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Türkischrotöl

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Türkischrotöl, auch Tournantöl, ist ein Gemisch aus Rizinusöl, Rizinolsäure und ihrem Schwefelsäureester, Dihydroxystearinsäure und ihrem Schwefelsäureester, Polyrizinolsäuren sowie Rizinolsäureanhydriden und -lactonen. Der deutsche Chemiker und Naturwissenschaftler Friedlieb Ferdinand Runge stellte im Jahr 1834 einen Vorläufer der modernen synthetischen Tenside her, indem er Olivenöl mit Schwefelsäure „sulfonierte“. Später wurde das Olivenöl in der Rezeptur durch das billigere Rizinusöl ersetzt. Ergebnis war das Türkischrotöl.[4]

Schnelle Fakten Sicherheitshinweise ...
Sicherheitshinweise
Name
  • Türkischrotöl
  • Tournantöl
  • Sulfatiertes Rizinusöl
  • Castor-oil sulfated
  • Sulfated castor oil
  • SULFATED CASTOR OIL (INCI)[1]
CAS-Nummer
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

Natriumsalz

Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319
P: 305+351+338 [2]
Toxikologische Daten

> 10.000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[3]

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Es handelt sich um eine klare, meist braungelbe bis dunkelrote Flüssigkeit, deren Dichte bei 1,039 g·cm−3 liegt[2] und die vollständig mischbar mit Wasser ist.[3] Sie wurde früher in der Türkischrotfärberei als flüssiges Textilhilfsmittel eingesetzt.[5] In der Textilindustrie wird es zum Bleichen, Färben, Drucken und für die Appretur eingesetzt.[6]

Türkischrotöl wird durch die Einwirkung von konzentrierter Schwefelsäure auf Rizinusöl bei Raumtemperatur gewonnen, indem man das Reaktionsgemisch anschließend mit Natronlauge oder Ammoniak neutralisiert. Die bei der Neutralisation entstehenden Salze von Carbonsäuren und Sulfonsäuren können – ähnlich wie Seife – Fette und Öle emulgieren und wirken reinigend.

Einzelnachweise

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