Velvet Songs
Musikalbum des Chicago Trio von Ernest Dawkins, Harrison Bankhead und Hamid Drake
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Velvet Songs (Untertitel To Baba Fred Anderson) ist ein Musikalbum des Chicago Trio von Ernest Dawkins, Harrison Bankhead und Hamid Drake. Die am 11. und 12. August 2008 im Jazzclub Velvet Lounge, Chicago, entstandenen Aufnahmen erschienen 2011 auf RogueArt.
| Velvet Songs | |
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| Livealbum von Chicago Trio (Ernest Dawkins, Harrison Bankhead & Hamid Drake) | |
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Format(e) |
2 CD, Download |
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Titel (Anzahl) |
12 |
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2:06:46 | |
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Besetzung |
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Michel Dorbon | |
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Aufnahmeort(e) |
Velvet Lounge, Chicago |
Hintergrund
Mit dem Album Velvet Songs erwies das Chicago Trio seine Referenz an den 2010 verstorbenen Fred Anderson. Das Trio besteht aus Ernest Dawkins, Harrison Bankhead & Hamid Drake. Fred Anderson verstarb im Juni 2010 und hinterließ nicht nur sein unvergleichliches Saxophonspiel, sondern auch seine Clubs, das Birdhouse und die Velvet Lounge in Chicago, notierte Lyn Horton. Für viele Musiker, darunter den Saxophonisten Ernest Dawkins und den Bassisten Harrison Bankhead, war er im übertragenen Sinne „Baba“ oder „Vater“. Für den Schlagzeuger Hamid Drake war er sogar ganz wörtlich „Baba“, als die beiden in jungen Jahren von Monroe, Louisiana, nach Evanston, Illinois, zogen. Velvet Songs wurde 2011 zusammengestellt, aber bereits 2008 vom Trio Dawkins, Bankhead und Drake in der Velvet Lounge aufgenommen.[1]
Titelliste
- Chicago Trio: Velvet Songs (To Baba Fred Anderson) (Rogueart – ROG-0030)[2]
CD 1
- Astral Projection 12:53
- Sweet 22nd Street (The Velvet Lounge) 12:10
- You Just Cross My Mind 8:26
- The Rumble 6:11
- Peace and Blessing (To Fred) 9:21
- Down n’ the Delta 7:40
CD 2
- Jah Music 9:54
- Galaxies Beyond 5:47
- Woman of Darfur 10:00
- Waltz of Passion 8:56
- Moi Tre Gran Garcon 17:44
- One for Fred 17:19
Die Kompositionen stammen von Ernest Dawkins, Hamid Drake, Harrison Bankhead.
Rezeption

Nach Ansicht von John Sharpe, der das Album in All About Jazz rezensierte, würde Dawkins, wie er schon oft mit seinem New Horizons Ensemble bewiesen hat, als virtuoser Solist brillieren. Mit einer vielfältigen Palette an Blasinstrumenten kreiere er seinen schwungvollen, mal Bebop-artigen, tänzerischen Stil, der sich um wechselnde Tonlagen bewegt, mal leidenschaftlich und ungezügelt daherkommt. Als Meister sich stetig weiterentwickelnder Grooves würde Drakes Zusammenarbeit mit Bankhead nur von seiner Zusammenarbeit mit dem großen William Parker übertroffen. Beide besäßen dasselbe flexible Zeitgefühl, das mühelos zwischen verschiedenen Mustern wechsle, ohne einen einzigen Beat zu verlieren, wie hier auf „Jah Music“ exemplarisch zu hören ist. Drake sei ein Meister der Struktur und könne aus Chaos einen Groove zaubern, wie er im freien, turbulenten „The Rumble“ eindrucksvoll beweist. Bankheads zweite große Stärke sei sein untrügliches Gespür für Melodien, das in seiner gesanglichen, gestrichenen Cellolinie auf „Peace and Blessing (to Fred)“ besonders gut zur Geltung komme.[3]
Dass die Gruppe so energiegeladen klingt, sei keine Überraschung, schrieb Lyn Horton (JazzTimes). Tatsächlich hätten Dawkins und Bankhead noch nie so lebendig geklungen. Dawkins’ Spiel auf Sopran-, Alt- und Tenorsaxophon besteche durch melodische Phrasen, bluesige Töne und ausdrucksstarke Soli. Sein Sopransaxophonspiel vermittle ergreifende musikalische Botschaften, insbesondere in den Eröffnungsstücken beider Sessions und in „Moi Tre Gran Garcon“. Sein Solo-Intro auf dem Altsaxophon in „One for Fred“ führe zu Abstraktionen, die in einem gewichtigen Statement zum Abschluss der zweiten Session münden. Dawkins’ Pfeifen, Glockenläuten, Klopfen und Rasseln würden Details hinzufügen, die Kanten abrunden und eine besondere Wucht erzeugen, die ohne diese Klänge verloren ginge. Besonders fesselnd sei Bankheads Bassspiel, das eine Reihe von gebogenen Tönen, rasanten Coll’arco-Spiel, rhythmischen Ausbrüchen und resonanten, akzentuierten Pizzicati entfesselt, die den Klangraum durchdringen. Insgesamt würde sich das Chicago Trio nie in unhaltbare Gefilde begeben, sondern bewahre sich stets „eine Aura der Ehrfurcht“.[1]
Weblinks
- Chicago Trio:Velvet Song’. In: Bandcamp. (englisch).
- Listung des Albums bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 12. März 2026.