Trøndelag Teater
Theatergebäude in Trondheim, Norwegen
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Das Trøndelag Teater in Trondheim ist Norwegens größtes Regionaltheater. Die Theatergesellschaft wurde 1937 von Henry Gleditsch gegründet und ist seit 1973 im öffentlichen Eigentum. Auf fünf Bühnen mit maximal 1154 Sitzplätzen wurden 2024 insgesamt 429 Vorstellungen gegeben, die von 81.796 Zuschauern besucht wurden. Das Ensemble umfasst 34 Schauspieler. Insgesamt beschäftigt die Theatergesellschaft Personal im Umfang von 140 Vollzeitäquivalenten.
| Trøndelag Teater AS | |
|---|---|
| Rechtsform | Aksjeselskap (im öffentlichen Eigentum) |
| Gründung | 18. Juni 1937[1] in Trondheim |
| Gründer | Henry Gleditsch |
| Sitz | Prinsens gate 18/20, 7012 Trondheim |
| Vorläufer | Trondhjems Nationale Scene (1911–1926) Throndhjems Theater (1861–1865) |
| Zweck | Regionaltheater für den Landesteil Trøndelag[2] |
| Aktionsraum | |
| Geschäftsführung | Elisabeth Egseth Hansen (teatersjef)[3] |
| Personen | Lars Kirksæther (direktør)[3] |
| Eigentümer | Kulturdepartementet (66,7 %) Trøndelag fylkeskommune (16,67 %) Trondheim kommune (16,67) %[4] |
| Aufsichtsrat | Åse Ingeborg Eia Ryvarden (styreleder) Ingrid Sætherø (nestleder)[3] |
| Umsatz | 146,2 Mill. NOK (≈ 12,9 Mill. EUR, 2024)[5] |
| Beschäftigte | 140 (FTE, 2024)[5] |
| Mitglieder | 34 Schauspieler (2026)[6] |
| Website | www.trondelag-teater.no |
Der älteste Teil des Theatergebäudes wurde bereits 1816 errichtet. Die seit 1969 denkmalgeschützte Gamle Scene (Alte Bühne) ist daher das älteste erhaltene Theatergebäude und zugleich das älteste noch immer bespielte Theater in Norwegen. Bis 1937 wurde die Bühne fast immer nur von Amateurgruppen oder auswärtigen Tournee-Ensembles genutzt.
1997 wurde die Gamle Scene (320 Plätze) in einen Neubau integriert, der weitere Bühnen hinzufügte: Hauptbühne (524 Plätze), Studiobühne (150 Plätze), Theaterkeller (60 Plätze), Theatercafé (100 Plätze).
Theaterbetrieb
Bühnen
Die Vielzahl der Bühnen ermöglicht eine optimale Auswahl des Auftrittsorts je nach Art der Aufführung und der erwarteten Besucherzahl:
Hauptbühne (Hovedscenen)
Eine große Bühne mit der technischen Ausrüstung, um alle Sparten (Schauspiel, Musical, Operette, Tanz) zu bespielen. Von den 524 in Form eines Amphitheaters angeordneten Plätzen sind 504 fest montierte Stühle und 20 befinden sich in Logen. Seit der Eröffnung 1997 sind bereits 16 Stühle verloren gegangen. Der Zuschauerraum bietet Platz für 6 Rollstühle. Der Bühnenraum ist 18 m breit, 16 m tief und 22 m hoch. Der Orchestergraben kann 15 Musiker aufnehmen; er kann bei Bedarf mit Elektromotoren auf die Höhe der Vorbühne gehoben und als solche benutzt werden. Backstage befinden sich 22 Garderoben für insgesamt 44 Schauspieler.[7][8]
Alte Bühne (Gamle Scene)
Die 1816 errichtete Bühne in dem seit 1969 denkmalgeschützten Gebäude ist auf den Stand der modernen Theatertechnik gebracht worden. Sie ist ein „small and intimate space“ für ein Repertoire, das zur Umgebung, „the old-fashioned red velvet interior“, passt: Theater des 18. und 19. Jahrhunderts, Revuen, Kammerspiele. Von den 320 Sitzen befinden sich 200 auf Ebene 1 und 120 auf den Ebenen 2 und 3. Für 2 Rollstühle ist Platz vorhanden. Der Bühnenraum hat die Ausmaße 9 m (Breite) × 8 m (Tiefe) × 4 m (Höhe) und einen geneigten Boden 0,7 m über dem Zuschauerraum. Der Orchestergraben ist 8 m breit und bis zu 2,5 m tief. Die Schauspieler verwenden die Garderoben der Hauptbühne.[7]
Studiobühne (Studioscenen)
Sie ist als Black Box gestaltet (ein rechteckiger Raum mit schwarzem Boden und schwarzen Wänden) und wird für zeitgenössisches und experimentelles Theater genutzt. Der Zuschauerraum bietet Platz für 150 bewegliche Stühle und einen Rollstuhl. Die Größe des Bühnenraums ist veränderbar auf maximal 13 m × 16 m × 7 m, beträgt aber im Normalfall 12 m × 7 m × 4 m (Breite x Tiefe x Höhe). Die seit 1997 bestehende Bühne wurde zeitweise an das Teaterhuset Avant Garden vermietet.[7][9]
Theatercafé (Theatercaféen)
Ein 1858 errichteter Anbau an das alte Theater wurde zunächst als Foyer und Konzertsaal verwendet und seit 1948 als Bar und Restaurant. Der Raum ist im Jugendstil der 1900er Jahre gestaltet und eignet sich für Aufführungen von Cabarets, Konzerten, Talkshows, Lesungen, Diskussionen usw. Für diesen Zweck kann er mit 100 Stühlen gefüllt werden. Der variable Bühnenraum wird für gewöhnlich auf 9 m Breite und 4 m Tiefe eingestellt.[7][10]
Theaterkeller (Teaterkjelleren)
Die 1997 eingerichtete „intimate black-box“, „where the actor and the text is the only focus“, wird für spezielle Aufführungen für elitäres Publikum genutzt, für das 60 (entfernbare) Sitze ausreichen müssen. Der Raum wird oft auch für Proben verwendet und gelegentlich an Avant Garden vermietet. Die flexible Bühne wird meist auf 8 m × 6 m × 4 m eingestellt, kann aber bis auf 8 m × 13 m × 4 m erweitert werden (Breite x Tiefe x Höhe). Es gibt auch einen eigentlichen Probenraum im Ausmaß von 12 m × 14 m.[7][11]
Wirtschaftsbetrieb

Personal
2021 wurden 148 Mitarbeiter/-innen beschäftigt, die 131 Vollzeitstellen entsprachen. 2019, vor dem durch Covid bedingten Geschäftsrückgang, waren es noch 170 Mitarbeiter/-innen gewesen. Seit 2022 werden im Jahresbericht keine Mitarbeiterzahlen mehr veröffentlicht, sondern nur mehr die Vollzeitäquivalente: 2024 waren das 140 Stellen.[5]
Ende Januar 2026 bestand das Ensemble aus 34 Schauspielern (die nicht unbedingt fest angestellt sein müssen).[6] Nach einer älteren Aufstellung verteilen sich die übrigen Mitarbeiter auf fünf Bereiche mit jeweils grob 10 Personen (Verwaltung, Verkauf/Marketing, Inspizienten/Souffleure/Garderobiere, Kartenverkauf/Gästebetreuung, Betrieb/Reinigung) und die zwei großen Bereiche Bühnentechnik (circa 20) und Werkstätten (circa 30 Personen).[12]
Eigentümer
Das Theater der Aktiengesellschaft Det Trondhjemske Theaterinteressentskab war schon länger staatlich gefördert worden, als es 1973 mit der Gewährung einer dauerhaften öffentlichen Förderung in staatliche Hand überging: Die Eigentümer der Trøndelag Teater AS sind der Staat (vertreten durch das Kulturdepartementet) mit 66,7 %, die Region (Fylke) Trøndelag mit 16,67 % und die Gemeinde Trondheim mit ebenfalls 16,67 %.[4]
Während das Kulturdepartementet (zugleich größter Anteilseigner und größter Subventionsgeber) die Aktiengesellschaft als Beteiligung auf der Regierungswebsite listet,[2] ist die Trøndelag fylkeskommune der Ansprechpartner für die staatliche Kulturgüterverwaltung Riksantikvaren.[4]
Organisation

Das im Jahresbericht veröffentlichte Organigramm veranschaulicht die gemeinsame Leitung des Unternehmens durch den Aufsichtsrat (Styret), den Intendanten (Teatersjef) und den Direktor (Direktør). Der Intendant leitet die künstlerischen Aktivitäten im engeren Sinne, die Schauspieler, Dramaturgen, Musik- und Lichtdesigner. Dem Direktor sind alle anderen Bereiche unterstellt, sowohl die Bühnentechnik und Werkstätten als auch die kaufmännischen (Ticketverkäufe, Marketing, Buchhaltung, Ressourcenplanung).[13][3][5] Angesichts dieser Aufgabenverteilung überrascht es nicht, dass das Gehalt des Direktors nur 7,1 % unter dem des Intendanten liegt (2024).[5]
Geschäftsergebnis
2019 bzw. 2023 wurden die 484 bzw. 452 Vorstellungen von jeweils fast 100.000 Zuschauern besucht. In den Jahren dazwischen bewirkte Covid einen starken Rückgang, wobei der Tiefpunkt 2021 mit 270 Vorstellungen und 22.000 Zuschauern erreicht wurde. Bis einschließlich 2022 veröffentlichten die Jahresberichte detaillierte Angaben zur Auslastung jeder einzelnen Inszenierung; 2021/2022 lag diese durchschnittlich bei knapp 60 Prozent. (Im Jahresbericht wird die Auslastung definiert als Anzahl der verkauften Eintrittskarten durch die Anzahl der aufgelegten Eintrittskarten. Letztere hängt von der für die Vorführung ausgewählten Bühne ab.)
Zwischen 1937 und 2015 wurden allein auf der Gamle Scene über 500 verschiedene Stücke in etwa 18.000 Vorstellungen gezeigt, die von etwa fünf Millionen Zuschauern gesehen wurden.[10]
Obwohl die Ticketeinnahmen in guten Jahren bei über zwei Millionen Euro lagen, sind sie nicht die essentielle Einnahmequelle. Aktuell (2024) decken die eigenen Einnahmen etwa ein Sechstel der Ausgaben ab. Den Rest decken die drei Eigentümer durch jährliche Subventionen ab, wobei das Ministerium mehr beisteuert, als seinem Geschäftsanteil entsprechen würde.[5]
Statistik

| Jahr | Vorstellungen | Zuschauer | Auslastung 1 | Ticketverkäufe Mill. NOK | ≈ Mill. EUR 2 |
|---|---|---|---|---|---|
| 2018[14] | 431 | 83.266 | 68,3 % | 16,9 | 1,5 |
| 2019[15] | 484 | 97.278 | 81,0 % | 25,2 | 2,2 |
| 2020[16] | 288 | 43.992 | 93,7 % | 11,5 | 1,0 |
| 2021[17] | 270 | 22.198 | 58,9 % | 5,3 | 0,5 |
| 2022[18] | 445 | 68.031 | 57,3 % | 13,3 | 1,2 |
| 2023[19] | 452 | 98.956 | k. A. | 28,3 | 2,5 |
| 2024[5] | 429 | 81.796 | 20,9 | 1,8 |
| Jahr | Eigene | Subvention durch Eigentümer | Einnahmen | Ausgaben | +Überschuss | Mitarbeiter | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einnahmen 1 | Ministerium | Fylke | Gemeinde | Insgesamt 2 | Insgesamt | −Defizit | Köpfe | FTE 3 | |
| 2018[14] | 20,1 | 72,4 | 15,5 | 15,6 | 123,7 | 127,5 | −3,9 | 168 | k. A. |
| 2019[15] | 29,9 | 74,1 | 15,9 | 16,0 | 135,9 | 135,8 | +0,1 | 170 | |
| 2020[16] | 13,1 | 76,1 | 16,3 | 16,3 | 125,9 | 127,8 | −1,9 | 150 | |
| 2021[17] | 7,4 | 86,2 | 16,8 | 16,8 | 127,2 | 121,8 | +5,4 | 148 | 131 |
| 2022[18] | 15,5 | 83,6 | 17,1 | 17,1 | 133,7 | 139,0 | −5,3 | k. A. | 135 |
| 2023[19] | 31,0 | 84,1 | 17,9 | 18,1 | 151,5 | 144,2 | +7,3 | 135 | |
| 2024[5] | 21,7 | 87,1 | 18,5 | 18,7 | 146,2 | 133,1 | +13,1 | 140 | |
Theatergebäude

Baubeschreibung
Das Theater ist ein Eckgebäude an der Kreuzung der Prinsensgate im Osten mit der Erling Skakkes gate im Süden. Der ursprüngliche Bau von 1816 lag an der Prinsengate und hatte eine Fassadenlänge von 32 Meter und eine Tiefe von 17 Meter. Noch im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude um 20 Meter nach Süden bis zur Erling Skakkes gate verlängert. Ein Umbau von 1997 vergrößerte die Grundfläche auf das Fünffache: Westlich des Altbaus wurden entlang der Erling Skakkes gate zwei neue Bühnen errichtet; nördlich des Altbaus die dazugehörigen Werkstätten. Seitdem ist die Ostfassade an der Prinsengate 67 Meter lang und die Südfassade an der Erling Skakkes gate 90 Meter. Im Westen wird der Komplex durch eine verkehrsberuhigte Nebenstraße namens Leuthenhaven begrenzt.[20]
Der Altbau an der Prinsengate im Stil der Neoklassik (oder auch Neorenaissance) weist einen gelblichen Wandbereich auf und hat zu den Rändern eine weiß verputzte Oberfläche mit ausgearbeiteten Stuck- und Putzprofilen. Ein aus zwei Doppeltüren bestehender Eingangsbereich ist über einen rustikalen Treppenaufgang mit Brüstung erreichbar und weist ein metallisches Vordach mit verziertem Tragwerk aus schmiedeeisernen Streben auf. Rechts davon sind vier nischenartige Rundbogenfelder, die mit je einem figurativen Bildwerk geschmückt sind (es handelt sich um Musen), sowie anschließend eine unauffällige Tür (der ehemalige Bühneneingang). Links davon zur Straßenkreuzung hin gibt es drei in Rundbogennischen eingelassene Fenster; ein weiteres gleichartiges folgt nach der Straßenkreuzung.
