RheinRuhrBahn
Marke des privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen Transdev Rhein-Ruhr GmbH (TDRR)
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Die Transdev Rhein-Ruhr GmbH (TDRR), bekannt unter der Marke Rhein-Ruhr-Bahn (Eigenschreibweise: RheinRuhrBahn, RRB), ist ein privates Eisenbahnverkehrsunternehmen, das seit dem Jahr 2022 im Auftrag verschiedener Aufgabenträger Schienenpersonennahverkehr auf Haupt- und Nebenstrecken in Nordrhein-Westfalen betreibt.
| Transdev Rhein-Ruhr GmbH RheinRuhrBahn | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Duisburg |
| Webpräsenz | www.rhein-ruhr-bahn.de |
| Bezugsjahr | 2023[1] |
| Eigentümer | 100 % Transdev GmbH |
| Geschäftsführung | Christian Kleinenhammann, Thomas Kopp |
| Verkehrsverbund | VRR Westfalentarif |
| Mitarbeiter | ca. 280 |
| Linien | |
| Spurweite | 1435 mm (Normalspur) |
| Eisenbahn | 6 (davon 3 RE-, 2 RB-Linien sowie eine S-Bahn-Linie) |
| Anzahl Fahrzeuge | |
| Triebwagen | 45 LINT 41 13 Talent |
| Statistik | |
| Fahrleistung | 5,65 Mio. km pro Jahr |
| Haltestellen | 60 |
| Länge Liniennetz | |
| Eisenbahnlinien | 313 km |
| Betriebseinrichtungen | |
| Betriebshöfe | 2 |
Derzeit umfasst das Verkehrsnetz der RheinRuhrBahn 6 Linien mit etwa 315 Streckenkilometern. Sie ist ein Tochterunternehmen der Transdev GmbH, Berlin.[1] Die RheinRuhrBahn entstand am 1. September 2022 aus den Netzen Emscher-Münsterland-Netz und Niers-Rhein-Emscher-Netz der NordWestBahn.
Geschichte
Die NordWestBahn (NWB) betrieb seit 2006 das Emscher-Münsterland-Netz und seit 2009 das Niers-Rhein-Emscher-Netz am Niederrhein und im nordöstlichen Ruhrgebiet. Im August 2022 gab das Unternehmen, zu dem Zeitpunkt Teil der Transdev-Gruppe, bekannt, dass die Strecken an Rhein, Ruhr und Emscher zum 1. September 2022 von dem Schwesterunternehmen RheinRuhrBahn übernommen würden.[2] Die NordWestBahn betreibt seitdem nur noch Strecken in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen.[3]
Liniennetz
Aktueller Betrieb
| Linie | Name | KBS | Zuglauf | Netz | Laufzeit |
|---|---|---|---|---|---|
| RE 10 | Niers-Express | 495 | Düsseldorf Hbf – Krefeld Hbf – Geldern – Kleve | NRE | (12/2009 –) 09/2022 – 12/2028 |
| RE 14 | Emscher-Münsterland-Express | 423 | Borken (Westf) / Coesfeld (Westf) – Dorsten – Gladbeck – Bottrop Hbf – Essen Hbf | EM | (12/2006 –) 09/2022 – 12/2029 |
| RB 31 | Der Niederrheiner | 498 | Xanten – Moers – Duisburg Hbf | NRE | (12/2009 –) 09/2022 – 12/2027 |
| RB 36 | Ruhrort-Bahn | 447 | Duisburg-Ruhrort – Oberhausen Hbf | NRE | (12/2010 –) 09/2022 – 12/2027 |
| RE 44 | Fossa-Emscher-Express | 424 | Bottrop Hbf – Oberhausen Hbf – Duisburg Hbf – Moers | NRE | (12/2010 –) 09/2022 – 12/2027 |
| S 7 | Der Müngstener | 450.7 | Wuppertal Hbf – Wuppertal-Oberbarmen – Remscheid Hbf – Solingen Hbf | S7 | 12/2023 – 12/2028 (Option 12/2031)[4] |
Verkehrsnetze
Die zwei ersten Verkehrsverträge der RheinRuhrBahn wurden ursprünglich von der NordWestBahn begonnen und erst während der Laufzeit an die RheinRuhrBahn übergeben.
