Vinxtbach

19 km langer linker Nebenfluss des nördlichen Mittelrheins in Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Vinxtbach ist ein gut 19 km langer, linker und westlicher Zufluss des Rheins im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler.

Schnelle Fakten
Vinxtbach
Vinxtbach Mündung

Vinxtbach Mündung

Daten
Gewässerkennzahl DE: 27174
Lage

Osteifel

  • Münstereifeler Wald und Nordöstlicher Eifelfuß
    • Königsfelder Rhein-Eifelfuß

Mittelrheingebiet


Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein Nordsee
Quelle Südsüdwestlich von Schalkenbach-Obervinxt und östlich vom Adert
50° 28′ 57″ N,  7′ 9″ O
Quellhöhe ca. 398 m ü. NHN[1]
Mündung Bei Burg Rheineck zwischen Bad Breisig und Brohl-Lützing in den Rhein
50° 30′ 5″ N,  18′ 42″ O
Mündungshöhe ca. 52 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 346 m
Sohlgefälle ca. 18 
Länge 19,1 km[2]
Einzugsgebiet 45,472 km²[2]
Verlauf des Vinxtbachs
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Der Vinxtbach ist ein grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach (Typ 5).[3]

Geographie

Verlauf

Der Vinxtbach entspringt südsüdwestlich von Schalkenbach-Obervinxt auf einer Höhe von etwa 398 m ü. NHN. Die Quelle liegt im Königsfelder Wald unterhalb und östlich vom Adert (487,8 m ü. NHN). Der Bach fließt vorwiegend in östliche Richtung. Er mündet bei Burg Rheineck zwischen Bad Breisig und Brohl-Lützing auf einer Höhe von etwa 52 m ü. NHN in den von Süden kommenden Rhein.

Einzugsgebiet und Zuflüsse

Das gut 45 km² große Einzugsgebiet des Vinxtbachs erstreckt sich über das Tal südlich des Ahrgebirges und wird über den Rhein in die Nordsee entwässert.

Es grenzt

  • im Norden an das Einzugsgebiet des Frankenbachs und seiner Zuflüsse
  • im Nordwesten an das der Ahr und ihrer Zuflüsse
  • im Süden an das des Brohlbachs und seiner Zuflüsse.
Weitere Informationen Stat. in km, Name ...
Zuflüsse des Vinxtbachs[2]
Stat.
in km
Name GKZ[Z 1] Lage Länge
in km
EZG
in km²
Mün­dungMündungs­höhe[1]
in m ü. NHN
018,00 Oberer Bach 27174-12 links0 000,5190 0000,9080 33900000
016,90 Schalker Waldbach 27174-14 links0 000,9840 0000,9940 Schalkenbach28200000
016,00 Schalkenbach 27174-2 rechts 004,1380 0005,7830 Schalkenbach26500000
013,80 Königsfelder Bach, auch Königsbach 27174-312 links0 001,3740 0002,4810 Königsfeld22400000
012,50 Rothgraben 27174-314 links0 000,5850 0000,4610 20900000
012,30 Dedenbach 27174-32 rechts 001,3750 0004,2410 bei Dedenbach20400000
011,50 Graben am Layerhof 27174-3912 links0 000,4480 0000,4580 
010,80 Graben von der dürren Lage 27174-3914 links0 000,2190 0000,2130 17800000
009,60 Adamsmühlgraben 27174-3918 links0 000,6410 0000,2780 16200000
009,00 Rodderbach, auch Mertenbach 27174-392 rechts 003,6480 0003,1760 Waldorf15900000
009,00 Bach vom Wellberg 27174-394 rechts 001,4780 0002,5390 Waldorf15400000
007,80 Raubbach 27174-4 rechts 001,7190 0001,3670 Ockenfelsmühle14200000
005,40 Gönnersdorfer Bach, auch Soterbach 27174-92 rechts 001,1390 0002,5260 Gönnersdorf11600000
004,00 Auegraben 27174-932 rechts 000,0990 0000,0760 9700000
003,00 Niederlützinger Bach 27174-94 rechts 001,1260 0000,5460 9100000
002,60 Bergwerksgraben 27174-992 links0 000,3070 0000,3330 8500000
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Anmerkungen zur Tabelle

  1. Gewässerkennzahl, in Deutschland die amtliche Fließgewässerkennziffer mit zur besseren Lesbarkeit eingefügtem Trenner hinter dem Präfix, das einheitlich für den allen gemeinsamen Vorfluter Vinxtbach steht.

Etymologie

Der Name Vinxt leitet sich vom lateinischen finis für Grenze ab.[4] In römischer Zeit markierte der Bach die Grenze zwischen den Provinzen Ober- und Niedergermanien und im Mittelalter zeitweise diejenige zwischen den Herzogtümern Ober- und Niederlothringen. Heute gilt der Vinxtbach als Dialektgrenze (Vinxtbach-Linie). Er trennt nördliche und südliche moselfränkische Dialekte voneinander.

Geschichte und Bedeutung in römischer Zeit

Nach der Eroberung Galliens durch Caesar (58–51 v. Chr.) war das linksrheinische Gebiet Teil des Römischen Reiches. Die Militärverwaltung teilte es in Folge der Clades Variana in einen niedergermanischen Heeresbezirk (Exercitus Germaniae inferioris) und einen obergermanischen ein. Kaiser Domitian wandelte schließlich zwischen 82 n. Chr. und 87 n. Chr. (vermutlich um 83/84 n. Chr.) die Militärbezirke in die zivilrechtlichen Provinzen Germania Superior (Obergermanien) mit der Hauptstadt Mogontiacum (Mainz) und Germania Inferior (Niedergermanien) mit der Hauptstadt Colonia Agrippina (Köln) um. Der Vinxtbach bildete die Grenze zwischen den Provinzen (wie vermutlich zuvor schon zwischen den Militärbezirken). Der Bach wurde über eine Furt von der Römischen Rheintalstraße gequert, die auf beiden Seiten des Bachlaufs von jeweils einer Benefiziarierstation gesichert war.[5][6] Der Vinxtbachmündung gegenüber, auf der rechtsrheinischen Seite im Gebiet des heutigen Rheinbrohl, begann der Obergermanisch-Raetische Limes. Die erste Befestigung nahe dem Caput limitis, dem Anfang des Limes, war das Kleinkastell Rheinbrohl. Rheinabwärts nach Norden gehörte das linke Rheinufer zum römischen Reich, das rechte zur Germania magna.

Die Benefiziarier hinterließen drei Weihesteine, auf welchen die Provinzgrenze schriftlich dokumentiert ist. Teile eines dieser Weihesteine befinden sich in der St.-Marien-Kirche in Bad Breisig-Niederbreisig. Der Fundort selbst ist mit einer Informationstafel markiert. Die Inschrift des Steines lautet
„Finibus et / Genio loci / et I(ovi) O(ptimo) M(aximo) milit(es) / leg(ionis) XXX U(lpiae) V(ictricis) / M(arcus) Massiani/us Secundus / et T(itus) Aurelius / Dosso / v(otum) s(olverunt) l(ibentes) m(erito)“[7],
deutsch: „Dem Schutzgeist der Grenzen und des Ortes und Jupiter, dem Besten und Größten, haben die Soldaten der 30. Legion mit den Beinamen die Ulpische, die Siegreiche, Marcus Massianius Secundus und Titus Aurelius Dosso ihr Gelübde gerne und nach Gebühr erfüllt.“[8]

Der zweite Stein beinhaltet den Text
„[Ge]ni[o] l[oc]i / e[t Fi]ni[b]us / et I(ovi) O(ptimo) M(aximo) / T(itus) Fl(avius) Vere/cundus / e[t] M(arcus) Dom(itius) / Atto mil(ites) [leg(ionis?)“[9],
deutsch: „Dem Schutzgeist des Ortes und der Grenzen haben Titus Flavius Verecundus und Marcus Domitius Atto, Soldaten der Legion …“

Die Inschrift des dritten Steines lautet
„I(ovi) O(ptimo) M(aximo) / et Genio loci / Iunoni Reginae / Tertinius / Severus / mil(es) leg(ionis) VIII Aug(ustae) / b(ene)f(iciarius) co(n)s(ularis) ex voto / p(osuit) v(otum) s(olvit) l(ibens) l(aetus) m(erito)“[10],
deutsch: „Jupiter dem Besten und Größten und dem Schutzgeist des Ortes (und) der Königin Juno (hat) Tertinius Severus, Soldat der 8. Legion, konsularischer Benefiziarier, wegen eines Gelübdes (diesen Stein) aufgestellt (und damit) gerne, freudig und nach Gebühr sein Gelübde erfüllt.“

In antiker Zeit lautete der Name des Vinxtbaches vermutlich Obrinkas; der Geograph Claudius Ptolemäus nennt diesen Namen in seiner Geographike Hyphegesis viermal:
„Die Stelle der Mündung des von Westen kommenden Flusses Obrinkas (Vinxtbach) [liegt bei] 28° 50′. […] Von dem Lande längs des Rheines heißt der vom Meer bis zum Obrinkas-Fluß reichende Teil Niedergermanien. […] Das Land vom Obrinkas-Fluß nach Süden hin heißt Obergermanien.“[11]

Commons: Vinxtbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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