U-Bahn-Linie U5 (Wien)

U-Bahnlinie U5 der Wiener Linien From Wikipedia, the free encyclopedia

Die U-Bahn-Linie U5 ist eine in Bau befindliche Linie des Wiener U-Bahn-Netzes. Sie geht aus dem südlichen Streckenteil der Linie U2 hervor, der von dieser abgetrennt und verlängert wird. Die ersten Planungen für das nunmehr in Umsetzung befindliche Ausbauprojekt „Linienkreuz U2/U5“ wurden 2014 veröffentlicht, die Inbetriebnahme der U5 zwischen den Stationen Frankhplatz und Karlsplatz ist für 2030 geplant. Frühestens 2032 soll die Strecke vom Frankhplatz nach Hernals verlängert werden.[1] Ihre Signalfarbe wird Türkis sein.

Weitere Informationen Hernals ↔ Karlsplatz ...
Hernals ↔ Karlsplatz
Die Linie U5 im Gesamtnetz
Die Linie U5 im Gesamtnetz
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:750 V =
U-Bahn-Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Dornbach Maximalvariante
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Hernals Vorortelinie frühestens 2032
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Elterleinplatz frühestens 2032
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Michelbeuern - AKH U6 frühestens 2032
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Arne-Karlsson-Park frühestens 2032
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb) (im Tunnel)
Frankhplatz ab 2030
U-Bahn-Abzweig ehemals geradeaus und von links (im Tunnel)
Betriebsgleis 13/14: U2-Schottentor, heutige Strecke der U2
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
Rathaus U2
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
Volkstheater U3
U-Bahn-Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
Museumsquartier
U-Bahn-Kopfbahnhof Streckenende (im Tunnel)
Karlsplatz U1 U4
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Geschichte

Frühere Planungen

In den Jahren 1966/67, als das Grundnetz der Wiener U-Bahn geplant wurde, ging die Bezeichnung U5 an eine Streckenführung von Hernals über den Schottenring und den Praterstern Richtung Stadion und Stadlauer Brücke – also zu einem guten Teil der U2-Verlängerung 2008 entsprechend. Schon in den frühen 1970er-Jahren wurde diese Planung allerdings zugunsten von Verzweigungen anderer Linien auf dem Großteil dieser Strecke aufgegeben (nach den Erfahrungen mit der in der Praxis nicht funktionierenden Linie U2/U4 im Jahr 1981 wurden Linienverzweigungen dann allerdings grundsätzlich verworfen). 1973 wurde die Kennung U5 daher an eine Strecke zwischen Meidling Hauptstraße, dem südlichen Gürtel und der Schlachthausgasse vergeben, die allerdings auch bald wieder aufgegeben wurde, nicht zuletzt, weil sie zu einem großen Teil parallel zur Schnellbahnstammstrecke verlaufen wäre.[2] Ab der Inbetriebnahme der U6 im Jahr 1989 stellte die Bezeichnung U5 eine Lücke in der Nummerierung der Wiener U-Bahn-Linien dar.

Aktuelles Projekt

Probebohrung für die U5 in der Beethovengasse, Alsergrund (August 2014)
Bauarbeiten am Frankhplatz (Mai 2021)
Bauarbeiten für die Station Rathaus (Friedrich-Schmidt-Platz, Mai 2021)
Bauarbeiten U5: Neue Station vor dem Landesgericht, November 2024
Stationseingang vor dem Landesgericht mit farbigen Paneelen innen, Baustelle Februar 2026
Bauarbeiten U5: Neue Station in der Universitätsstraße

Am 27. Juni 2014 wurde von den Stadträtinnen Renate Brauner und Maria Vassilakou das Ausbauprojekt „Linienkreuz U2/U5“ und die damit verbundene Streckenführung der Linie U5 der Öffentlichkeit präsentiert.[3] In der ersten Etappe soll die U5 die bestehende Strecke Karlsplatz–Universitätsstraße von der Linie U2 übernehmen und im Anschluss daran eine neue Station Frankhplatz erhalten; die U2 befährt dafür einen neuen Südast. Am 8. Oktober 2018 erfolgte am Matzleinsdorfer Platz der Spatenstich.[4][5] Die Linie U5 sollte nach ursprünglichen Planungen eine Zeit lang gemeinsam mit der U2 unterhalb der Zweierlinie betrieben werden,[6] dies wurde 2025 aus budgetären Gründen verworfen.[7]

In weiterer Folge soll die U5 vom Frankhplatz über den Arne-Karlsson-Park, einen der größten Straßenbahn-Knoten Wiens bei der Kreuzung Spitalgasse mit der Währinger Straße, Michelbeuern und den Elterleinplatz (Linien 9 und 43) nach Hernals geführt werden.[8]

Die türkise Kennfarbe der U5 wurde im August 2014 in einer Online-Abstimmung ausgewählt.[9]

Am 2. Juni 2015 gaben die Wiener Linien bekannt, dass die Linie U5 die erste fahrerlose U-Bahn-Linie Wiens werden soll. Dafür soll es in jeder Station vollautomatische Bahnsteigtüren geben.[10] Außerdem bestellten die Wiener Linien nach internationaler Ausschreibung bei Siemens Austria neue U-Bahn-Züge (X-Wagen), die im fahrerlosen Betrieb auf der U5 und im üblichen halbautomatischen Betrieb auf den Linien U1, U2, U3 und U4 verwendet werden können. Die neuen Züge werden in Simmering gefertigt, die Drehgestelle kommen aus Graz.