Emscher-Münsterland-Netz

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 erbrachte die NordWestBahn im Auftrag der Zweckverbände Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Zweckverband SPNV Münsterland (ZVM) die Verkehrsleistungen des Emscher-Münsterland-Netzes. 2016 erhielt die NordWestBahn den erneuten Zuschlag für den Betrieb des Netzes von 2018 bis mindestens Dezember 2021, wobei statt dem ZVM diesmal der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) Co-Aufgabenträger war.[5] Auch den Folgevertrag von Dezember 2021 bis Dezember 2028 konnte sich die NordWestBahn sichern[6], jedoch wurde der Betrieb des Netzes zum 1. September 2022 an die RheinRuhrBahn abgegeben.
Das seit Dezember 2021 nur noch aus der Regional-Express-Linie 14 bestehende Netz soll nach Ablauf des aktuellen Verkehrsvertrages im neuen Niederrhein-Münsterland-Netz aufgehen und mit batterieelektrischen Fahrzeugen vom Typ Civity BEMU betrieben werden. Die Ausschreibung für den Betrieb von Los 2 des neuen Netzes, welches unter anderem den RE14 umfasst, gewann im Mai 2022 DB Regio.[7] Aufgrund der Verzögerung bei der Auslieferung der Fahrzeuge ist der Starttermin auf Dezember 2029 verschoben worden.[8]
Niers-Rhein-Emscher-Netz

Der Vergabeausschuss des VRR beauftragte im Jahre 2008 die NordWestBahn aufgrund einer europaweiten Ausschreibung mit der Durchführung des Schienenpersonennahverkehrs im Niers-Rhein-Emscher-Netz.[9] Zum 1. September 2022 wurde das Netz vom NordWestBahn-Schwesterunternehmen RheinRuhrBahn übernommen.
Bereits der alte Betreiber, die NordWestBahn, hatte auf diesem Netz, insbesondere auf der Linie RE 10, mit Störungen der Infrastruktur zu kämpfen. Die Deutsche Bahn modernisierte bis 2022 die Linksniederrheinische Strecke im Rahmen des Schnellläuferprogramms „Digitale Schiene Deutschland“. Auch nach der Modernisierung kam es auf der Strecke wiederholt zu Störungen.
Der Betrieb Linien RB 36 und RE 44 wurde für das gesamte Fahrplanjahr 2025 wegen Personalmangel eingestellt. Auf dem gesamten Laufweg der Linie RB 36 sowie auf dem Abschnitt Bochum–Oberhausen der Linie RE 44 wurde ein Schienenersatzverkehr angeboten. Zwischen Oberhausen und Moers fuhren weiterhin Züge anderer Linien.[10]
Bedingt durch eine Fahrzeugmangellage kommt es seit Anfang 2025 zu massiven Problemen. Auf der Linie RE 10 fällt unterhalb der Woche jede zweite Fahrt aus. Zusätzlich kommt es zu Kapazitätsengpässen, da nicht alle Fahrten mit den geforderten Fahrzeuglängen gefahren werden können. Zusagen, den Betrieb bis Mitte Februar 2025 wieder vollständig aufnehmen zu können, konnten nicht eingehalten werden.[11] Seit Anfang März 2025 wird ein Schienenersatzverkehr in der Hauptverkehrszeit als Ergänzung zum eingeschränkten Zugverkehr angeboten.[12] Ende März 2025 wurden die Ersatzmaßnahmen bis mindestens zum 17. April 2025 verlängert.[13] Zusätzlich wird bis voraussichtlich Ende Juni 2025 ein Ersatzzug (Lok der Baureihe 111 von smart-rail und Doppelstockwagen von TRI Train Rental) auf dem elektrifizierten Abschnitt der Linie RB 31 eingesetzt. Darüber hinaus befindet sich seit Ende März VT 119 (Alstom LINT 41) der Bentheimer Eisenbahn im Fuhrpark.
Seit Mitte November 2025 übernimmt das Unternehmen Train Charter Services im Auftrag der RheinRuhrBahn einen Teil der Fahrten zwischen Moers und Duisburg auf der Linie RB 31. Dabei kommt ein Zug mit einer elektrischen Lokomotive und älteren, nicht barrierefreien Reisezugwagen zum Einsatz. Außerdem führt das Unternehmen eine der Verstärkerfahrten am Nachmittag durch. Diese endet bereits in Millingen, da der anschließende Streckenabschnitt bis Xanten nicht elektrifiziert ist. Zwischen Millingen und Xanten wird für diese Fahrt ein Schienenersatzverkehr angeboten.[14]
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 übernahm Train Charter Services weitere Fahrten. Auf der Linie RB 31 führt das Unternehmen alle Fahrten des Zwischentakts Moers–Duisburg sowie einzelne Fahrten bis Millingen durch. Außerdem wird durch Train Charter Services der Betrieb der Linie RE 44 wiederaufgenommen.[15] Zum Einsatz kommen Lokomotiven der Baureihen 101 und 111 mit n-Wagen. Zwischenzeitlich kamen auch von der DB Regio angemietete Triebzüge der Baureihe 425 zum Einsatz. Außerdem unterstützte auch das Unternehmen National Express auf dem RE 44 mit Triebzügen des Typs Talent 2.
Der Betrieb der Linie RB 36 wurde im Dezember 2025 durch die RheinRuhrBahn selbst wiederaufgenommen.[15]
Wegen der weiter anhaltenden Fahrzeugmangellage sind zum Dezember 2025 zwei LINT 41-Triebzüge der Firma Leo Express aus der Slowakei angemietet worden.[16] Allerdings sind auch diese Fahrzeuge mit Stand Januar 2026 nicht im Fahrgastbetrieb, sondern stehen auf einem Abstellgleis in Borken.[17]
Nach einem Fahrzeugbrand im Dezember 2025 sind an mehreren Fahrzeugen Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Die betroffenen Fahrzeuge sind umgehend aus dem Verkehr gezogen worden, der Niers-Express fährt seit dem wieder nur im Stundentakt.[18] Ab dem 9. März 2026 wird es einen Ersatzverkehr zwischen Kleve und Düsseldorf geben, durchgeführt durch die Firma Lok-Partner Betriebsgesellschaft. Gefahren wir mit zwei N-Wagen + ein Steuerwagen und 218.
Aufgrund der anhaltenden Schlechtleistungen hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zwei Abmahnungen ausgesprochen. Die erste Abmahnung wurde um den Jahreswechsel 2024/2025, die zweite im Januar 2026 ausgesprochen. Zeitweise stünden nur sechs der 28 Fahrzeuge für die Linie RE 10 zur Verfügung.[19][20]
Zum Dezember 2026 soll die Linie RE 44 über den bisherigen Endpunkt Moers über die Niederrheinbahn nach Kamp-Lintfort verlängert werden.[21] Bereits 2020 verkehrten hier Züge (noch unter der NordWestBahn) probeweise im Rahmen der Landesgartenschau.
Nach Ablauf des Verkehrsvertrages im Dezember 2026 sollte das Netz im neuen Niederrhein-Münsterland-Netz aufgehen.[22] Die Ausschreibung für den Betrieb von Los 2 des neuen Netzes, welches unter anderem die RB31, RB36 und den RE44 umfasst, gewann im Mai 2022 DB Regio. Die Bekanntgabe des Betreibers für Los 1, welches unter anderem den RE10 umfasst, steht noch aus.[7] Die Inbetriebnahme hat sich mehrfach verschoben und ist u. a. davon abhängig, wann die neuen Batterie-Triebzüge und die dafür notwendige Infrastruktur zur Verfügung stehen:[8]
- vsl. Dezember 2027: RB 31, RB 36 und RE44 (neuer Betreiber: DB Regio NRW)
- vsl. Dezember 2028: RE 10
Der Müngstener (S7)

Nach der Insolvenz von Abellio Rail übernahm die VIAS Rail im Rahmen einer Notvergabe zum 1. Februar 2022 den Betrieb. Die Ausschreibung für die ursprüngliche Restlaufzeit bis zum Fahrplanwechsel 2028 (mit Verlängerungsoption) folgte noch im gleichen Jahr. Am 16. September 2022 gab der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bekannt, dass die RheinRuhrBahn die Leistungen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 übernehmen wird.
