Ulrich Morgenstern
deutscher Musikwissenschaftler
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Ulrich Morgenstern (* 1964 in Gießen) ist ein deutscher Musikwissenschaftler.
Werdegang
Er erwarb 1993 den M.A. in Systematischer Musikwissenschaft und Ostslawistik, 2003 die Promotion (Systematische Musikwissenschaft) und die Habilitation 2011 mit Schwerpunkt Volksmusikforschung / Vergleichende Musikwissenschaft jeweils an der Universität Hamburg. Er hatte Vertretungsprofessuren an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (2009–2011) und der Universität zu Köln (2012) inne. 2012 folgte er dem Ruf an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien auf die Professur für Geschichte und Theorie der Volksmusik am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie. Feldforschungen (seit 1989) führten ihn in das europäische Russland, Belarus, Ungarn, Kroatien, Österreich und Rumänien.
Wissenschaftliche Arbeit
Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind europäische Volksmusik und Volksmusikinstrumente, instrumentale Mehrstimmigkeit, Geschichte der Volksmusikforschung und Musikanthropologie in Europa, europäische Revival-Bewegungen sowie Volksmusikforschung, Ethnomusikologie und politische Ideologien.
Morgenstern ist Vorsitzender der Study Group on Music and Dance of the Slavic World des International Council for Traditions of Music and Dance (ICTMD)[1] und Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des Österreichischen Volksliedwerks[2].
Wissenschaftspolitische Positionen
Morgenstern ist Mitglied im Netzwerk Wissenschaftsfreiheit e.V.[3]
Morgenstern veröffentlicht Artikel und Gastkommentare, etwa in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (gemeinsam mit Susanne Schröter)[4] und Die Presse[5][6] sowie im Politblog Die Achse des Guten[7]. Seine Beiträge setzen sich kritisch mit den Postcolonial Studies und verwandten Forschungsbereichen sowie linker Kunst und Kultur auseinander. Als Inspiration nennt Morgenstern Jordan Peterson, Bari Weiss und Steven Pinker.[8] Die Positionen Morgensterns werden teils positiv rezipiert, etwa von Ron Kubsch oder Geoffrey Clarfield.[9][8] Danilo Scholz kritisierte hingegen das Verhältnis des Artikels in der FAZ „zum historischen Tatsachenbestand“ in Bezug auf Intellektuelle wie Aimé Césaire und Léopold Sédar Senghor als „ausbaufähig“.[10]
Ausgewählte Schriften
- Volksmusikinstrumente und instrumentale Volksmusik in Rußland (= Studia Slavica Musicologica. Band 2). Verlag Ernst Kuhn, Berlin 1995, ISBN 3-92-886419-X.
- Die Musik der Skobari. Studien zu lokalen Traditionen instrumentaler Volksmusik im Gebiet Pskov (Nordwestrußland). Cuvillier Verlag, Göttingen 2007, Band 1: ISBN 978-3-86727-402-9, Band 2: ISBN 978-3-86727-403-6.
- Egalitarianism and Elitism in Ethnomusicology and Folk Music Scholarship, in: Albrecht Schneider, Arne von Ruschkowski (Hrsg.), Systematic Musicology: Empirical and Theoretical Studies (= Hamburger Jahrbuch für Musikwissenschaft 28), S. 249–282.
- Playing Multipart Music. Solo and Ensemble Traditions in Europe. European Voices IV (= Musik Traditionen/Music Traditions. Band 2). Wien: Böhlau (gemeinsam mit Ardian Ahmedaja).
- Pathways in Early European Ethnomusicology. Pioneers and Discourses (= Musik Traditionen/Music Traditions. Band 4). Wien: Böhlau (gemeinsam mit Thomas Nußbaumer).