Untermichelbach (Wittelshofen)

Ortsteil der Gemeinde Wittelshofen From Wikipedia, the free encyclopedia

Untermichelbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Wittelshofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Untermichelbach hat eine Fläche von 4,818 km². Sie ist in 373 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12.915,99 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Gelshofen, Gelsmühle und Neumühle.[4]

Schnelle Fakten Gemeinde Wittelshofen ...
Untermichelbach
Gemeinde Wittelshofen
Koordinaten: 49° 4′ N, 10° 28′ O
Höhe: 432 (431–442) m ü. NHN
Einwohner: 180 (2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91749
Vorwahl: 09854
Untermichelbach mit Hesselberg im Hintergrund
Untermichelbach mit Hesselberg im Hintergrund
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Kirche St. Leonhard

Geografie

Durch das Kirchdorf fließen die Sulzach und der Hochwiesgraben, der hier als ein rechter Zufluss in die Sulzach mündet. Etwas weiter südöstlich liegt Wittelshofen. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Südwesten erhebt sich der Schafbuck (458 m ü. NHN).

Die Kreisstraße AN 41 führt über Gelshofen nach Dorfkemmathen (2,5 km nordwestlich) bzw. nach Wittelshofen zur Staatsstraße 2218 (1,1 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Obermichelbach (2,3 km westlich) bzw. nach Ammelbruch zur AN 50 (3,2 km nördlich).[5]

Untermichelbach liegt am Limesweg des Fränkischen Albvereins, einem Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs.

Geschichte

1253 wurde der Ort in einer Urkunde erwähnt, in der das Kloster Heilsbronn mit der Komturei des Deutschen Ritterordens in Oettingen tauschte.

Der Ort lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihren Gütern geltend machen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Wassertrüdingen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Untermichelbach 40 Anwesen. Grundherren waren

Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus und ein Gemeindehirten- und ein Gemeindeschafhaus.[6][7] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.[8]

1806 kam Untermichelbach an das Königreich Bayern. Infolge des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Wittelshofen zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Untermichelbach. Zu dieser gehörten Gelshofen, Gelsmühle, Neumühle und Obermichelbach. 1813 wurde die Gemeinde nach Obermichelbach umbenannt. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) erhielt die Gemeinde nach dem Ausscheiden von Obermichelbach wieder ihren ursprünglichen Namen.[9][10] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach).[8] Die Gemeinde Untermichelbach hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,812 km².[11] Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Untermichelbach an den Landkreis Ansbach.[8]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Untermichelbach am 1. Juli 1972 nach Wittelshofen eingemeindet.[12][13]

Baudenkmäler

  • Ebersbach: Gedenkkreuz aus Stein mit schmiedeeiserner Einfriedung, bezeichnet „1852“.[14]
  • Haus Nr. 20: Evang.-lutherische Pfarrkirche St. Leonhard, Saalkirche mit dreiseitigem Chorschluss und Westturm, Langhaus und Turmobergeschoss 1796, Turmuntergeschosse 14./15. Jahrhundert; mit Ausstattung.[14]

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Untermichelbach gibt es neun Bodendenkmäler, darunter Wachtposten und Teilstrecken des raetischen Limes.[14]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Untermichelbach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 315313328315307320312320324345320319319317324317298304277391373353283260
Häuser[15] 595770696970666360
Quelle [16][17][18][18][19][20][21][22][23][24][25][18][26][18][27][18][28][18][18][18][29][18][11][30]
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Ort Untermichelbach

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987002006002016
Einwohner 250248263 247264256230303223205184 *187 *180
Häuser[15] 4846545653504746
Quelle [16][17][19][21][24][26][28][29][11][30][31][1][1]
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inklusive Gels- und Neumühle
* 
inklusive der Orte Gels- und Neumühle sowie Nebenwohnsitzen

Religion

Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Leonhard und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.[6] Die Katholiken gehören zu Heilig Kreuz (Wittelshofen), einer Expositur der Pfarrei Maria Immaculata (Dürrwangen).[11]

Persönlichkeiten

  • Gisela Bornowski (* 1961), Ev.-Luth. Regionalbischöfin, Pfarrerin in Untermichelbach (1990–2002)

Literatur

Commons: Untermichelbach (Wittelshofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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