Die bisher eingesetzten Fahrzeuge vom Typ LINT (Baureihe 1648), welche von Abellio im Rahmen des VRR-Finanzierungsmodells beschafft worden sind[23], kommen weiterhin zum Einsatz.
Fahrzeuge
Die RheinRuhrBahn übernahm ihre Fahrzeuge von der NordWestBahn sowie der VIAS Rail.
Im Niers-Rhein-Emscher-Netz (NRE) sowie auf der S7 kommen insgesamt 46 Triebwagen des Typs LINT 41 zum Einsatz. Im NRE-Netz werden Fahrzeuge der Baureihe 0648 eingesetzt, welche unterschiedlichen Bauserien entstammen und daher nicht alle miteinander kuppelbar sind. Die Fahrzeuge mit den Nummer 420–447 sind 2009 extra für das Netz beschafft worden, 9 weitere Fahrzeuge (361–369) waren zuvor bei der Nord-Ostsee-Bahn und dem Harz-Elbe-Express im Einsatz.
Auf der Linie S7 kommen hingegen ausschließlich Fahrzeuge der Baureihe 1648 zum Einsatz. Diese gehören dem Aufgabenträger und werden für die Dauer der Vertragslaufzeit der RheinRuhrBahn zur Verfügung gestellt.
13 Triebwagen vom Typ Talent, dreiteilig, werden im Emscher-Münsterland-Netz eingesetzt. Ein Großteil der Talent-Triebwagen befindet sich dabei im Eigentum der Leasinggesellschaft Alpha Trains, zwei Fahrzeuge sind von der Prignitzer Eisenbahn angemietet.
Seit 2024 befindet sich mit VT 643 272 wieder ein zweiteiliges Fahrzeug im Fuhrpark. Dieses war bereits zu Zeiten der NordWestBahn im Bestand für das Emscher-Münsterland-Netz, wurde wegen Schäden allerdings zwischenzeitlich abgestellt. Das Fahrzeug trägt noch die alten Unternehmensanschriften der NordWestBahn und wird vorrangig auf dem Streckenast nach Coesfeld eingesetzt.
Die Tabelle gibt den regulären Fuhrpark ohne Leihfahrzeuge wieder.
| Baureihe | Hersteller | Fahrzeugtyp | Anzahl | Linien | Bild |
|---|---|---|---|---|---|
| 0648 | Alstom | LINT 41
(alte Kopfform) |
37 | RE 10RB 31RB 36RE 44 | |
| 1648 | Alstom | LINT 41
(neue Kopfform) |
9 | S 7 | |
| 643 | Bombardier | TALENT | 13 dreiteilig
1 zweiteilig |
RE 14 |
Betriebshöfe

Einen Betriebshof errichtete die NordWestBahn im Jahre 2007 in Dorsten. Dieser dient der Wartung der Triebwagen des Emscher-Münsterland-Netzes. Ein zweites Werkstattgleis wurde im Juni 2015 in Betrieb genommen.[24]
Für die Wartung der Triebwagen des Niers-Rhein-Emscher-Netzes wurde die Werkstatt der Konzernschwester Rheinisch-Bergische Eisenbahn-Gesellschaft in Mettmann erweitert, um die dortigen Einrichtungen als Auftraggeber zu nutzen. Einzelne Fahrzeuge aus diesem Netz werden auch in Dorsten gewartet.
Die Fahrzeuge für die Linie S7 werden in Mettmann betreut.
Die Werkstätten Dorsten und Mettmann werden von der Transdev Instandhaltung betrieben.
Tickets und Tarife
Die Rheinruhrbahn bedient mit ihren Linien mehrere Tarifräume:
- im Ruhrgebiet und im Großteil des Niederrheins den Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR)
- im Kreis Borken und Kreis Coesfeld den Westfalentarif
- verbundraumüberschreitend kommen der NRW-Tarif und der Deutschlandtarif zum Einsatz
