Tschammerpokal 1938

vierte Auflage des deutschen Fußballpokal-Wettbewerbes From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Tschammerpokal 1938 war die vierte Auflage des deutschen Fußballpokal-Wettbewerbes.

Matchwimpel vom Endspiel um den Tschammerpokal 1938
Schnelle Fakten
Tschammerpokal 1938
Pokalsieger SK Rapid Wien (1. Titel)
Beginn 27. August 1938
Finale 8. Januar 1939
Finalstadion Olympiastadion, Berlin
Mannschaften 72
Spiele 70
Tore 315   4,5 pro Spiel)
Zuschauer 460.600   6.580 pro Spiel)
Torschützenkönig Deutsches Reich NS Helmut Schön
(Dresdner SC, 10 Tore)
Platzverweise 1   0,01 pro Spiel)
Tschammerpokal 1937
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Der Wettbewerb startete am 9. Januar 1938 zunächst nach dem Modus der vorangegangenen Jahre mit den Ausscheidungsrunden für die Mannschaften der Kreis- und Bezirksklassen, danach mit den Gaugruppenspielen sowie den beiden Schlussrunden und dem Achtelfinale. Während der Wettbewerb bereits lief, wurde am 13. März 1938 Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen. Nach Abschluss der österreichischen Fußballsaison 1937/38 wurde der österreichische Fußball in den deutschen Fachverband Fußball eingegliedert, der beschloss, dass ab dem Viertelfinale acht österreichische Mannschaften am Tschammerpokal teilnehmen. Ausgewählt wurden die ersten Sechs der abgelaufenen Meisterschaft und zwei zweitklassige Staffelsieger. Das Viertelfinale wurde in drei Runden aufgeteilt, zwei Ausscheidungsrunden mit je acht Mannschaften des „Altreichs“ und der „Ostmark“ (Österreich) und danach das eigentliche Viertelfinale. Pokalsieger 1938 wurde am 8. Januar 1939 der letzte österreichische Meister SK Rapid Wien.

Teilnehmende Mannschaften

Für die 1. Schlussrunde waren folgende Mannschaften qualifiziert:

  • a 16 Meister-Vereine der Saison 1937/38 der Gauligen
Weitere Informationen Gauliga, Verein ...
GauligaVereinGauligaVerein
OstpreußenYorck Boyen InsterburgPommernStettiner SC
NordmarkHamburger SVNiedersachsenHannover 96
Berlin-BrandenburgBerliner SV 92SchlesienVorwärts-Rasensport Gleiwitz
SachsenBC HarthaMitteSV Dessau 05
WestfalenFC Schalke 04NiederrheinFortuna Düsseldorf
MittelrheinSV Beuel 06Hessen1. FC Hanau 93
SüdwestEintracht FrankfurtBadenVfR Mannheim
WürttembergVfB StuttgartBayern1. FC Nürnberg
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  • b: 48 aus den Pokalspielen auf regionaler Ebene qualifizierte Vereine

1. Schlussrunde

Die Spiele fanden vom 27. August bis 11. September 1938 statt.

