Ustadhsis

persisch-zoroastrischer Rebellenführer From Wikipedia, the free encyclopedia

Ustadhsis (persisch أستاذ سيس, geb. im 8. Jahrhundert; gest. im 8. Jahrhundert) war ein persisch-zoroastrischer Rebellenführer, der im Jahr 767 im heutigen Westafghanistan gegen die Oberherrschaft des arabischen Abbasiden-Kalifen al-Mansur (reg. 754–775) rebellierte.

Das Abbasiden-Kalifat um 850, im Osten die Provinz Chorasan.

Leben

Aufstand gegen die Abbasiden

Ustadhis war ein Anhänger der zoroastrischen Reformlehren des Behafarid (persisch به‌آفرید, gest. 748/749), die vom Islam inspirierte Praktiken und Verbote enthielten.[1] Er sammelte in Chorasan eine große Oppositionsbewegung und rebellierte im Jahr 767 gegen die Oberherrschaft der Abbasiden unter dem Kalif al-Mansur (714–775, reg. 754–775).[1] Dabei brachte er schließlich Herat und die umgebende Region in Chorasan unter Kontrolle,[1][2] darunter auch die wichtige Stadt Marw al-Rudh.[2] Er tötete hunderte arabische Stammesangehörige und zahlreiche Abbasidenführer.[1] Unter anderem besiegte er Mu'adh ibn Muslim ibn Mu'adh, den späteren Gouverneur von Chorasan.[3] Die Zahl seiner Anhänger soll bis zu dreihunderttausend Menschen umfasst haben.[1][2]

Der Kalif al-Mansur entsandte Truppen unter dem Oberkommando von General Khazim ibn Khuzayma al-Tamimi, der den Aufstand schließlich niederschlug.[1] Ustadhis floh in eine Festung bei Badghis, wo er endgültig besiegt wurde.[1] Nach Tabari soll das bis 768 geschehen sein,[2] nach Arezou Azad nicht vor 750.[1] Ustadhis und die Mitglieder seines Haushalt und Harems gerieten in Kriegsgefangenschaft.[1][2] Nach anderen Berichten beging er Suizid.[4]

Schicksal seines Haushalts

Nach einigen Berichten soll es sich bei der Sklavin Maradschil um seine Tochter handeln. Sie soll noch im Säuglings- oder Kleinkindalter gewesen sein, als sie nach Ustadhsis Niederlage in abbasidische Kriegsgefangenschaft geriet und nach Bagdad gebracht wurde, wo sie aufgewachsen sein soll.[5][6][7] Maradschil wurde später zur Sklavin des fünften Abbasiden-Kalifen Harun al-Raschid und gebar ihm als seine Konkubine am 14. September 786 den Sohn Abdallah al-Ma'mun, den späteren siebten Abbasiden-Kalifen.[8] Maradschil starb bei oder kurz nach der Geburt.[8][9]

Andere gefangene Mitglieder seines Haushalts bzw. Harems waren wohl die von al-Mahdi akquirierte Bahtariya und Schakla, die beiden zu seinen Konkubinen wurden und ihm Kinder gebaren.[10][11] Bahtariya wurde Mutter des Abbasiden-Prinzen Mansur;[10][11] Schakla die Mutter des Abbasiden-Prinzen Ibrahim ibn al-Mahdi.[10]

Rezeption

In der klassisch-arabischen Literatur wird Ustadhsis unter anderem Erwähnung im Taʾrīḫ aṭ-Ṭabarī – Taʾrīḫ ar-Rusūl wa-l-Mulūk von al-Tabari (839–923) erwähnt.[2]

Einzelnachweise

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