Verbellner Winterjöchli
Gebirgspass im Verwall an der Grenze Tirol / Vorarlberg
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Das Verbellner Winterjöchli[1][2][3] oder Verbellner Winterjöchle[4] ist ein 2270 m hoher Gebirgspass und Bergsattel an der Grenze Vorarlberg/Tirol in Österreich.
| Verbellner Winterjöchli | |||
|---|---|---|---|
| Himmelsrichtung | Südwesten | Nordosten | |
| Passhöhe | 2270 m ü. A. | ||
| Bundesland | Vorarlberg | Tirol | |
| Wasserscheide | Verbellabach, Ill, Rhein | Albonabach, Rosanna, Sanna, Inn, Donau | |
| Talorte | Gaschurn | St. Anton am Arlberg | |
| Ausbau | Wanderweg | ||
| Gebirge | Verwall | ||
| Besonderheiten | Scheidseen, Neue Heilbronner Hütte, Europäische Hauptwasserscheide | ||
| Karte (Vorarlberg) | |||
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| Koordinaten | 47° 0′ 33″ N, 10° 8′ 25″ O | ||


Beschreibung
Direkt am Sattel liegen die beiden Scheidseen, zudem gibt es mehrere Moorbereiche. Die Landschaft ist geprägt von hochalpinen Rasen, Hangschutt und Felsmassiven.
Hier ist ein weitgehend natürlicher Lebensraum der Silikatalpen. Es kommen alle für diesen Lebensraum typischen Pflanzen und Tiere vor, ausgenommen die ausgerotteten Großraubtiere. Der Steinadler brütet und jagt hier.[5]
Lage
Politische Lage
Die südwestliche Seite gehört zur Gemeinde Gaschurn, Bezirk Bludenz, Vorarlberg, die nordöstliche Seite gehört zur Gemeinde St. Anton am Arlberg, Bezirk Landeck, Tirol.
Lage bezüglich Gebirge
Der Pass liegt im Verwall, er trennt die Untergruppen Valschavielkamm und Fluhgruppe. Die angrenzenden Berge sind der Strittkopf (2604 m, Valschavielkamm) im Nordwesten und der Jöchligrat (2632 m, Fluhgruppe) im Südosten. Der Jöchligrat ist nur eine kleine Erhebung in einem Grat, nach dem Jöchligrat heißt der Grat Grüner Grat, dieser geht weiter bis zum Schaftälispitz (2819 m) und zum Schrottenkopf (2890 m).
Lage bezüglich Regionen, Tälern und Gewässern
Der Pass liegt am Schnittpunkt der Talschaften Montafon, Stanzertal und Paznauntal. Das Verbellatal ist ein Seitental des Montafons, die entsprechenden Gewässer sind Verbellabach und Ill. Diese mündet in den Rhein. Partenen, ein Ortsteil von Gaschurn liegt 7,5 km Luftlinie im Südwesten.
Nach Nordosten wird der Pass entwässert über den Albonabach und die Rosanna. Die Bezeichnungen des Tals sind von oben nach unten Schönverwall, Verwalltal und Stanzertal.[4] Der Ort St. Anton liegt rund 17 km Luftlinie im Nordosten.
Orographisch gehört der Pass nicht zum Paznauntal, aber der Ortskern der Gemeinde Galtür liegt nur 5,9 km Luftlinie südöstlich und ist damit die nächstgelegene Ortschaft, allerdings durch eine Bergkette getrennt.
Der Pass liegt auf der Europäischen Hauptwasserscheide Nordsee/Schwarzes Meer.
Tourismus
Zustieg beim Wandern
Den Pass bzw. die hier liegende Neue Heilbronner Hütte erreicht man über mehrere Wege:
- Vom Zeinisjoch bzw. dem Stausee Kops aus (2,5 Stunden Gehzeit)[6],
- von der Bergstation der Tafamuntbahn aus über den Wiegensee (Gehzeit 4,5 Stunden)[6],
- von Partenen aus über das Ganifer und das Verbellatal (5,5 Stunden)[6],
- von St. Anton am Arlberg aus über das Schönverwall (7 Stunden Gehzeit)[7]
Hüttenwanderungen
Die Neue Heilbronner Hütte ist ein Ziel bei mehrtägigen Hüttenwanderungen, beispielsweise:
- Von der Konstanzer Hütte aus über die Schönverwallhütte, den Rosannasteg und das Ochsental (Gehzeit 2,5 Stunden)[6],
- von der Konstanzer Hütte aus über Fasultal, Bruckmannweg, Wannenjöchle (6 Stunden Gehzeit)[8]
- von Friedrichshafener Hütte aus über das Muttenjoch und Ochsental (3,5 Stunden Gehzeit)[6]
- von der Wormser Hütte aus (Wormser Höhenweg, rund 9 Stunden Gehzeit)[6]
Die Neue Heilbronner Hütte ist die einzige größere touristische Infrastruktur in der Umgebung. Sie ist daher das Drehkreuz für Touren in der Umgebung.
Mountainbiken
Über den Pass führt eine ausgewiesene Mountainbikestrecke.[9] Mountainbiken ist nur zw. 15. Juni und 15. Oktober in der Zeit von 7:00 – 20:00 Uhr auf den gekennzeichneten Routen erlaubt.[10]
Naturschutz
Die Vorarlberger Seite gehört zum Europaschutzgebiet Verwall[11] und zur Weißzone Verbella.[12] Hier kommen unter anderem Gämse, Steinböcke, Murmeltiere, Schneehühner und Birkhühner vor.[12]

