Toxic Tom
norwegisches Drama über Frauenhass aus dem Jahr 2025
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Toxic Tom ist eine vierteilige Dramaserie aus Norwegen. Sie wurde im November 2025 im norwegischen Fernsehen und auf ZDFneo ausgestrahlt. Idee und Drehbuch stammt von Thomas Torjussen.
| Fernsehserie | |
| Titel | Toxic Tom |
|---|---|
| Originaltitel | Ølhunden Berit |
| Produktionsland | Norwegen |
| Originalsprache | norwegisch |
| Genre | Drama |
| Länge | 52–49 Minuten |
| Episoden | 4 in 1 Staffel |
| Produktionsunternehmen | Maipo Film |
| Idee | Thomas Torjussen |
| Produktion | Thomas Torjussen, Gjyljeta Berisha |
| Musik | Lars Horntveth |
| Erstausstrahlung | 9. Nov. 2025 auf Norsk rikskringkasting |
| Deutschsprachige Erstausstrahlung | 18. Nov. – 19. Nov. 2025 auf ZDFneo |
| Besetzung | |
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Handlung
Der Mittvierziger Tom Hallsténsen vertritt seine kranke Mutter in ihrem Osloer Damenmodegeschäft und zieht sich abends alleine in seine Wohnung zurück. Dort spielt er gewalttätige Videospiele, repariert gelegentlich den Computer vom Nachbarn (den er als Hausmann für verweichlicht hält) und teilt sich in sozialen Medien mit. Dort vertritt er rechts-nationale Ansichten und ein krudes Weltbild über Frauen („Norwegen liebt Schwäche und hasst echte Männer“). Sein Weltbild wird weiter gefestigt, als er erkennt, dass die schöne Litauerin, mit der er eine Onlinebeziehung führt – und der er auch seine fragwürdigen Ansichten offen mitteilt – in Wirklichkeit eine Lovescammerin ist. Kurz danach versteigt er sich als „MascuRevolt“ in anonyme Vergewaltigungsandrohungen gegenüber der selbstbewussten, feministischen Comedienne Live Stensvaag, die er im Fernsehen sieht. Als die Künstlerin dies auf der Bühne publik macht, beginnt im Internet eine Jagd auf den wahren Namen hinter dem frauenverachtenden „Hater“. Schon kurz darauf wird Tom enttarnt und flieht vor aufdringlichen Reportern in die hintersten Winkel seiner Boutique und will sich das Leben nehmen. Als dies scheitert, flieht er mit Frauenkleidung und Perücke in ein Obdachlosenheim. Nachdem er seinen Namen und sein Gesicht überall in den Medien wiedererkennt, beschließt er, unerkannt in der Frauenrolle zu verbleiben und nennt sich Berit.
Als er abends in eine Gaststätte einkehrt, erhält er schnell Anschluss an eine Gruppe von Gästen, die ihn für eine einsame transsexuelle Person hält. Als einer der Beteiligten Berit/Tom in seine Wohnung bittet, um hemmungslos weiterzutrinken, kommt es zur analen Vergewaltigung des stark betrunkenen Tom. Dieser fügt seinem Peiniger im Affekt eine schwere Kopfverletzung zu und flieht. Von besorgten Passanten wird Berit/Tom in eine Anlaufstelle für Opfer sexueller Gewalt gebracht. Dort trifft Berit/Tom nicht nur auf andere traumatisierte Gewaltopfer, sondern darf – auch aufgrund seiner helfenden Mitarbeit als Computerspezialist(in) – auch dort wohnen. Später wird ihm auf seine Bitten nach weiterer Mithilfe erlaubt (weiterhin als Frau), andere Opfer zur Polizei begleiten. Tom, alias Berit, geht in seiner Rolle als Helfer(in) auf und sieht nun immer deutlicher, was Frauen wirklich bewegt und worunter sie leiden, nämlich männliche Verachtung und Gewalt. Und er erkennt mit Abscheu sein fulminantes Fehlverhalten zuvor. Dennoch bleibt er weiterhin unter falschem Namen in der Frauenrolle, weil er befürchtet, aufgrund seiner früheren Taten verhaftet zu werden.
Währenddessen sucht das Opfer seiner Androhungen, die Kabarettistin Live, den Kontakt zum, für alle Welt verschwundenen, Tom, um seine Beweggründe zu erfahren. Auch hat sie Mitleid mit ihm und bedauert die von ihr unabsichtlich initiierte Menschenjagd auf ihn. Zudem befürchtet sie, seinen möglichen Suizid mitzuverantworten. Als Tom auf gewisse Weise rückfällig wird und erneut das Internet (mit dem Computer der Einrichtung) für einen Gewaltaufruf benutzt, diesmal aber gegenüber einem Vergewaltiger, wird er von der Leitung enttarnt und zur Selbstanzeige bei der Polizei gezwungen. Dort aber weiß man nichts von vorliegenden Anzeigen und schickt ihn wieder fort. So kehrt Tom befreit in seine Wohnung zurück und entledigt sich seiner weiblichen Verkleidung. Zudem zeigt er in Teilen alte Verhaltensmuster.
Allerdings wird seine neu entdeckte Mitmenschlichkeit noch einmal dringend benötigt: Sein Nachbar, ein junger Familienvater, der von Selbstzweifeln gepeinigt seine Rolle als Mann seiner dominanten Frau sucht, wurde während einer seiner heimlichen Ausflüge auf eine Osloer Amüsiermeile unter Drogen gesetzt und von mehreren Männern sexuell missbraucht. Er ist nun davon überzeugt, alle möglichen Geschlechtskrankheiten, darunter auch AIDS, zu haben und glaubt, damit seine junge Familie dem Tode geweiht zu haben. Einen Test lehnt er aus Angst vor dem für ihn erwartbaren Ergebnis ab. Tom schlüpft zur Überraschung Auduns noch einmal in seine Rolle als Frau und begleitet ihn mit sanftem Druck zum Test, der für Audun die Erlösung bringt, wofür er Tom äußerst dankbar ist. Tom findet einen normalen Kontakt zu Menschen und spricht sich auch mit Live aus, die ihn, den geläuterten Frauenverachter, in einer Fernsehsendung gegen Frauengewalt vorstellt.
Synchronisation
Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die Splendid Synchron. Die Dialogregie führte Roland Hüve, der auch das Dialogbuch schrieb.[1]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Tom/Berit | Anders Baasmo | Martin Bross |
| Live | Ingrid Giæver | Jana Schölermann |
| Audun | Jonas Strand Gravli | Louis Friedemann Thiele |
| Anniken | Marit Synnøve Berg | Marion Mainka |
| Ieva/Maria | Irena Sikorskyte | Leyla Trebbien |
| Frida | Bente Børsum | Karyn von Ostholt |
| Line | Victoria Ose | Ann-Kathrin Hinz |
| Ulf | Per Kjerstad | Dirk Hardegen |
| Torill | Pia Halvorsen | Michaela Kametz |
| Sarah | Nosizwe Baqwa | Sarah Liu |
| Kaisa | Flo Fagerli | Johanna Giraud |
| Olea | Thea Ueland | Holle Kirck |
Rezeption
Eric Leimann vom Stern sieht es als eine ziemlich wilde Reise, auf die man sich einlassen muss, um am Ende zu erkennen, wie unsere toxische Digitalgesellschaft funktioniert. Die in Teilen poetische Serie zeige aber konstruktive Lösungen, wie man dem Hass im Netz begegnet.[2]
Matthias Hannemann von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lobt, dass die Serie keinen der dargestellten Männer der Lächerlichkeit preisgibt und stattdessen eher deren aufgewühlte Gefühlswelt auf ernstzunehmende Weise zeigt. Die Serie kommt zum Schluss, dass es ohne die „Hassmaschine Internet“ allen besser geht. Die Filmmusik von Lars Horntveth sei zudem ein Genuss eigener Art.[3]
Harald Keller von epd film ist von der Botschaft der Serie nicht überzeugt und glaubt, dass Thomas Torjussen mit viel zu vielen Zufällen arbeitet. An der Botschaft werde vom Regisseur selbst Zweifel provoziert, dadurch, dass Tom zum Teil in seine alten Verhaltensmuster zurückfällt.[4]
Weblinks
- Toxic Tom in der ZDF Mediathek
- Toxic Tom bei IMDb