Trifluormethansulfonsäureanhydrid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Trifluormethansulfonsäureanhydrid, abgekürzt Tf2O, ist eine farblose, ätzende und gesundheitsschädliche Flüssigkeit, die in organischen Lösungsmitteln gut löslich ist, mit protischen Lösungsmitteln jedoch heftig unter Hydrolyse reagiert. Sie ist das Anhydrid der Trifluormethansulfonsäure. Die Verbindung ist ein besonders starkes Elektrophil, sie wird zum Einführen der Triflylgruppe genutzt. Eine Übersicht über verschiedene Reaktionen ist in der Literatur gegeben.[4]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Trifluormethansulfonsäureanhydrid
Allgemeines
Name Trifluormethansulfonsäureanhydrid
Andere Namen
  • Triflinsäureanhydrid
  • Tf2O
Summenformel C2F6O5S2
Kurzbeschreibung

farblose, beißende[1] Flüssigkeit[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 358-23-6
EG-Nummer 206-616-8
ECHA-InfoCard 100.006.016
PubChem 67749
ChemSpider 61068
Wikidata Q6128335
Eigenschaften
Molare Masse 282,139 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,677 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

-82 °C[1]

Siedepunkt

82 °C[3]

Dampfdruck

10 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit
  • gut in organischen Lösungsmitteln[2]
  • löslich in Wasser[1]
Brechungsindex

1,321[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272302314335
P: 210220280301+312303+361+353305+351+338[1]
Toxikologische Daten

1.012 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Schließen

Darstellung und Gewinnung

Trifluormethansulfonsäureanhydrid kann durch Kondensation aus Trifluormethansulfonsäure mittels Phosphorpentoxid oder Phosphorpentachlorid gewonnen werden.[2][5]

Eigenschaften

In Wasser hydrolysiert Trifluormethansulfonsäureanhydrid bei Zimmertemperatur innerhalb von einigen Tagen zur Trifluormethansulfonsäure.[6]

Verwendung

In der präparativen organischen Chemie wird durch Trifluormethansulfonsäureanhydrid eingeführte Triflylgruppe als gute Abgangsgruppe genutzt.[7] Mit Alkoholen ergeben sich Alkyltriflate, die u. a. für Alkylierungen verwendet werden. Aus Carbonylverbindungen und Phenolen ergeben sich Vinyl- und Aryltriflate, die in der Heck-Reaktion oder anderen Kreuzkupplungen eine überlegene Alternative zu Haliden darstellen.[8][9][10] Es dient ebenfalls als gute Abgangsgruppe bei Aminierungen,[11] Carbonylierungen oder Heterocyclisierungen.[12][13] Aus Bis(trifluormethansulfonyl)methan und Trifluormethansulfonsäureanhydrid kann Tris(trifluormethansulfonyl)methan gewonnen werden.[14]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI