Umut Özdemir
deutscher Diplom-Psychologe, Psychotherapeut, Paar- und Sexualtherapeut, Dozent und Autor
From Wikipedia, the free encyclopedia
Umut C. Özdemir (* 1986) ist ein deutscher Diplom-Psychologe, Psychotherapeut, Paar- und Sexualtherapeut, Dozent und Autor türkischer Abstammung.[1] Er wurde insbesondere durch seine Arbeit im Bereich Sexualpsychologie, seine Aufklärungsarbeit in sozialen Medien und Medienauftritte bekannt.
Leben
Leben und Ausbildung
Özdemir wurde 1986 geboren. Er studierte Psychologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, wo er sein Studium als Diplom-Psychologe abschloss. Anschließend absolvierte er eine Weiterbildung in Sexualtherapie sowie eine postgraduale Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie am Zentrum für Psychotherapie der Humboldt-Universität zu Berlin.[2] Letzteres schloss er mit dem Staatsexamen ab und ist approbierter Psychologischer Psychotherapeut.[3]
Berufliche Tätigkeit
Von 2014 bis 2020 war Özdemir als klinischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin tätig. Dort führte er unter anderem Einzel-, Gruppen- und Paartherapien durch und war an Forschungsprojekten zur Sexualität beteiligt.[2] Seit 2022 ist er als Psychotherapeut in eigener Privatpraxis in Berlin tätig. Neben seiner klinischen Tätigkeit arbeitet er als Dozent in der Ausbildung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und vermittelt Inhalte insbesondere im Bereich Sexual- und Paartherapie.[4]
Wissenschaftliche und öffentliche Tätigkeit
Özdemir ist Autor und Co-Autor fachlicher Publikationen, darunter ein Therapiemanual zu sexuellen Funktionsstörungen bei Männern[5] sowie Beiträge in wissenschaftlichen Sammelbänden. Im Jahr 2023 veröffentlichte er das populärwissenschaftliche Buch „Leichter lieben. Weil Beziehung auch einfach geht“.[6] Er gründete 2019 die Interessengruppe "Klinische Sexualpsychologie" in der Fachgruppe "Klinische Psychologie und Psychotherapie" der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und ist seitdem ihr Sprecher[7].
Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch seine Aufklärungsarbeit in sozialen Medien bekannt. Laut Berichten des Tagesspiegel und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gehört er zu den wenigen Psychotherapeuten, die auf Plattformen wie TikTok über Themen wie Sexualität, Beziehungen und psychische Gesundheit informieren. Dabei verfolgt er das Ziel, wissenschaftlich fundierte Informationen verständlich zu vermitteln und verbreitete Mythen zu korrigieren.[8][9]
Er tritt als Experte in diversen Interviews und Medienformaten auf und ist seit 2024 einer der psychologischen Experten im funk-Format Das letzte Gespräch auf YouTube[10] und Teil von doktorsex der DAK-Gesundheit auf TikTok und YouTube.[11]
Positionen und Schwerpunkte
Özdemirs Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Sexualpsychologie, Paartherapie sowie psychotherapeutische Aufklärung. Seine Tätigkeit umfasst insbesondere die Vermittlung wissenschaftlich fundierter Informationen zu Sexualität und Beziehungen sowie die Förderung von Selbstakzeptanz und Entstigmatisierung sexueller Themen.[9]
Auszeichnungen
- 2023: Preis für Wissenschaftskommunikation der Fachgruppe Biologische Psychologie und Neuropsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) sowie der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA)[12]
- 2023: Auszeichnung des Tagesspiegels als einer der 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft[13]
- 2024: Ellen-Laan-Award for Translational Sexual Science der International Association of Sex Research (IASR) und der Seksueel Welzijn Nederland[14]
Publikationen (Auswahl)
- Özdemir, Umut C.: Leichter lieben. Weil Beziehung auch einfach geht. dtv, München 2023. ISBN 978-3-423-26352-8
- Beier, K. M., Oezdemir, U. C., Hellenschmidt, T. (2016). Pharmakotherapie bei sexuellen Präferenz- und Verhaltensstörungen. In O. Bilke-Hentsch & K. Sevecke (Hrsg.): Aggressivität – Impulsivität – Delinquenz. Von gesunden Aggressionen bis zur forensischen Psychiatrie bei Kindern und Jugendlichen (S. 183–186). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
- Kuhle, L. F., Oezdemir, U. C., Beier, K. M. (2018). Sexueller Kindesmissbrauch und die Nutzung von Missbrauchsabbildungen. In K. M. Beier (Hrsg.): Pädophilie, Hebephilie und sexueller Kindesmissbrauch (S. 15–25). Berlin: Springer. doi:10.1007/978-3-662-56594-0_2
- Velten, J. & Oezdemir, U. C. (2021). Ejakulationskontrolle. In M. Lindner & M. Hautzinger (Hrsg.). Verhaltenstherapiemanual Erwachsene (9. Aufl., S. 93–97). Berlin: Springer.
- Velten, J. & Oezdemir, U. C. (2023). Sexuelle Funktionsstörungen bei Männern. Fortschritte der Psychotherapie, Bd. 87. Göttingen: Hogrefe. ISBN 978-3-8017-2911-0
- Velten, J. & Oezdemir, U. C. (2024). Sexuelle Funktionsstörungen. In W. Rief, M. Hautzinger, T. Lincoln, J. Margraf & B. Tuschen-Caffier (Hrsg.), Leitlinienorientierte Psychotherapie, Fortschritte der Psychotherapie, Bd. 93 (S. 122–126). Göttingen: Hogrefe.
Weblinks
- Literatur von und über Umut Özdemir im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek