Verlag Louis Blumenthal

deutscher Verlag für Ansichtskarten From Wikipedia, the free encyclopedia

Louis Blumenthal war ein von 1876 bis 1908 in Berlin betriebenes „Kunst-, Luxus-, Leder- und Papierwaaren-Geschäft“ mit angeschlossener Buchdruckerei, Lithografischer Anstalt und Geschäftsbücher-Fabrik.[2][3] Das Geschäft befand sich bis 1883 in der Mohrenstraße 18–19/Ecke Friedrichstraße und zog dann in die Leipziger Straße 38 (nahe der Charlottenstraße).[4] Neben Angeboten von Galanteriewaren tat sich die Firma auch als Verlag von Ansichtskarten hervor, darunter insbesondere „mit Porträtfotografien von Personen des kulturellen Lebens“.[5] Dieser Bereich wurde 1909 vom Verlag Hermann Leiser übernommen.[6]

Geschäftsraum Blumenthals in: Panorama von Berlin: für die Gewerbe-Ausstellung 1896, S. 11[1]

Verlagsprofil

Schon in einer Anzeige im ersten Jahrgang des Deutschen Adelsblattes 1883 bewarb Louis Blumenthal als „größtes und schönstes Magazin in der Schreibmaterialien-, Kurz- und Lederwaarenbranche der Residenz“ als Groß- und Einzelhändler für den gehobenen Bedarf unter anderem frühe Alben für Fotografien.[3]

Gertrud Eysoldt als „Salome“ in Oscar Wildes gleichnamigem Drama
Nr. 2639, Foto von Hanna Schwarz

Spätestens 1890 war Blumenthal als Einzel- und Großhändler auch im Export tätig[7] und konnte nach der Einführung von Ansichtskarten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch über Vertriebspartner etwa in Frankfurt am Main eine Kollektion von mehr als 1000 „Porträt-Karten“ anbieten.[8] Diese Postkarten waren fortlaufend nummeriert; beispielsweise zeigte die Karte Nummer 2639 die Schauspielerin Gertrud Eysoldt als „Salome“ in einer Aufnahme der Fotografin Hanna Schwarz.[9]

Leben

Der Kaufmann Louis Blumenthal stammte aus einer jüdischen Familie. Er wurde am 27. Februar 1852 in Schlochau, Provinz Westpreußen geboren und starb am 6. Juni 1912 in Charlottenburg.[10] Blumenthal wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee begraben.[11]
Ab spätestens 1876 lebte er in Berlin und wurde Teilhaber der Firma „Isaac Simon, Hoflieferant, Geschäftsbücherfabrik und Papierhandlung, Monogramm-Prägeanstalt, Buch- und Steindruckerei“.[12] Ab 1878 war Blumenthal alleiniger Inhaber; ab 1896 war Hermann Leiser sein Geschäftspartner.[13]
1885 heiratete er in Thorn Johanna Leiser (1862 in Thorn; † 1942 im Ghetto Theresienstadt).[14] Das Paar hatte zwei Söhne: der Kaufmann Siegfried (* 1886 in Berlin) starb als Soldat 1916 in der Schlacht an der Somme in Fresnes, Frankreich.[15] Der Jurist Dr. Erich Blumenthal (* 1887 in Berlin)[16] wanderte 1939 in die USA aus, arbeitete als Immobilienmakler und starb als Eric Bloom 1973 in Los Angeles.

Porträtfotografien (Auswahl)

Commons: Louis Blumenthal (publisher) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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