Im Zuge des Baus ergaben sich jedoch eine Reihe von Verzögerungen, erstmals 2018 wegen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018, während der an wichtigen Verkehrsrouten in Wien nicht gebaut werden sollte,[11] später im selben Jahr wegen Neuausschreibungen.[12] Eine empfindliche Verzögerung brachte das Hochwasser in Mitteleuropa im September 2024 durch die Beschädigung von Baumaschinen. 2025 wurden die Termine für die Inbetriebnahme aus Gründen der Budgetentlastung weiter gestreckt,[13] die bauliche Fertigstellung der Station Frankhplatz bleibt aber weiterhin bei 2026,[14] womit sie einige Jahre lang dann als Geisterbahnhof fungiert.

Weitere Ausbauoptionen

Im Westen war eine Weiterführung der U5 bis nach Dornbach zur Endhaltestelle der Straßenbahnlinien 2 und 10 als Ausbauoption vorgesehen.[15] Im 2025 veröffentlichten Stadtentwicklungsplan für das Jahr 2035 ist diese Verlängerung nicht mehr enthalten, stattdessen soll die Linie 10 zum Bahnhof Hernals verlängert und dort an die U5 angebunden werden.[16]

Eine mögliche östliche Verlängerung der U5 vom Karlsplatz zur Gudrunstraße war im 2007 vorgestellten U-Bahn-Paket bereits enthalten, damals als neuer Südast der Linie U2, wurde jedoch zugunsten des oben beschriebenen Linienkreuzes U2/U5 zurückgestellt. Diese Ausbauvariante gilt aufgrund der für den Bau nötigen temporären Schließung des Musikvereins, der Untertunnelung von Botschaften und der schwierigen Anbindung der S-Bahn-Station Rennweg als verworfen;[17] die Neubaugebiete Aspanggründe und Sonnwendviertel, deren Anbindung vorgesehen war, wurden ohne U-Bahn-Anbindung realisiert. Dennoch soll eine östliche Verlängerung der U5 laut aktuellem Stadtentwicklungsplan erneut geprüft werden.[16]

Architektur

Das Liniendesign der U5 wurde von den beiden Wiener Büros Franz und YF entworfen und am 9. Juli 2015 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Gestaltung orientiert sich – nach den Liniendesigns von U2 und U3 – wieder stärker an dem bei den Linien U1 und U4 verwendeten Originaldesign der Architektengruppe U-Bahn (AGU) und setzt auf die Linienfarbe als charakteristisches Gestaltungselement. Die Böden werden dabei mit Granitplatten belegt, Wände und Decken aus emaillierten Stahlblechen und Aluminiumpaneelen gefertigt. Wesentlichste Neuerung wird der Einbau von Bahnsteigtüren im Hinblick auf den vollautomatischen Fahrbetrieb. Das Grundthema ihres Entwurfs, das „Beschleunigen und Bremsen“, stellt sich in unterschiedlich breiten Farbstreifen entlang der Bahnsteige dar. Die Anordnung soll dabei von den weniger hellen Bahnsteigbereichen zu den helleren Ausgängen leiten. Die Stationszugänge bestehen aus weiß beschichtetem Aluminiumblech und wechseln sich mit im Verlauf schmäler werdenden Glasstreifen ab. Ein Längs-Diagonalknick in der Konstruktion weist nach unten in Richtung der Bahnsteige.[18][19]

Als vorerst einziges neu errichtetes Bauwerk der U5 wird zunächst nur die Station Frankhplatz im neuen Liniendesign ausgeführt sein. Der von der U2 übernommene Streckenast wird nur hinsichtlich Linienfarbe und Bahnsteigtüren adaptiert.[19] Dies betrifft die noch von der Unterpflaster-Straßenbahn stammenden Stationen Rathaus, Volkstheater und Museumsquartier sowie die Endstation Karlsplatz.

Kritik

Es wurde um das Jahr 2005 vorgebracht, der Bau binde Gelder, die für die stärker expandierenden Randbezirke fehlen würden. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, in den Westbezirken finde kein Bevölkerungswachstum statt, verzeichnen alle betroffenen Zählbezirke zwischen Gürtel und Vorortelinie allerdings seit 2001 teils signifikante Zuwächse, selbst im Vergleich zu den voraussichtlichen Kapazitäten der neuen Stadterweiterungsgebiete in der Peripherie.[20] Ein Westarm der U5 mit Stationen in Michelbeuern, am Elterleinplatz und an der S-Bahn-Station Hernals würde ein dichtbesiedeltes Gebiet mit fast 100.000 Einwohnern in drei Bezirken erschließen. Darunter befinden sich einige von der Stadtentwicklungspolitik (Stand 2001) vernachlässigte Gebiete, wie etwa das stagnierende alte Fabriks- und Arbeiterwohnviertel beiderseits der Wattgasse.[21]

Als Alternative wurde 2013 ein Ausbau der Linie 43 ins Spiel gebracht. Eine weitere Verdichtung der Intervalle sei aber laut Wiener Linien nicht mehr möglich, da sich die Züge ansonsten im Weg stünden.[22]

Kritik gab es von Seiten der ÖVP Wien bezüglich der Kosten und der Bauverzögerung. Im Dezember 2020 schaltete sie den Stadtrechnungshof ein.[23]

Aufgrund der schwierigen Finanzlage der Stadt Wien und einer steigenden Neuverschuldung wurde die Eröffnung der Linie U5, die anfänglich aus nur einer neuen Station bestanden hätte, verzögert.[24] Obwohl der Bauabschnitt bis Frankhplatz bis 2026 fertiggestellt sein soll, wird er erst 2030 in Betrieb gehen. Geplant war zuvor, ab Ende 2026 einen Mischbetrieb von U2 und U5 zwischen Karlsplatz und Rathaus zu fahren. Die zweite Ausbaustufe der U5 Richtung Hernals beginnt 2028 statt 2027.[25]

Commons: U-Bahn-Linie U5 (Wien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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