Die zweistöckige Höhe des Altbaus wird auf der Südfassade von 1997 beibehalten, und auch farblich harmoniert der neue mit dem alten Baubestand. Die Mauern sind aus ockerfarbigem Backstein, während die vorgelagerte langgestreckte Eingangshalle großflächig verglast ist und mit einem durch runde Säulen gestützten Flachdach abgedeckt wird. An der Südwestecke des Gebäudes befindet sich der (neue) Haupteingang. Er wird optisch hervorgehoben durch ein sich über beide Stockwerke erstreckendes Schmuckelement mit symbolischen Darstellungen aus der Theaterwelt.
Die Westfassade ist (wie der gesamte Anbau von 1997) aus ockerfarbigem Backstein, allerdings dreistöckig (was optisch nicht sehr von der zweistöckigen Süd- und Ostfassade abweicht.) Alle drei Etagen sind dicht mit Fenstern besetzt, wobei die oberste Etage durchgängig verglast ist.
Dahinter und im Zentrum der Gesamtanlage befindet sich die Hauptbühne, doppelt so hoch gebaut wie die an den Straßen liegenden Bauteile. Die Außenmauer des Zuschauerraums hat die Form eines Halbkreises, dessen Bogen sich nach Süden wölbt, wo er die Eingangshalle optisch überragt. Die nördlicher gelegene Studiobühne ist noch höher gebaut und hat kubische Form mit flachem Dach.
Die gesamte Konstruktion erinnert an einen klassischen Zentralbau mit von ihm dominierter Peripherie; das Bauvolumen ist bergförmig im Zentrum der Anlage konzentriert.
Baugeschichte

Errichtung 1816
Die 1816 fertiggestellte Gamle Scene ist das älteste erhaltene Theatergebäude und zugleich das älteste noch immer bespielte Theater in Norwegen.[21] Über dem zweistöckigen Mauerwerk wölbt sich ein mit Schiefer gedecktes Satteldach mit einem Walmdach in der südlichen Ecke. Aus der ältesten Bauphase sind der Balkon mit seinen beiden Logen und das Proszenium erhalten. Die benachbarten Gebäude sind zweistöckige Holzhäuser, wie sie für die Bebauung von Trondheim um 1800 typisch waren. Das Theatergebäude ist in derselben Höhe gebaut wie die Nachbarhäuser. Auch der Anbau von 1997 hat an der Straßenseite diese Höhe, während er in der Gebäudemitte um mehrere Stockwerke höher ist.[4]
Der Amateurtheaterverein Det forenede Dramatiske Selskab (Die vereinigte dramatische Gesellschaft) kaufte 1811 das Haus des Gärtners Johan Fredrik Lohrmann an der Ecke Prinsens gate und Erling Skakkes gate. Das in Kalvskinnet gelegene Viertel war damals ein landwirtschaftlich genutztes Gebiet am Stadtrand mit einigen wenigen Handwerksbetrieben. Die Randlage verhinderte später, dass das Gebäude von den großen Stadtbränden des 19. Jahrhunderts heimgesucht wurde. In den 1830er Jahren war das Theater eines der höchsten Gebäude in der Prinsens gate.[4]
Lohrmanngården war ein einstöckiges Eckgebäude mit einem Saal für Veranstaltungen, den auch der Theaterverein öfters angemietet hatte. Das an dieser Stelle vom Architekten Major Nicolai Wilhelm Gedde (1779–1833) neu errichtete Theatergebäude wurde am 16. Dezember 1816 eingeweiht.[21] Der Saal bestand aus Parkett und Balkon und bot gute Sicht auf die schräge Bühne. Im Dezember 1841 wurde der Balkon abgesenkt, um Platz für eine Galerie zu schaffen.[10]
Erweiterungen 1861 und 1892
Neben dem Theater befand sich ein Gastronomiebetrieb, der auch als Foyer für das Theater diente und von Madame Lohrmann betrieben wurde. 1856 wurde eine neue Betreibergesellschaft für das Theater namens Det Trondhjemske Theater Interessentskab gegründet. Diese Gesellschaft kaufte Madame Lohrmanns Haus, ließ es abreißen und durch einen Anbau an das bestehende Theatergebäude ersetzen, der ein Publikumsfoyer und im südlichen Teil das jetzige Theatercafé umfasste. Die von Architekt Heinrich Ernst Schirmer (1814–1887) geleiteten Umbauten wurden 1861 abgeschlossen.[4]
Um 1890 wurden nach Plänen von Karl Norum (1852–1911) die Fassade und der Eingangsbereich neu gestaltet. Dabei wurde eine massive Konstruktion mit Sandsteinoberfläche und einer Glasüberdachung auf Eisenträgern errichtet.[4] Im Sommer 1887 wurde eine „herrschaftliche Treppe“ vom Eingang auf den davor liegenden verbreiterten Bürgersteig angelegt. In späteren Jahren wurde durch die Prinsens gate eine Straßenbahnlinie nach Elgeseter eingerichtet, wodurch für mehrere Jahrzehnte der Zugang zum Theater schmal und unbehaglich war. Erst 1932 wurde die Treppe entfernt und durch zwei Treppen parallel zur Straße ersetzt.[10]
Die Änderungen an der Fassade umfassten auch die in Wandnischen abgebildeten vier Musen Terpsichore, Melpomene, Thalia und Polyhymnia, die Schutzgöttinnen für Tanz, Tragödie, Komödie und Musik. Sie wurden 1892 vom Dekorationsmaler Arne Fladager aus Kristiania gestaltet, der sich aber durch die lokale Presse mit Kritik konfrontiert sah: Im Dagsposten wurden seine Malereien als „Kritzeleien und grässliche Schmierereien“ angegriffen.[10]
20. Jahrhundert

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden durch mehrere kleine Umbauten die Schauspielergarderoben und Werkstatträume erweitert und 1948 durch Helge Thiis zusätzliche Technikräume errichtet.
Das Theatergebäude wurde am 11. August 1969 vom Riksantikvaren unter Denkmalschutz gestellt (Kulturminne-ID 87606-1).[4][21] Im selben Jahr wurde zusätzlich zur Gamle Scene eine Nebenbühne, das Teaterloftet, eingerichtet (bis 1997).[10]
Karl Norum hatte bereits 1896 einen Plan für den Bau eines neuen Theaters mit 1200 Plätzen vorgelegt.[10] Aber erst nachdem das Theater 1973 in öffentlichen Besitz übergegangen war, wurden Neubaupläne wieder ernsthaft diskutiert. Von den Alternativen Neubau an einem anderen Standort oder Erweiterung des Bestands entschied man sich für letztere. 1995 bis 1997 wurde nach einem Entwurf des Architekturbüros 4B Arkitekter (Projektleiter Geir Dyrvik) auf einem 1983 von der Gemeinde geschenkten Nachbargrundstück westlich des Bestands ein Anbau errichtet.[4]
Die Fassade besteht aus goldfarbenen Ziegeln mit einem offenen Foyer aus Glas und ist in der Höhe an die zweistöckigen Gebäude in der Nachbarschaft angepasst. Über die dahinterliegende Eingangshalle gelangt man sowohl in die Alte Bühne als auch in die neu errichteten. Die neue Hauptbühne ähnelt durch ihre kreisförmige Konstruktion einer Kuppel und ist der optische Schwerpunkt des Gebäudekomplexes. Sie überragt die Fassade um einige Stockwerke. Das 1997 in Betrieb genommene Gebäude wurde am 28. Mai 2021 als Denkmal staatlich gelistet (Kulturminne-ID 87606-2).[4]
Theatergeschichte

Vorgeschichte
In Trondheim hat das Theaterleben eine lange Tradition. Die ersten bekannten Aufführungen in der Stadt waren die von Samuel Kiemphes Truppe 1689 gespielten Komödien.[22] Sowohl feste Theaterbühnen als auch professionelle inländische Schauspielergruppen entwickelten sich bis ins 19. Jahrhundert nur in der Hauptstadt Christiania (Christiania Theater, Christiania Norske Theater, Møllergadens Teater) und in der Handelsstadt Bergen (Det Norske Theater). „Trondheim blieb wie viele, vor allem entlegene Orte bis um 1860 auf Besuche reisender dänischer Gesellschaften angewiesen.“ Als nach 1860 in Trondheim ein Theater, eine Theaterschule und ein Theaterverein gegründet wurde, geschah dies nach Bergener Vorbildern.[23]
Die erste feste Bühne mit regelmäßigen öffentlichen Aufführungen war 1803–1815 das Theater von Daniel Lund. Später wurde diese Bühne bis 1834 fallweise an Wandertruppen vermietet. Dieses Theater war bis 1827 das einzige öffentliche Theater Norwegens. (In diesem Jahr eröffnete der Schwede Johan Peter Strömberg in der Hauptstadt eine Bühne, aus der später das Christiania Theater werden sollte.)[22]
