Uxbenka

archäologischer Fundplatz in Belize From Wikipedia, the free encyclopedia

Uxbenka (spanische Orthographie: Uxbenká) ist ein ehemaliger Stadtstaat der präkolumbischen Maya-Zivilisation im Süden von Belize im Distrikt Toledo.

Gruppe B in Uxbenka

Die Siedlung wurde rund um das Jahr 100 gegründet und war damit die erste und bis um das Jahr 550 auch die einzige größere Siedlung der Region. Mit einem grundlegenden Umbau seit dem Jahr 200 begann das ehemalige Dorf Monumentalbauten zu errichten, Stelen zu errichten und stratifizierte sich sozial. Zu seiner Hochzeit beherbergte es einschließlich des Umlands möglicherweise rund 10.000 Einwohner.

Nachdem weitere Städte in der Region entstanden, begann Uxbenka um 700 seine Einwohner zu verlieren. Ein 750 gegründeter Ableger der Stadt verschärfte diese Entwicklung weiter und in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts zerfiel das Gemeinwesen. Um 1000 wurde der Ort dann endgültig verlassen.

Geschichte

Die früheste Besiedlung von Uxbenka lässt sich auf die späte Präklassik zwischen den Jahren 0 und 200 datieren, damit handelt es sich um das früheste bekannte Maya-Gemeinwesen im südlichen Tiefland von Belize, der Southern Belize Region (SBR).[1] Begünstigt wurde seine Gründung durch das Vorhandensein ausgesprochen fruchtbarer und ergiebiger Böden.[2.1] Zu dieser Zeit war es noch ein kleines Bauerndorf ohne monumentale Architektur, auch lassen sich keine Hinweise auf eine soziale Stratifikation finden.[2.2]

Präklassisch war vermutlich vornehmlich die Gruppe A besiedelt. Ab 200 wurde Uxbenka umfangreich umgebaut und die Gruppe A wurde durch Monumentalbauten zum zeremoniellen Zentrum umgewidmet, zu dieser Zeit begann auch die Erbauung der Gruppe B.[2.3] Wodurch diese Transformation ausgelöst wurde ist unklar, sie ist jedoch ein Beleg für die Entstehung von Hierarchien, wenngleich ein Königtum zu dieser Zeit nicht nachweisbar ist. Frühestens 100 Jahre nach dem Umbau begann man dann mit der Errichtung von Stelen, sämtlich in der Gruppe A, deren älteste noch lesbare datierte den 25. August 455 angibt. Eine andere Stele, die als zeitgenössisch verstanden wird, verweist auf den Herrscher von Tikal, Chak Tok Ich'aak I., der 360 inthronisiert wurde und 378 starb. Sehr wahrscheinlich war Uxbenka kurz vor der Errichtung der Stele in den Einflussbereich von Tikal geraten, ob durch enge ökonomische Beziehungen oder als Vasallenstadt, ist unklar.[2.4]

Bis zur Entstehung weiterer größerer Gemeinwesen in der SBR um 550 blieb Uxbenka neben dem deutlich kleineren, rund 50 Kilometer nördlich gelegenen Ek Xux die einzige größere Siedlung der Region.[2.5] Auch nach der späteren Gründung neuer Ortschaften wie Nim Li Punit, Lubaantun, Xnaheb und vor allem Pusilha blieb Uxbenka eines der Regionalzentren des heutigen Südbelize.[3] Schätzungen über seine Einwohnerzahlen kalkulieren zu seinen Hochzeit eine mögliche Einwohnerzahl zwischen 7.500 und 13.000, davon wenige Hundert Eliteangehörige in seinem Kern[3].[4] Vermutlich bestanden bis zu dieser Zeit engere Handelsbeziehungen vor allem mit Orten des südlichen Peten. Möglicherweise wandte sich der Handel von Uxbenka nach 500 zunehmend vom Peten ab und stärker den südlich gelegenen Orten Copán und Quiriga sowie der Küstenstadt Altun Ha zu.[2.1] In der von Wachstum und der Entstehung weiterer Städte in der SBR geprägten auch politisch veränderten Landschaft transformierte sich Uxbenka erneut, die Gruppe A wurde nicht mehr weiter bebaut, sondern diente vermutlich nur noch als Denkmal an die dynastischen Gründer und die Gruppe B wurde nun zum politischen Zentrum des Ortes. Nicht der Elite angehörende Bürger wurden durch die Elite von den fruchtbaren Böden des Ortes auf weniger ergiebige verdrängt.[2.6] Bereits um das Jahr 700 hatte ein Bevölkerungsrückgang in Uxbenka begonnen, ab 780 hörte der Bau und die Wartung der Monumentalarchitektur auf.[5]

Um 750 wurde durch Kolonisten aus Uxbenka unweit der Muttersiedlung am Rio Grande der Ableger Lubaantun gegründet. Innerhalb der nächsten 50 Jahre überholte Lubaantun Uxbenka an Größe und Bedeutung und wurde ein mittleres Regionalzentrum im heutigen Südbelize.[3]

Der bereits früher begonnene politische Zerfall Uxbenkás wurde durch eine große Dürre von 835–900 besiegelt, die zum Ende des Gemeinwesens führte. Um das Jahr 1000 war Uxbenká endgültig verlassen.[5]

Anlage

Die Ortschaft besteht aus mehreren, zerstreut liegenden[6] Gruppen. Lidar-Untersuchungen zeigten, dass die Menschen in Uxbenka vor allem die Hügelkuppen in der Landschaft sowohl für Gemeinschaftsbauwerke als auch Wohngebäude genutzt haben.[7] Der Siedlungskern, die Gruppe A als zeremonielles Zentrum, liegt mit der eng anschließenden Gruppe K sowie der kleinen Gruppe L rund 500 Meter östlich der anderen Gruppen B bis G, die sich in nordsüdlicher Richtung auf einer benachbarten Anhöhe erstrecken.[2.7] Mittig zwischen ihnen liegen kleinere Siedlungsgruppen, die Siedlungnachweise des Ortes aus der Präklassik zwischen den Jahren 0 und 250 erbrachten, vermutlich wurde die Siedlungsgruppe danach im Zuge der Reorganisation des Ortes aufgegeben.[2.8]

Funde im Umland erstrecken sich über eine Fläche von 40 km².[6][7]

Stelen

Stelen auf der Plaza der Gruppe A in Uxbenká

Dreizehn Stelen, beziehungsweise Steintafeln, mit Aufzeichnungen der politischen Geschichte wurden in Uxbenka identifiziert.[8] Nur zwei der Stelen stehen noch, die anderen wurden bewegt oder sind umgekippt.[7] Die erhaltenen Stelae sind stark verwittert und ein Großteil der epigraphischen Information ist nicht mehr lesbar. Zu den lesbaren ethnographischen Daten gehören lange Zählungsreihen. Die Entdeckung dieser Aufzeichnungen bestätigt, dass Uxbenka von der frühen klassischen bis zur späten klassischen Periode besiedelt war.[8]

Stela 6:

Stela 6 wurde direkt vor Struktur 1 gefunden. Ihr fehlt die obere Hälfte, auf ihr wurden Glyphen gefunden, die auf die späte klassische Periode datiert wurden. Von diesen Glyphen liest sich ein Abschnitt “Hanab Pakal”, was als „Blumen-Schild“ (“flower shield”) übersetzt wurde.[8]

Stela 11:

Die in drei Stücke gebrochene Stele fand sich kopfüber in der Nordwestecke der Struktur 1.[8] Wie bei Stele 6 fehlt bei Stele 11 die obere Hälfte. Sie trägt einige der am besten lesbaren Glyphen in Uxbenka. Archäologen konnten darauf die kompletten Zählungsreihen: “8.18.0.0.” entziffern, was auf die frühe klassische Periode datiert. Zusätzliche lesbare Glyphen auf Stele 11 sind eine Jaguar-Pfote, ähnlich derjenigen auf Stele 39 in Tikal. Die Ikonographie auf Stele 11 zeigt die untere Hälfte eines Individuums, dessen Füße in dieselbe Richtung weisen, sowie einen Balken mit der doppelköpfigen Schlange. Dies deutet ebenfalls auf die frühe klassische Periode. Die Pose stimmt mit anderen Darstellungen der frühen klassischen Ikonographie überein.[8]

Stela 14:

Stele 14 ist nicht nur die größte der Stelen in Uxbenka, sondern auch „das größte Monument in Uxbenka“ (“the tallest monument at Uxbenka”). Die meisten Inschriften sind jedoch erodiert. Trotzdem können schwache Umrisse eines großen witz monster der späten klassischen Periode ausgemacht werden.[8]

Stela 15:

Stele 15 wurde in zwei Stücken vor Struktur 3 aufgefunden. Lesbare Inschriften auf dieser Stele umfassen die introductory series initial glyph (Initialserie) „ISIG“ und ein Datum der Zählung „9.17.10.0.0“, den 28. November 780.[8]

Stela 18:

Diese Stele wurde mit der Schauseite auf dem Boden östlich von Struktur 7 entdeckt. Auch wenn sie teilweise verwittert ist, lässt sich die Ikonographie auf Stele 18 als Bildnis eines Herrschers der frühen klassischen Periode interpretieren. Schwache Umrisse von Inschriften sind noch erkennbar, allerdings nicht mehr lesbar.[8]

Stela 19:

Stele 19 wurde westlich der zentralen Treppe gefunden, welche zum Stelen-Platz (Stelae Plaza) führt. Die Inschriften sind verhältnismäßig gut erhalten, 35 Glyphen sind lesbar. Eine Zählungssequenz und eine Initialserie (ISIG) wurden identifiziert. Die Zählung weist auf „9.17.11“ oder 782.[8]

Stela 21:

Ursprünglich wurde nur die linke Hälfte der Stele 21 gefunden. Sie lag vor Struktur 1 und nahe bei Stela 11.[8] Eine Überblicksgrabung des Maya Mountains Archaeological Project entdeckte die rechte Hälfte von Stele 21 in einer Plünderungsgrube vor Stele 15. Ähnlich wie Stele 11 und Stele 18 zeigt Stele 21 die Darstellung eines Herrschers der frühen klassischen Periode mit einem Balken mit einer doppelköpfigen Schlange.[8]

Stela 22:

Stele 22 wurde begraben unter Stele 13 gefunden. Sechs stark verwitterte Glyphen sind auf einer Seite dieser Stele erkennbar. Eine lesbare “Haab”-Glyphe könnte auf das Datum 751 A.D. hindeuten.[8]

Einzelnachweise

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