Weitere Informationen Spiele, Tore ...
SpieleToreZuschauerdurchschnitt
32 Spiele153 (ø 4,78)3800
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Weitere Informationen Datum, Ergebnis ...
Datum Ergebnis
Sa 27.08.1938 Stettiner SC 1:1 n. V. Yorck Boyen Insterburg
So 28.08.1938 VfB Peine 2:1 n. V. Hamburger SV
So 28.08.1938 WKG BSG Neumeyer Nürnberg 4:2 Stuttgarter Kickers
So 28.08.1938 CSC 03 Kassel 0:1 FSV Frankfurt
So 28.08.1938 BC Hartha 4:1 Sportfreunde Klausberg
So 28.08.1938 SV Polizei Lübeck 2:4 Fortuna Düsseldorf
So 28.08.1938 SC Opel Rüsselsheim 2:1 Alemannia Aachen
So 28.08.1938 Brandenburger SC Süd 05 3:0 MTV Pommerensdorf
So 28.08.1938 Polizei SV Berlin 2:3 Vorwärts-Rasensport Gleiwitz
So 28.08.1938 SV Dessau 05 2:1 SV BEWAG Berlin
So 28.08.1938 Rot-Weiss Essen 5:1 FC St. Pauli
So 28.08.1938 SpVgg Röhlinghausen 1:2 Werder Bremen
So 28.08.1938 1. SV Jena 1:2 Hertha BSC
So 28.08.1938 SV Waldhof Mannheim 4:0 Borussia Fulda
So 28.08.1938 SSV Velbert 1:3 Grün-Weiß Eschweiler
So 28.08.1938 Westfalia Herne 5:1 Sportfreunde Katernberg
So 28.08.1938 SC Victoria Hamburg 4:3 FC Schalke 04
So 28.08.1938 Eintracht Frankfurt 1:2 TSV 1860 München
So 28.08.1938 Freiburger FC 3:1 Hannover 96
So 28.08.1938 Preußen Greppin 00:13 Dresdner SC
So 28.08.1938 Beuthener SuSV 09 3:2 Berliner SV 92
So 28.08.1938 SV Klein-Steinheim 2:3 n. V. 1. FC Nürnberg
So 28.08.1938 1. SSV Ulm 1928 3:2 SpVgg Fürth
So 28.08.1938 SC Blau-Weiß Köln 06 1:7 VfR Mannheim
So 28.08.1938 FC Bayern München 7:0 Union Böckingen
So 28.08.1938 Borussia Dortmund 1:2 Phönix Lübeck
So 28.08.1938 Arminia Bielefeld 5:1 Holstein Kiel
So 28.08.1938 Blau-Weiß 90 Berlin 5:1 TSV 1861 Swinemünde
So 28.08.1938 Riesaer SV 2:1 Wacker 04 Tegel
So 28.08.1938 SV Hindenburg Allenstein 2:0 Preußen Danzig
So 11.09.1938 VfB Stuttgart 7:1 Karlsruher FC Phönix
So 11.09.1938 FC Hanau 93 0:4 VfB Mühlburg
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Wiederholungsspiel

Weitere Informationen Ergebnis ...
Ergebnis
Yorck-Boyen Insterburg [+ 1] Stettiner SC
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  1. Stettin verzichtet

2. Schlussrunde

Die Spiele fanden vom 11. bis 25. September 1938 statt.

Weitere Informationen Spiele, Tore ...
SpieleToreZuschauerdurchschnitt
15 Spiele74 (ø 4,93)4900
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Weitere Informationen Datum, Ergebnis ...
Datum Ergebnis
So 11.09.1938 FSV Frankfurt 3:1 BC Hartha
So 11.09.1938 Fortuna Düsseldorf 7:1 Opel Rüsselsheim
So 11.09.1938 Vorwärts-Rasensport Gleiwitz 2:1 SV Dessau 05
So 11.09.1938 Werder Bremen 2:3 Rot-Weiss Essen
So 25.09.1938 Hertha BSC [* 1] SV Hindenburg Allenstein
So 11.09.1938 Grün-Weiß Eschweiler 1:2 SV Waldhof Mannheim
So 11.09.1938 Westfalia Herne 5:1 SC Victoria Hamburg
So 11.09.1938 TSV 1860 München 3:1 Freiburger FC
So 11.09.1938 Dresdner SC 10:1 Beuthener SuSV 09
So 18.09.1938 1. FC Nürnberg 2:1 1. SSV Ulm 1928
So 11.09.1938 VfR Mannheim 2:1 FC Bayern München
So 11.09.1938 Phönix Lübeck 3:2 Arminia Bielefeld
So 18.09.1938 VfB Stuttgart 2:1 WKG BSG Neumeyer Nürnberg
So 18.09.1938 VfB Mühlburg 6:1 VfB Peine
So 25.09.1938 Blau-Weiß 90 Berlin 3:1 Riesaer SV
So 25.09.1938 Yorck-Boyen Insterburg 1:4 Brandenburger SC 05
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  1. Hertha BSC kampflos weiter, da Allenstein verzichtete.
  • Das Spiel Nürnberg Ulm fand am 18.9.38 statt, das Spiel Hertha – Hindenburg war für den 25.9 angesetzt.

(Quelle: Kicker Nr. 38 vom 20.9.38, Seite 14+ Seite 31)

Achtelfinale

Die Spiele fanden am 9. Oktober 1938 statt.

Weitere Informationen Ergebnis ...
Ergebnis
FSV Frankfurt 3:1 Fortuna Düsseldorf
VfB Mühlburg 2:1 VfB Stuttgart
Brandenburger SC 05 0:1 Vorwärts-Rasensport Gleiwitz
Rot-Weiss Essen 3:0 Hertha BSC
SV Waldhof Mannheim 6:0 Westfalia Herne
TSV 1860 München 3:0 Dresdner SC
1. FC Nürnberg 1:0 VfR Mannheim
Phönix Lübeck 0:1 Blau-Weiß 90 Berlin
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Viertelfinale

Ausscheidungsrunde Altreich

Die Spiele fanden am 6. November 1938 statt.

Weitere Informationen Ergebnis ...
Ergebnis
Waldhof Mannheim 3:2 n. V. Rot-Weiss Essen
FSV Frankfurt 3:1 VfB Mühlburg
Blau-Weiß 90 Berlin 1:2 1860 München
Vorwärts Rasensport Gleiwitz 2:4 1. FC Nürnberg
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Ausscheidungsrunde Ostmark

Die Spiele fanden am 6. November 1938 statt.

Viertelfinale Altreich/Ostmark

Die Spiele fanden am 27. November 1938 statt.

Weitere Informationen Ergebnis ...
Ergebnis
1. FC Nürnberg 3:1 First Vienna FC 1894
1860 München 1:2 n. V. FSV Frankfurt
Waldhof Mannheim 2:3 SK Rapid Wien
Wiener Sport-Club 6:1 Grazer SC
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Halbfinale

Die Spiele fanden am 11. Dezember 1938 statt.

Weitere Informationen Ergebnis ...
Ergebnis
SK Rapid Wien 2:0 1. FC Nürnberg
FSV Frankfurt 3:2 Wiener Sport-Club
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Finale

Weitere Informationen FSV Frankfurt, SK Rapid Wien ...
FSV Frankfurt SK Rapid Wien
FSV Frankfurt
Sonntag, 8. Januar 1939 in Berlin (Olympiastadion)[1]
Ergebnis: 1:3 (1:0)
Zuschauer: 40.000
Schiedsrichter: Fritz Rühle (Merseburg)
SK Rapid Wien


Hans WolfWilli May, Heinrich SchweinhardtArthur Böttgen, Heinrich Dietsch, Fritz FendHermann Armbruster (C)ein weißes C in blauem Kreis, Karl Heldmann, Franz Dosedzal, Franz Faust, Heini Wörner
Cheftrainer: Martin Eiling
Rudolf RaftlHeribert Sperner, Rudolf SchlaufFranz Wagner, Johann Hofstätter, Stefan SkoumalFranz Hofer, Georg Schors, Franz Binder (C)ein weißes C in blauem Kreis, Wilhelm Holec, Johann Pesser
Cheftrainer: Leopold Nitsch
Tor 1:0 Franz Dosedzal (17.)
Tor 1:1 Georg Schors (80.)
Tor 1:2 Johann Hofstätter (85.)
Tor 1:3 Franz Binder (90.)
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Der FSV Frankfurt ging als Fünfter der Gauliga Südwest 1937/38 gegen den österreichischen Meister 1937/38 Rapid Wien in das Endspiel. Während die Frankfurter Spieler nur Mittelmaß darstellten, konnten die Wiener fünf aktuelle österreichische Nationalspieler aufbieten, allen voran Kapitän Franz Binder, der bereits 19-mal für Österreich gespielt hatte. Frankfurt war zusätzlich gehandicapt, weil es auf seinen nach einem Platzverweis im Halbfinale gesperrten Stürmer Heinrich Schuchardt verzichten mussten. Allerdings konnten die Hessen darauf verweisen, dass sie seit neun Monaten in der Gauliga ungeschlagen waren.

Bei Schneeregen bestimmten zunächst die Frankfurter das Spiel, denen die schlechten Platzverhältnisse bei ihrer kämpferischen Spielweise zugutekamen. Schon bald bahnte sich eine Überraschung an, als Frankfurts Mittelstürmer Franz Dosedzal mit einem Kopfballtor seine Mannschaft in der 17. Minute in Führung brachte. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein blieb der FSV weiterhin optisch überlegen, während die Wiener auf dem schlüpfrigen Boden ihren Spielfluss nicht fanden und eher mit Härte den Erfolg suchten. Mehrfach musste ihr Torwart Rudolf Raftl bei Frankfurter Torchancen eingreifen. Nach einer Stunde mussten die Hessen jedoch ihrer Kräfte zehrenden Spielweise Tribut zollen. Als ihr rechter Verteidiger Willy Mai in der 69. Minute verletzt ausscheiden musste, brach das Frankfurter Spiel endgültig zusammen.

Die Wiener, bekannt für ihre gefährliche letzte Viertelstunde, konnten das Spiel nun nach ihrem System gestalten und nutzten in der 80. Minute ihre Überlegenheit zum Ausgleichstor durch ihren halbrechten Angreifer Georg Schors. Bereits fünf Minuten später ging Rapid durch einen sehenswerten 25-Meter-Schuss des Mittelfeldspielers Johann Hofstätter in Führung, und unmittelbar vor dem Schlusspfiff sorgte Franz Binder aus abseitsverdächtiger Position für das alles entscheidende 3:1 für Rapid Wien. Der Frankfurter Anhang konnte die Niederlage nicht verwinden und sah seine Mannschaft durch Schiedsrichter Fritz Rühle betrogen. Zahlreiche Zuschauer stürmten auf den Platz, auf den Tribünen wurde skandiert: „Tschammer von Osten – Dein Pokal, der soll verrosten!“ – eine ungewöhnliche Provokation im nationalsozialistischen Staat.

Beste Torschützen

Sortiert wird nach Anzahl der Treffer, bei gleicher Trefferzahl alphabetisch.

Weitere Informationen Rang, Spieler ...
RangSpielerVereinTore
1 Deutsches Reich NS Helmut SchönDresdner SC10
2 Deutsches Reich NS Oskar SifflingSV Waldhof Mannheim06
3 Deutsches Reich NS Franz DosedzalFSV Frankfurt05
Deutsches Reich NS Franz FaustFSV Frankfurt05
Deutsches Reich NS Herbert PohlDresdner SC05
Deutsches Reich NS Willy SchmidtWKG BSG Neumeyer Nürnberg05
Deutsches Reich NS Georg SchorsSK Rapid Wien05
Deutsches Reich NS Otto SifflingSV Waldhof Mannheim05
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Literatur

  • Matthias Weinrich, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 6: Deutsche Pokalgeschichte seit 1935. Bilder, Statistiken, Geschichten, Aufstellungen. Agon-Sportverlag, Kassel 2000, ISBN 3-89784-146-0, S. 40–48.
  • Reinhard Pillwein (2013): David gegen Goliath – Die österreichische Pokalgeschichte zwischen 1897 und 1949, S. 121–149, Wien: Verlagshaus Hernals, ISBN 978-3-902744-39-5

Einzelnachweise

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