Tomoko Miho

US-amerikanische Grafikdesignerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Tomoko Miho (* 2. September 1931 in Los Angeles; † 10. Februar 2012 in New York) war eine US-amerikanische Grafikdesignerin.[1] Sie verband in ihrem Werk Prinzipien des europäischen Modernismus mit einer japanischen Raumauffassung und galt als zurückhaltende, präzise Gestalterin.[2] Im Jahr 1993 wurde sie mit der AIGA Medal ausgezeichnet.[3] Arbeiten von ihr befinden sich im Museum of Modern Art (MoMA).[4]

Leben

Miho, geborene Kawakami, wurde in Los Angeles geboren und verbrachte ihre frühen Jahre im Internierungslager Gila River in Arizona.[5] Sie studierte an der Minneapolis School of Art und der Art Center School in Los Angeles und erwarb einen Abschluss in Industriedesign.[5] Auf einer längeren Reise durch Europa gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Designer James Miho, traf sie Giovanni Pintori, Hans Erni und Herbert Leupin und besuchte die Hochschule für Gestaltung Ulm.[5] Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten kam sie über George Tscherny zu Irving Harper ins Büro von George Nelson, wo sie in den frühen 1960er-Jahren arbeitete und schließlich die Grafikabteilung leitete.[6] In dieser Zeit und danach arbeitete sie eng mit dem Möbelhersteller Herman Miller zusammen und wechselte später nach Chicago zum von John Massey gegründeten Center for Advanced Research in Design (CARD).[6] Im Jahr 1982 gründete sie in New York das Studio Tomoko Miho Design.[6] In den 1980er-Jahren führte sie zudem ein eigenes Büro unter dem Namen Tomoko Miho & Co.[5]

Wirken

Mihos Werk umfasst Corporate Design, Publikationen, Ausstellungs- und Leitsysteme sowie Architekturplakate; charakteristisch sind Klarheit, räumliche Balance und die Verbindung von europäischem Modernismus mit japanischer Sensibilität.[2] Zu ihren Auftraggebern zählten Institutionen wie das Museum of Modern Art, die Smithsonian Institution mit dem National Air and Space Museum, die Isamu-Noguchi-Foundation und die Willem-de-Kooning-Foundation.[5] Gemeinsam mit Lance Wyman entwickelte sie ein Leitsystem für die New Yorker Pennsylvania Station.[6] Bei CARD entstand 1967 das Plakat Great Architecture in Chicago, das heute zur Sammlung des MoMA gehört.[4] Für das National Air and Space Museum gestaltete sie zusammen mit James Miho das Plakat Friend? Or Foe? (1976).[7]

Auszeichnungen

Ihre Arbeiten sind in Sammlungen des MoMA, der Library of Congress und des Cooper Hewitt vertreten und wurden international ausgestellt.[5] Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt sie 1993 die AIGA Medal und war von 1979 bis 1982 Mitglied des AIGA-Vorstands.[3] Eine Neubewertung ihres Œuvres erfolgte durch die Monografie Hall of Femmes: Tomoko Miho (2013).[8] Zudem widmete die britische Zeitschrift für Graphikdesign Eye dem Werk eine ausführliche Würdigung (Heft 105, 2023).[2] Tomoko Miho wurde 1974 in die Alliance Graphique Internationale aufgenommen.

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI