Torsten Burmester

deutscher Sportfunktionär, Verwaltungsbeamter und Kölner Oberbürgermeister From Wikipedia, the free encyclopedia

Torsten Burmester (* 15. Januar 1963 in Uchte, Landkreis Nienburg/Weser) ist ein deutscher Kommunalpolitiker (SPD), ehemaliger Sportfunktionär und Ministerialbeamter. Seit dem 1. November 2025 ist er Oberbürgermeister von Köln.

Porträt eines Mannes (Halbfigur) mit blauem Jackett, weißem Hemd und Brille. Er steht an einem Tisch und lächelt leicht in eine rechts außerhalb des Bildes stehende Kamera.
Torsten Burmester (2025)
Unterschrift von Torsten Burmester
Unterschrift von Torsten Burmester

Herkunft und Ausbildung

Torsten Burmester wurde in Niedersachsen geboren und zog mit seinen Eltern im Alter von zwei Jahren nach Remscheid, wo er aufgewachsen ist.[1] Sein Vater war Wäscher und Glätter im städtischen Krankenhaus, seine Mutter Reinigungskraft im Rathaus.[2] Nach Abitur und Offiziersausbildung studierte Burmester von 1986 bis 1992 Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule in Köln[3] und schloss als Diplom-Sportlehrer ab. Danach bildete er sich am Institut der deutschen Wirtschaft weiter.[4]

Werdegang

Arbeit für die SPD und Persönlicher Referent im Kanzleramt (1994–2005)

Ab 1994 arbeitete Burmester als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den SPD-Bundestagsabgeordneten Wilhelm Schmidt, den sportpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion.[4] Anschließend wechselte er zur SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und danach als Referent zum SPD-Parteivorstand. Im Vorfeld der Bundestagswahl 1998 arbeitete Burmester in der „Kampa“, der SPD-Wahlkampfzentrale der Kandidatur Gerhard Schröders.[4] Burmesters Aufgabe war die Organisation der Wahlkampfauftritte des Kanzlerkandidaten. Während der folgenden vier Jahre blieb er Mitarbeiter des SPD-Parteivorstands, wo er für Rednereinsätze und Sportpolitik zuständig war.

Burmester wechselte 2002 in das Bundeskanzleramt, zunächst als Mitarbeiter im Referat für Sport, zuständig für nationale und internationale Sportbeziehungen (u. a. die Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006),[5] und dann bis zum Ende von Schröders Amtszeit im Jahr 2005 als persönlicher Referent des Bundeskanzlers.[6]

Verwaltungstätigkeit (2005–2020)

2005 wurde er stellvertretender Leiter der Sportabteilung im Bundesministerium des Innern[7] unter Minister Wolfgang Schäuble (CDU).[8] Ab 2010 übernahm er im nordrhein-westfälischen Schulministerium NRW die Rolle als Abteilungsleiter[9] für Personal, Haushalt und Organisation[10] und wechselte 2012 ins Wirtschaftsministerium NRW in gleicher Funktion. Ab 2018 leitete er dort die Abteilung Wirtschaftsrecht. Er war außerdem Vertreter des Landes in den Aufsichtsräten der Köln Messe und der Duisburg Hafen AG. Er trug die Amtsbezeichnung Ministerialdirigent.[11]

Sportfunktionär (2020–2024)

2020 wurde Burmester zum Generalsekretär des Deutschen Behindertensportverbands (DBS)[12] und des Nationalen Paralympischen Komitees ernannt[13]. In dieser Rolle organisierte er unter anderem die Entsendung des deutschen Teams zu den Paralympischen Spielen in Tokio 2021. Vom 1. Februar 2022 bis Dezember 2024 war Burmester Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).[14][15] In dieser Funktion führte er für knapp zwei Jahre die operative Leitung des Verbands. Burmester vertrat den DOSB auf Bundesebene und war 2024 Mitglied der Delegationsleitung für die Olympischen Spiele in Paris[16].

Zeitgleich zur Bekanntgabe seiner Kandidatur als Kölner Oberbürgermeister wurde Burmester am 3. Dezember 2024 mit sofortiger Wirkung als DOSB-Vorstandsvorsitzender abberufen.[14] 2024 veröffentlichte die Ethikkommission des DOSB unter Leitung von Thomas de Maizière einen Bericht zur Vergabe der World Games 2029. Darin wurde dem Vorstand unter Burmesters Leitung ein „missliches“ und „unprofessionelles“ Vorgehen attestiert. Die Kommission kritisierte fehlende Abstimmung zwischen Präsidium und Vorstand sowie einen mangelhaft dokumentierten Entscheidungsprozess.[17][18][19][20]

Wahl und Amtszeit als Kölner Oberbürgermeister (2025)

Am 22. November 2024 stellte die SPD Burmester als ihren Oberbürgermeisterkandidat für die Kölner Kommunalwahl 2025 vor,[2] am 3. Mai 2025 wurde er offiziell nominiert. Im ersten Wahlgang kam er mit 21,3 Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz hinter Berîvan Aymaz (Bündnis 90/Die Grünen). Burmester gewann jedoch am 28. September 2025 mit 53,5 Prozent der Stimmen die Stichwahl gegen Aymaz.[21] Er trat das Amt am 1. November 2025 an.[22]

Burmester ist seit Anfang Oktober 2025 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Kölnmesse. Als Ministerialdirigent im NRW-Wirtschaftsministerium war er bereits von 2018 bis 2020 Mitglied in seinem Aufsichtsrat.[23]

Weitere Mitgliedschaften

Privates

Burmester ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt mit seiner Familie im Kölner Stadtteil Rodenkirchen.[2]

Veröffentlichungen und öffentliche Stellungnahmen

Torsten Burmester äußerte sich in Interviews und Gastbeiträgen zu Themen wie Sportförderung, Olympia-Bewerbungen und zur Energiekrise im Sportbereich. Zu seinen Beiträgen gehören unter anderem ein Gastbeitrag in der FAZ zur Spitzensportförderung[29] und Interviews zur Rolle des Sports in der Corona-Pandemie sowie zur Teilnahme russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten an internationalen Sportveranstaltungen.[30] In einem Interview im Deutschlandfunk[31] diskutierte er die Rahmenbedingungen für den Spitzensport in Deutschland und veröffentlichte im Kölner Stadt-Anzeiger ein Fünf-Punkte-Programm[32] zur Stärkung Deutschlands im internationalen Sport.

Einzelnachweise

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