Vibidius (scurra)
römischer Witzbold (scurra) und Klient des Gaius Maecenas im 1. Jahrhundert v. Chr
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Vibidius war ein römischer Witzbold (scurra) und Klient des Gaius Maecenas im 1. Jahrhundert v. Chr.
Vibidius spielt eine Rolle in einer Satire des Horaz, der selbst ein Klient des Gaius Maecenas war und daher von ihm bekannten Personen berichtet. Die Satire handelt in Gedichtform von einem Gastmahl (cena) des Nasidienus Rufus. Zu diesem war Gaius Maecenas als Ehrengast geladen und hatte seine „Schatten“ (umbrae) Vibidius und Servilius Balatro mitgebracht. Umbra meint hier einen Klienten des Maecenas, der ihn zu seiner Erheiterung als Witzemacher (scurra) zu derartigen Gelegenheiten begleitet.[1] Horaz lässt Vibidius und Servilius nun die zahlreichen Missgeschicke des Abends (siehe Nasidienus Rufus) mit beißendem Spott kommentieren, wobei sie geradezu einen kleinen Mimus aufführen, bei dem Vibidius als archimimus (Regisseur und erster Schauspieler) auftritt.[2] Angesichts der langwierigen Erklärungen des Gastgebers, was an den dargebrachten Speisen besonders sei, ruft Vibidius aus: „Wollen wir hier nicht ungerächt vor Langeweile sterben, so gilt’s, mörderisch zu zechen“ (nos nisi damnose bibimus, moriemur inulti, V. 34),[3] woraufhin er sich denn auch gemeinsam mit Balatro ordentlich zu betrinken beginnt. Auch in der Folge tut sich Vibidius als Säufer hervor, der auch noch lautstark nach mehr Wein verlangt, als ein Baldachin über dem Essen einstürzt.
Vibidius ist sein Gentilname, Prae- und Cognomen sind unbekannt.
Quellen
- Horaz, Satiren 2,8, dort erwähnt in 22; 33 ff.; 40; 80.
Literatur
- Mauriz Schuster: Vibidius 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VIII A,2, Stuttgart 1958, Sp. 1944 f.