Verlag Louis Blumenthal
deutscher Verlag für Ansichtskarten
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Louis Blumenthal war ein von 1876 bis 1908 in Berlin betriebenes „Kunst-, Luxus-, Leder- und Papierwaaren-Geschäft“ mit angeschlossener Buchdruckerei, Lithografischer Anstalt und Geschäftsbücher-Fabrik.[2][3] Das Geschäft befand sich bis 1883 in der Mohrenstraße 18–19/Ecke Friedrichstraße und zog dann in die Leipziger Straße 38 (nahe der Charlottenstraße).[4] Neben Angeboten von Galanteriewaren tat sich die Firma auch als Verlag von Ansichtskarten hervor, darunter insbesondere „mit Porträtfotografien von Personen des kulturellen Lebens“.[5] Dieser Bereich wurde 1909 vom Verlag Hermann Leiser übernommen.[6]

Verlagsprofil
Schon in einer Anzeige im ersten Jahrgang des Deutschen Adelsblattes 1883 bewarb Louis Blumenthal als „größtes und schönstes Magazin in der Schreibmaterialien-, Kurz- und Lederwaarenbranche der Residenz“ als Groß- und Einzelhändler für den gehobenen Bedarf unter anderem frühe Alben für Fotografien.[3]

Nr. 2639, Foto von Hanna Schwarz
Spätestens 1890 war Blumenthal als Einzel- und Großhändler auch im Export tätig[7] und konnte nach der Einführung von Ansichtskarten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch über Vertriebspartner etwa in Frankfurt am Main eine Kollektion von mehr als 1000 „Porträt-Karten“ anbieten.[8] Diese Postkarten waren fortlaufend nummeriert; beispielsweise zeigte die Karte Nummer 2639 die Schauspielerin Gertrud Eysoldt als „Salome“ in einer Aufnahme der Fotografin Hanna Schwarz.[9]
Leben
Der Kaufmann Louis Blumenthal stammte aus einer jüdischen Familie. Er wurde am 27. Februar 1852 in Schlochau, Provinz Westpreußen geboren und starb am 6. Juni 1912 in Charlottenburg.[10] Blumenthal wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee begraben.[11]
Ab spätestens 1876 lebte er in Berlin und wurde Teilhaber der Firma „Isaac Simon, Hoflieferant, Geschäftsbücherfabrik und Papierhandlung, Monogramm-Prägeanstalt, Buch- und Steindruckerei“.[12] Ab 1878 war Blumenthal alleiniger Inhaber; ab 1896 war Hermann Leiser sein Geschäftspartner.[13]
1885 heiratete er in Thorn Johanna Leiser (1862 in Thorn; † 1942 im Ghetto Theresienstadt).[14] Das Paar hatte zwei Söhne: der Kaufmann Siegfried (* 1886 in Berlin) starb als Soldat 1916 in der Schlacht an der Somme in Fresnes, Frankreich.[15] Der Jurist Dr. Erich Blumenthal (* 1887 in Berlin)[16] wanderte 1939 in die USA aus, arbeitete als Immobilienmakler und starb als Eric Bloom 1973 in Los Angeles.
Porträtfotografien (Auswahl)
- Charlotte Maren als „Gretchen“ in Goethes Faust; Nr. 1059, Becker und Maass
- Else Kupfer im Rollenkostüm für die Posse Revolution in Krähwinkel; Becker und Maass, Nr. 1196
- Nr. 2438: Der Komponist Franz Lehar, Nr. 2438, Atelieraufnahme
- Schauspielerin Adele Sandrock als „Marguerite“ in der Kameliendame; Nr. 2531, Foto von Rudolf Krziwanek
- Der amerikanische Opernsänger Putnam Griswold als Figaro in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, Nr. 2776
Weblinks
- Verlag Louis Blumenthal im Internet Archive
- Louis Blumenthal auf der Seite ansichtskarten-lexikon.de
- Published by Verlag Louis Blumenthal , Karten-Abbildungen auf der Seite filmstarpostcards.blogspot.com
- Ansichtskarten-Verlag Louis Blumenthal auf der Seite historische108.rssing.com