindler spielte 2018 den deutschen Soldaten Felix Becker in dem britisch-französischen Kurzfilm Attrition für France 3 und in Deutscher Gebärdensprache die Episodenhauptrolle des gehörlosen Felix Anzer in der ZDF-Serie SOKO München. Außerdem spielte er in der ZDF-Serie Die Spezialisten den US-amerikanischen GI Michael Jenkins.

Von 2019 bis 2023 war Schindler Ensemblemitglied am Schauspielhaus Wien.

Im Februar 2021 war Schindler Teil der Initiative #ActOut im SZ-Magazin, zusammen mit 184 anderen lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, intergeschlechtlichen und transgender Personen aus dem Bereich der darstellenden Künste.[4][5]

Seit 2023 arbeitet er freischaffend und war unter anderem am Volkstheater Wien und am Deutschen Theater Berlin engagiert.

Im Jahr 2025 feierte der Film Scham von Lukas Röder Premiere auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis. In dem Mutter-Sohn-Kammerspiel spielt er an der Seite von Heike Hanold-Lynch die Hauptrolle des Aaron, der nach Jahren Funkstille seine Mutter besucht, um seine traumatische Kindheit voller Gewalt und Missbrauch aufzuarbeiten.[6] Seine schauspielerisch Leistung beschreibt Dieter Oßwald auf dem Arthaus-Portal Programmkino.de als Tour de Force. Mit Leinwandpräsenz und großer Glaubwürdigkeit mache er das karge Kammerspiel zu einer emotionalen Achterbahnfahrt der fordernden Art.[7] Über die Reaktion des Publikums auf das harte Thema berichtet der Schauspieler im Interview mit dem Online-Portal Queer.de: "Es sind ganz viele Menschen auf uns zugekommen, die gesagt haben, dass sie automatisch ihre eigene Eltern-Kind- oder Kind-Eltern-Beziehung zu dem Film ins Verhältnis gesetzt haben, auch wenn diese gar nichts mit Gewalt oder Missbrauch zu tun hat. Darum geht es auch nur nebensächlich, vor allem geht es eben um diese eine, diese so zentrale Beziehung im Leben von fast jedem Menschen.[8]

Ehrungen und Auszeichnungen

Filmografie (Auswahl)

Theatrografie

Einzelnachweise

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