Det forenede dramatiske Selskab
Seit 1803 betrieb auch Det forenede dramatiske Selskab (Vereinigte Dramatische Gesellschaft) ein Theater, aber dieses war privat und das Publikum beschränkte sich auf die Vereinsmitglieder und deren Angehörige.[22] Der Verein ließ die Gamle Scene errichten und am 16. Dezember 1816 fand die erste (geschlossene) Vorstellung statt: Elisa Werner spielte die Hauptrolle in Unschuld siegt von René Charles Guilbert de Pixérécourt. „Im Saal, der damals aus Parkett und Balkon bestand, saßen die Mitglieder der Gesellschaft – auf dem schrägen Bühnenboden traten andere Mitglieder auf.“ 1829 wurde erstmals eine Vorstellung für ein zahlendes Publikum gegeben.[10]
Wechselnde Unternehmer
1835 stellten beide Bühnen ihren Betrieb ein. Die Dramatische Gesellschaft verkaufte am 18. April 1839 für 3000 Speciedaler die Gamle Scene an den dänischen Theaterdirektor Jacob Mayson (1808–1881). Mayson hatte falsch kalkuliert und musste nur einen Monat später das Gebäude mit Inventar an seinen Landsmann Gustav Wilhelm Selmer (1812–1875) weiterverkaufen.[21] Selmer, ursprünglich Jurist, war von der Schauspielerei begeistert und schon 1836 nach Trondheim gekommen, um in der Truppe von Jacob Mayson aufzutreten. Er führte den Theaterbetrieb bis 1848 fort und musste dann Insolvenz anmelden. „Es war wohl nicht einfach, ein Theater in Trondheim wirtschaftlich zu betreiben.“[22]
Im August 1853 wurde das Theater für 3011 Speciedaler an Kapitän Pohlman Leslie übertragen.[21] Es war nun wieder eine Stätte für Gastspiele auswärtiger Truppen, die nun jedoch nicht mehr nur aus Dänemark stammten: 1854 und 1856 war Det norske Theater aus Bergen unter der Leitung von Henrik Ibsen zu Gast. 1858 kam Bjørnstjerne Bjørnson. „Damit ist die Gamle Scene das erste Theater der Welt, auf dessen Bühne sowohl Ibsen als auch Bjørnson selbst standen.“[10]
Det Throndhjemske Theater-Interessentskab

1856 wurde die Gamle Scene von Det Throndhjemske Theater-Interessentskab übernommen, deren Aktionäre aus den traditionellen Theaterfamilien der Stadt stammten oder neureiche Handels- und Industriebürger oder Akademiker waren. Der einflussreichste Aktionär und wichtigste Theatermäzen war der Brauereibesitzer Erich Christian Dahl. Bis zur Verstaatlichung 1973 blieb das Theater im Besitz der Aktiengesellschaft.[10]
Von Herbst 1861 bis zum 17. Mai 1865 wurde die Gamle Scene vom Throndhjems Theater bespielt. Diese feste ortsansässige Theatertruppe bestand nur aus norwegischen Schauspielern, unter anderem aus Henrik Klausen, der hier debütierte. Die Truppe wird als erster Vorläufer des späteren Trøndelag Teaters angesehen; auch ihr Auftreten endete mit Insolvenz.[24][10]
Für fast fünfzig Jahre wurde die Bühne wieder von wandernden Theatergruppen aus Norwegen, Dänemark und Schweden besucht. Das Interesse an Theateraufführungen war groß und die Vorstellungen waren ein lukratives Geschäft sowohl für die Eigentümer der Bühne als auch für die Schauspieler. „Wenn das Plakat mit der Aufschrift ‚Fuldt Hus‘ (ausverkauft) an der Theaterwand hing, war es eng. Gemäß den polizeilichen Bestimmungen waren 388 Zuschauer im Parkett, 246 auf dem Balkon und 200 auf der Galerie zugelassen, insgesamt also 834. Hinzu kamen 50 Kinderkarten.“[10]
Trondhjems Nationale Scene
In den Jahrzehnten bis 1900 „besserte“ sich das Verhalten und die soziale Zusammensetzung des Publikums. Um 1850 waren bei Gefallen an der Vorstellung tumultöser Applaus mit dem Ruf nach Zugaben und Blumenwürfe auf die Bühne durchaus üblich – und zwar auch schon mitten in der Vorführung. Fünfzig Jahre später war das Publikum diszipliniert geworden und das einfache Volk zugunsten des wachsenden Bildungsbürgertums zurückgedrängt. „Das Alte Theater entwickelte sich von einem Unterhaltungslokal zu einer Kunstinstitution.“[10]
1911 wurde die Gamle Scene wieder von einer festen Theatergruppe übernommen: Trondhjems Nationale Scene, die ebenfalls als Vorläufer des Trøndelag Teaters betrachtet wird, wurde auf Initiative von Sverre Brandt gegründet und die ersten zwei Jahre lang von Thora Hansson geleitet. Agnes Mowinckel war im Ensemble die erste Heroine. In den Folgejahren wechselten die Direktoren oft. Unter ihnen waren Ludvig Müller (1868–1922), der Sohn von Amalie Skram, und Rasmus Rasmussen, der das Theater am längsten leitete.[24]
In den 1920er Jahren führten Inflation und Arbeitslosigkeit und die neu aufgekommene Konkurrenz durch das Kino zu einem existenzgefährdenden Rückgang der Besucherzahlen. Im Sommer 1926 wurden die regelmäßigen Vorstellungen eingestellt und das Theater wurde wieder ausschließlich Bühne für Gastspiele auswärtiger Ensembles.[10]
Trøndelag Teater

Das noch heute bestehende Theaterensemble Trøndelag Teater wurde am 18. Juni 1937 gegründet.[1] Der Gründer und erste Leiter Henry Gleditsch widerstand während der Besatzungszeit allen Versuchen, das Programm an die Wünsche der deutschen Besatzer und ihrer Mitläufer in der NS anzupassen. Sein ziviler Widerstand kostete ihn das Leben. Er wurde am 6. Oktober 1942 verhaftet und einen Tag später, zusammen mit neun anderen Opfern des Ausnahmezustands, hingerichtet.[25][10]
Die Besatzer setzten den ihnen genehmen Johan Barclay-Nitter als neuen Theaterdirektor ein. Das Publikum reagierte mit einem Boykott und zahlreiche Vorstellungen mussten wegen geringer Besucherzahlen abgesagt werden. Im Durchschnitt kamen nur etwa vierzig Personen zu jeder Vorstellung. Nach der Premiere von August Strindbergs Der Vater am 19. Oktober 1944 wurde beschlossen, das Trøndelag Teater zu schließen.[25]
Nach Kriegsende wurde das Theater am 2. Oktober 1945 mit Georg Løkkeberg als Direktor wiedereröffnet.[25] Besonders geprägt wurde das Theater durch Victor Huseby, der es von 1951 bis 1966 leitete. Er war „ein Mann der Wirtschaft“ und sorgte dafür, dass publikumswirksam und so kostengünstig wie möglich inszeniert wurde. Für ihn stand die Unterhaltung im Vordergrund und er begründete die Tradition, jährlich im Frühjahr eine Operette oder ein Musical aufzuführen, „die oft begeisterte Kritiken in der Presse erhielten.“[12] Huseby entwarf (erfolglos) Pläne für einen Theaterneubau, der mehr Zuschauer aufnehmen und einen rationelleren Betrieb ermöglichen sollte.[10]
Sein Nachfolger, der junge und damals noch unbekannte Erik Pierstorff, führte neue Arbeitsmethoden ein und stellte jüngere Schauspieler auf die Bühne. Durch intensive Werbung wurde das Theater fast täglich in den Zeitungen erwähnt.[12] Während des Direktoriums von Arne Aas (1969–1973) brachen mehrere Inszenierungen Zuschauerrekorde: Sommer i Tydal (Sommer in Tydal), Den tapre soldat Svejk (Der tapfere Soldat Schwejk) mit Arve Opsahl in der Hauptrolle und Den Stundesløse (Der Zeitlose) mit Per Aabel wurden von jeweils mehr als 20.000 Zuschauern gesehen. Daraufhin forderte Aas mit guten Argumenten den Neubau eines größeren Theaters. Als die Entscheidungsträger zögerten, kündigte er aus Protest.[10]
Seit 1997 sind die Raumprobleme gelöst, aber im 21. Jahrhundert steht das Theater mehr als je zuvor vor der Herausforderung, eine „sichere künstlerische Position“ mit Erfolg beim Publikum zu verbinden. Sein Ziel ist, „eine Bühne für die gesamte Provinz Trøndelag zu werden“.[24]
Erfolgreichste Inszenierungen
(Quelle:[10] Stand: Ende 2015)
| Stück | Autor | Art | Publikum | Premiere | Vorstellungen | Zuschauer | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Purpur og gull | Hans-Magnus Ystgaard, Åge Aleksandersen | Musiktheater | Erwachsene, Jugendliche | 29. Januar 2004 | 141 | 49.556 | [26] |
