Vertriebenenverband
Interessenvertretung von Personen, die durch Flucht oder Vertreibung ihre Heimat verließen
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Als Vertriebenenverbände werden Verbände bezeichnet, die die Interessen von Personen vertreten, die aufgrund von erzwungener Flucht oder Vertreibung ihre Heimat verlassen mussten. Auch Nachkommen von Vertriebenen und Nicht-Betroffene können Mitglied der Verbände werden.

Eine Landsmannschaft der deutschsprachigen Heimatvertriebenen hat nichts mit der Studentenverbindung Landsmannschaft zu tun.
Nationales
Zunächst nur auf kommunaler Ebene aktiv, bildeten sie ab Sommer 1948, nachdem das Koalitionsverbot der britischen und französischen Besatzungsmacht gelockert und schließlich aufgehoben wurde, überregionale Zusammenschlüsse. Die erste regionale Vereinigung bildet die „Notgemeinschaft der Ostdeutschen“, die bereits Anfang Juni 1945 gegründet wird.[1]
Deutschland

- Bund der Vertriebenen (BdV) als Dachverband
- Deutsch-Baltische Landsmannschaft
- Landsmannschaft der Banater Schwaben e. V.
- Landsmannschaft Berlin-Mark Brandenburg
- Bessarabiendeutscher Verein
- Landsmannschaft der Bessarabiendeutschen e. V.
- Deutscher Böhmerwaldbund e. V.
- Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen (Bukowina) e. V.
- Bund der Danziger e. V.
- Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen
- Landsmannschaft der Donauschwaben, Bundesverband e. V.
- Karpatendeutsche Landsmannschaft Slowakei e. V.
- Landsmannschaft der Deutschen aus Litauen e. V.
- Landsmannschaft Mecklenburg e. V.
- Landsmannschaft der Oberschlesier e. V. – Bundesverband –
- Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO, ehem. Jugendorganisation der LMS Ostpreußen)
- Landsmannschaft Ostpreußen
- Pommersche Landsmannschaft – Zentralverband – e. V.
- Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V.
- Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben in der Bundesrepublik Deutschland e. V.
- Landsmannschaft Schlesien
- Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. (Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V.)
- Sudetendeutsche Landsmannschaft Bundesverband e. V.
- Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn
- Landsmannschaft Weichsel-Warthe Bundesverband e. V.
- Landsmannschaft Westpreußen e. V.
Österreich

- Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) als Dachverband
- Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich
- Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft
- Bundesverband der Siebenbürger Sachsen in Österreich
- Landsmannschaft der Buchenlanddeutschen in Österreich
- Verband der Banater Schwaben Österreichs
- Landsmannschaft der Deutsch-Untersteirer in Österreich
- Karpatendeutsche Landsmannschaft in Österreich
- Österreichischer Heimatbund Beskidenland
Bosnien und Herzegowina
Nach den Balkankriegen haben sich zahlreiche Vertriebenenverbände gegründet. Diese waren in der Koalition für Rückkehr organisiert.[2]
Siehe auch
Literatur
- Matthias Müller: Die SPD und die Vertriebenenverbände 1949–1977. Eintracht, Entfremdung, Zwietracht (= Politik und Geschichte. Bd. 8). Lit, Berlin u. a. 2012, ISBN 978-3-643-11786-1.
- Samuel Salzborn: Grenzenlose Heimat. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Vertriebenenverbände (= Antifa-Edition). Elefanten Press, Berlin 2000, ISBN 3-88520-770-2.
- Samuel Salzborn: Heimatrecht und Volkstumskampf. Außenpolitische Konzepte der Vertriebenenverbände und ihre praktische Umsetzung. Mit einem Vorwort von Wolfgang Kreutzberger, Offizin, Hannover 2001, ISBN 3-930345-28-5.
- Matthias Stickler: „Ostdeutsch heißt Gesamtdeutsch“. Organisation, Selbstverständnis und heimatpolitische Zielsetzungen der deutschen Vertriebenenverbände, 1949–1972. Droste, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-1896-6.