Udo Hebel

deutscher Amerikanist und seit 1. April 2013 Präsident der Universität Regensburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Udo Hebel (* 24. April 1956) ist ein deutscher Amerikanist und seit 2013 Präsident der Universität Regensburg.

Udo Hebel (2019)

Akademischer Werdegang

Udo Hebel studierte Amerikanistik, Anglistik, Germanistik und Pädagogik an der Universität Mainz und als Stipendiat der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission in Mississippi, USA. Nach dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien erhielt er ein Stipendium der Landes-Graduiertenförderung Rheinland-Pfalz. Die Promotion erfolgte 1988 mit summa cum laude an der Universität Mainz. Dort war er von 1986 bis 1995 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Wissenschaftlicher Assistent tätig, habilitierte sich 1995 und erhielt die Venia Legendi für das Fach „Amerikanistik“. Mehrjährige Studien- und Forschungsaufenthalte in den Vereinigten Staaten führten ihn unter anderen an die University of Michigan in Ann Arbor, an die Harvard University, an die American Antiquarian Society in Worcester und Gastprofessuren unter anderem an das Colorado College in Colorado Springs.[1]

Im Jahr 1995 wurde Hebel auf eine Professur für Amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Potsdam berufen und lehrte von 1996 bis 1998 als Professor für Nordamerikanische Literaturwissenschaft an der Universität Freiburg.[1] Von 1998 bis 2023 war er Inhaber des Lehrstuhls für Amerikanistik/American Studies an der Universität Regensburg, wo er auch Dekan und Forschungsdekan der Fakultät für Sprache-, Literatur und Kulturwissenschaften sowie von 2006 bis 2008 Prorektor für Studium und Lehre war.

Seit 2013 ist Hebel Präsident der Universität Regensburg. Nach der ersten vierjährigen Amtszeit wurde er zweimal jeweils für sechs weitere Jahre (bis 2029) erneut gewählt.[1] Hebel war zudem Mitglied einer Kommission des Wissenschaftsrates zu Forschungsratings in den Geisteswissenschaften und Leiter des Frühstudiums an der Universität Regensburg.[2]

Erasmus-Gastdozenturen hatte Hebel von 2008 bis 2013 an der Universität Ferrara inne. Von 2023 bis 2024 war er Mitglied im Universitätsrat der Andrássy Universität Budapest (2023–2024). Er ist zudem Mitglied in verschiedenen Vorständen und Beiräten außeruniversitärer Einrichtungen sowie in universitären, wissenschaftlichen und kommunalen Stiftungen. Seit 2021 fungiert er als Sprecher des Direktoriums des Bayerischen Hochschulzentrums für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST).[1] Darüber hinaus wirkt er als Gutachter für nationale und internationale Organisationen und Stiftungen, in Akkreditierungsverfahren an deutschen Universitäten (AQUIN, AQUAS, ZEvA) sowie in Berufungsverfahren an deutschen, amerikanischen, britischen, holländischen, österreichischen Universitäten.

Hebels Publikationen umfassen 15 Bücher und mehr als 60 Aufsätze aus dem interdisziplinären Wissenschaftsfeld der Amerikastudien. Er gab mehrere Zeitschriftenhefte heraus, unter anderem war er von 2002 bis 2011 Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift Amerikastudien/American Studies.

Forschungsschwerpunkte

  • Amerikanische Erinnerungskulturen
  • Amerikanische visuelle Kultur (besonders Malerei/Fotografie)
  • Transnationale Amerikastudien
  • Literaturen und Kulturen der amerikanischen Kolonialzeit (besonders puritanisches Neuengland)
  • Deutsch-amerikanische Kulturbeziehungen
  • Amerikanisches Drama und Theater / American Cultural Performances

Ämter und Funktionen (Auswahl)

  • seit 2008: Gründungsdirektor Regensburg European American Forum (REAF)
  • 2013–2016: Vorsitzender des International Committee der American Studies Association
  • 1999–2002: Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA)
  • 2011–2014: Präsident der der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (Mitglied des Beirates 1999–2017)
  • 2001–2004: stellvertretender Direktor der Bayerischen Amerika-Akademie[1]
  • 2000–2007: Vorstandsmitglied der Bayerischen Amerika-Akademie[1]
  • 2016–2021: stellvertretender Vorsitzender der Bayerischen Universitätenkonferenz Universität Bayern e. V.[1]
  • seit 2024: Vorsitzender des Präsidiums der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung
  • seit 2025: Vorsitzender des Aufsichtsrats des Speinshart Scientific Center for AI and SuperTech[1]

Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied im Universitätsrat der Andrássy Universität Budapest (2023–2024)[1]
  • Mitglied im Stiftungsrat des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung[3]
  • Mitglied im Stiftungsrat des Leibniz-Instituts für Immuntherapie[4]
  • Mitglied der American Antiquarian Society (seit 2003)
  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA)
  • Mitglied der American Studies Association (ASA)
  • Mitglied der European Association for American Studies (EAAS)
  • Mitglied im Deutschen Anglistenverband
  • Mitglied der Modern Language Association (American Literature Section)
  • Mitglied im Collegium for African American Research (CAAR)
  • Mitglied der F. Scott Fitzgerald Society
  • ehemaliges Mitglied im David Thelen Award Committee der Organization of American Historians (OAH)
  • ehemaliges Mitglied im Beirat des Gutenberg-Forschungskollegs der Universität Mainz

Ehrungen (Auswahl)

Publikationen (Auswahl)

Monographien/Bücher

  • Intertextuality, Allusion, and Quotation. An International Bibliography of Critical Studies (= Bibliographies and Indexes in World Literature 18). Greenwood, New York 1989.
  • Romaninterpretation als Textarchäologie: Untersuchungen zur Intertextualität am Beispiel von F. Scott Fitzgeralds This Side of Paradise (= Mainzer Studien zur Amerikanistik 23). Lang, Frankfurt/Main 1989.
  • als Hrsg. mit Karl Ortseifen: Transatlantic Encounters: Studies in European-American Relations Presented to Winfried Herget. Wissenschaftlicher Verlag, Trier 1995.
  • „Those Images of jealousie“: Identitäten und Alteritäten im puritanischen Neuengland des 17. Jahrhunderts (= Mainzer Studien zur Amerikanistik 38). Lang, Frankfurt/Main 1997.
  • als Hrsg.: The Construction and Contestation of American Cultures and Identities in the Early National Period (= American Studies Monograph Series 78). Winter, Heidelberg 1999.
  • Forefathers' Day Orations, 1769–1865: An Introduction and Checklist. American Antiquarian Society, Worcester 2003.
  • als Hrsg.: Sites of Memory in American Literatures and Cultures (= American Studies Monograph Series 101). Winter, Heidelberg 2003.
  • als Hrsg. mit Martina Kohl: Visual Culture in the American Studies Classroom: Proceedings of the U.S. Embassy Teacher Academy. RPO, Wien 2005.
  • Twentieth-Century American One-Act Plays: Historical Survey, Genre Conventions, Major Representatives, Suggestions for Teaching. Akademie-Vorträge 29. ALP, Dillingen 2006.
  • als Hrsg.: Transnational American Memories (= Media and Cultural Memory 11). De Gruyter, Berlin/New York 2009.
  • Einführung in die Amerikanistik / American Studies. Metzler, Stuttgart 2008.
  • als Hrsg. mit Christoph Wagner: Pictorial Cultures and Political Iconographies. Approaches, Perspectives, Case Studies From Europe and America. De Gruyter, Berlin/New York 2011.
  • als Hrsg.: Transnational American Studies (= American Studies Monograph Series 222). Winter, Heidelberg 2012.
  • als Hrsg.: New England Forefathers' Day Orations, 1770–1865: An Annotated Edition of Selected Plymouth Anniversary Addresses (= American Studies Monograph Series 240). Winter, Heidelberg 2016.
  • las Hrsg. mit Birgit M. Bauridl, Ingrid Gessner: German-American Encounters in Bavaria and Beyond, 1945–2015. Peter Lang, New York 2018.

Zeitschriftenhefte (als Herausgeber)

  • Amerikastudien/American Studies 48 – 56.1, 2003–2011.
  • mit Wolfgang Hallet: Short Plays: Staging Women's Lives. Double Issue Der fremdsprachliche Unterricht 41.85/86, 2007.
  • mit Birgit M. Bauridl, Birgit M. Bauridl: South Africa and the United States in Transnational American Studies. Amerikastudien/American Studies 59.4, 2014.

Einzelnachweise

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