| Peer Gynt | Henrik Ibsen | Schauspiel | Erwachsene | 5. Februar 1947 | 95 | 35.624 | [27] |
| Sommer i Tyrol | Ralph Benatzky | Operette | Erwachsene | 28. April 1955 | 81 | 32.142 | [28] |
| Knutsen og Ludvigsen: Juba Juba! | Øystein Dolmen, Gustav Lorentzen | Musiktheater | Kinder | 12. Oktober 1984 | 97 | 30.738 | [29] |
Zeitweise engagierte Schauspieler (Auswahl)
- Arne Aas
- Sverre Brandt
- Anders Baasmo Christiansen
- Kjersti Elvik
- Leif Enger
- Ola G. Furuseth
- Carl Habel
- Kirsten Heiberg
- Willie Hoel
- Kathrine Thorborg Johansen
- Henki Kolstad
- Lasse Kolstad
- Alfred Maurstad
- Toralv Maurstad
- Ole-Jørgen Nilsen
- Grete Nordrå
- Josefine Frida Pettersen
- Iren Reppen
- Edvard Rønning
- Finn Schau
- Karl Bekele Steinland
- Reidar Sørensen
- Per Tofte
- Sverre Wilberg
Intendanten

(Quelle:[24])
Trondhjems Nationale Scene
- 1911–1913 Thora Hansson
- 1913–1916 Ludvig Müller
- 1916–1923 Rasmus Rasmussen
- 1923–1924 Hans Bille
- 1924–1926 Johan Kristian Hauge
Trøndelag Teater
- 1937–1942 Henry Gleditsch
- 1942 Karl Bergmann
- 1942–1945 Johan Barclay-Nitter
- 1945–1948 Georg Løkkeberg
- 1948–1950 Alfred Maurstad
- 1950–1951 Nils Reinhardt Christensen
- 1951–1966 Victor Huseby
- 1966–1969 Erik Pierstorff
- 1969–1973 Arne Aas
- 1973–1979 Kjell Stormoen
- 1979–1984 Ola B. Johannessen
- 1984–1989 Otto Homlung
- 1989–1992 Helle Ottesen
- 1992–1997 Terje Mærli
- 1997–2000 Ola B. Johannessen
- 2000–2005 Catrine Telle
- 2005–2010 Otto Homlung
- 2010–2018 Kristian Seltun
- 2019– Elisabeth Egseth Hansen
Literatur
- Elin Tinholt: Teatersjefens krig. In: Nasjonalbiblioteket (Hrsg.): NB21, 2015 Nr. 1 Krig og fred, Seite 21–27 (Digitale Version) (Über Henry Gleditsch)
- Anabella Skagen: Fra grevens gård til Prinsens gate. Teater i Trondhjem 1790–1814. (Doktorarbeit) Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Det humanistiske fakultet, Institutt for kunst- og medievitenskap, Trondheim 2015, ISBN 978-82-32610-14-3.
- Thoralf Berg: Teatret i Trondheim 1865–1911. strukturell utvikling, publikum og nasjonale aspekter. Institutt for kunst- og medievitenskap, Det historisk-filosofiske fakultet, Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, Trondheim 2002, ISBN 82-47151-46-4.
- Thoralf Berg: På mange scener : Trøndelag teater 1987–1997. Tapir, Trondheim 1999, ISBN 82-51915-39-2.
- Thoralf Berg: Tidlig teater i Trondheim. Vildros, Gideå (Schweden) 1994, ISBN 91-87970-14-7.
- Thoralf Berg: Teppet opp for: Trøndelag teater 50 år 1987. Trøndelag teater, Trondheim 1987, ISBN 82-99154-61-8.
- Thoralf Berg, Monica Aase: Throndhjems Theater. en repertoarfortegnelse 1861-65. Universitetsbiblioteket i Trondheim, Avd. B, Spesialsamlingene, Trondheim 1983, ISBN 82-71130-44-7.
- Liv Jensson: Teaterliv i Trondhjem, 1800–1835. de dramatiske selskapers tid. (Skrifter Teaterhistorisk selskap, 0497-011x, Nr. 7) Gyldendal, Oslo 1965.
- Ole Øisang: Trøndelag teater gjennom 25 år. (in Kommission bei) Brun, Trondheim 1962
Weblinks
- Offizielle Website • Vorstellungen • Jahresberichte • Facebook • Instagram • Twitter
- Kompleks 9900188 Trøndelag Teater. Baubeschreibung (PDF; 6,8 MB) beim Riksantikvaren. Mit Plänen und (auch historischen) Fotografien.
- Trøndelag Teater bei Sceneweb: Aufführungen, Plakate, Programme, Fotos
- Programme Suche in Nasjonalbiblioteket
- Kulturminne-Id 87606 bei Kulturminnesøk. Das Theatergebäude als Denkmalschutzobjekt
- Technische Beschreibung der Bühnen bei Norway Cultural Profile (englisch)
- Bücher von und über Trøndelag teater Suche in DNB
- Trøndelag teater Suche in BIBSYS
- Trøndelag teater Suche im DigitaltMuseum
- Die Theatersammlung der NTNU bei Technische Universität Trondheim