Veronika Sutter
Schweizer Autorin (Grösser als Du)
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Veronika Sutter (* 1958) ist eine Schweizer Kommunikationsberaterin und Schriftstellerin. Als „Überraschungsdebütantin“ kam sie 2021 auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises. In ihrem Geschichtenband «Grösser als Du» thematisierte sie häusliche Gewalt. Sutter setzt sich seit vielen Jahren gegen Gewalt an Frauen ein.[1]

Leben
Veronika Sutter wuchs im Sihltal auf. Sie absolvierte eine Buchhandelslehre (EFZ) und Berufsausbildungen in Journalismus, Public Relations (BP) sowie Erwachsenenbildung an der Akademie für Erwachsenenbildung. Auf dem zweiten Bildungsweg erwarb sie 2006 den Master of Advanced Studies (MAS) für Kommunikationsmanagement der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).[1][2][3]
Sutter arbeitete als Buchhändlerin, Erwachsenenbildnerin, Kulturveranstalterin, Journalistin und Redaktorin[1] der Sendung Kassensturz des Fernsehprogramms SRF 1. Seit 1995 ist sie für Non-Profit-Organisationen in der Öffentlichkeitsarbeit tätig, darunter als Kommunikationsleiterin bei Comundo in Luzern und der Stiftung Wagerenhof in Uster.[1] Von 2003 bis 2006 leitete Sutter das neue Zürcher Büro als drittes Regionalzentrum der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Schweiz.[4][3]
Sutter war beim landesweiten Schweizer Frauenstreik vom 14. Juni 1991 organisatorisch tätig.[5] Im Ehrenamt war Sutter Stiftungsrätin von Greenpeace Schweiz (2007–2015) sowie des Frauenhauses Zürich (1993–2013) und setzte sich wie bei Amnesty International gegen Gewalt an Frauen ein.[1][2]
Für ihre Erzählungen «Goldige Zeiten» und «Auf die Welt kommen» erhielt Veronika Sutter 1991 und 1994 den Schweizer Arbeiterliteraturpreis. Ihr Erzählband «Grösser als Du» wurde im September 2021 für die Shortlist des Schweizer Buchpreises 2021 nominiert.[6][7] Der Buchpreis ging im November 2021 an Martina Clavadetscher.
Sutter lebt mit ihrem Partner in Zürich.[8]
Grösser als Du
Grösser als Du ist ein Band mit 15 «Geschichten». Sie sind lose verwoben und ihre Handlung spielt zwischen den beiden Schweizer Frauenstreiks von 1991 und 2019, die einigen der Akteurinnen den Anstoss zu handeln geben. Sutter beschreibt die Wendepunkte im Leben von sieben Frauen und ihren Männern. Es geht um «die Erfahrung von Abhängigkeit, Gewalt und Unterdrückung», einerseits um die schwierige Befreiung aus «toxischen» Partnerschaften, andererseits auch um das Verzeihen nach einem langen Leben mit einem gewalttätigen Ehemann. Die Geschichten werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und die Autorin nimmt auch einmal die Täterrolle ein und erzählt aus der Perspektive eines Mannes.[1]
Sutter bezeichnet sich selbst als «komplette Autodidaktin», die neben dem Beruf wenig Zeit für literarisches Schreiben gehabt habe.[1] Laura Leupi von SRF Literatur schätzt Sutters Beschreibung zwischenmenschlicher Abgründe mit «soziologischer Präzision» und möchte beim Lesen «die Figuren schütteln, laut schreien oder gleich eine Demonstration organisieren».[8] Hansruedi Kugler vom St. Galler Tagblatt fasst Sutters Werk kurz zusammen: «Starke Themen, tolle literarische Feinarbeit». Er lobt die motivische Dichte, ihre präzisen Beobachtungen, sinnliche Präsenz, dezent aufgeladene Symbolik und eine fein verwobene Dramaturgie.[1]
Auszeichnungen
- Grösser als Du, prämiert auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises 2021
- Auf die Welt kommen und Goldige Zeiten, Schweizer Arbeiterliteraturpreis 1994 und 1991
Werke
Roman:
- Mein Bett gehört mir nur in der Nacht. Edition 8, Zürich 2025. ISBN 978-3-85990-569-6.
Erzählungen:
- Grösser als Du. Edition 8, Zürich 2021. ISBN 978-3-85990-421-7.
- Osterkuchen. In: Herzschrittmacherin. Netzwerk Schreibender Frauen, Bern 2000. S. 164–167.
- Die Entscheidung. In: Schweizerische Arbeiterbildungszentrale (Hrsg.): Die Sitzung. Muri bei Bern 1990. S. 87–92.
- Goldige Zeiten. In: Schweizerische Arbeiterbildungszentrale (Hrsg.): Wo wohnen?. Muri bei Bern 1991. S. 33–39.
- Auf die Welt kommen. In: Schweizerische Arbeiterbildungszentrale (Hrsg.): Menschen ohne Arbeit. Muri bei Bern 1994. S. 26–33.
Essay:
- Häusliche Gewalt in den Massenmedien - eine verzerrte Geschichte. In: Olympe Heft 29, 2009. S. 99–104.
- Härtefall Asyl. Wenn Frauen flüchten. In: AMNESTIE! Amnesty International, Schweizer Sektion; Februar 2005.
Herausgeberin:
- mit Ella Kienast und Katharina Bürgi: Schweizer Filme. Swiss Film Center Foundation, 1988.
Weblinks
- Publikationen von und über Veronika Sutter im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
- Tondokumente von und über Veronika Sutter im Katalog der Schweizerischen Nationalphonothek
- literatur.rro.ch: Eine Fachfrau für Beziehungsprobleme. (Interview, mit Podcast)
- ansichten.srf.ch: Veronika Sutter. Ansichten der Literatur. (mit Fotos und Audiomaterial)
- Webpräsenz von Veronika Sutter
- zdf.de (Das blaue Sofa): Nina Mavis Brunner spricht mit Thomas Duarte («Was der Fall ist»), Michael Hugentobler («Feuerland») und Veronika Sutter («Grösser als Du») über ihre neuen Bücher. (Video, 44 Minuten, 24. Oktober 2021; verfügbar bis 24. Oktober 2022)
- das-blaue-sofa.de: Veronika Sutter, Kurzbiografie und Rezension.