Moselfränkische Dialekte
westmitteldeutsche Mundarten
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Moselfränkische Dialekte sind ein westmitteldeutscher Dialektverband. Sie gehören zu den mittelfränkischen Dialekten innerhalb der hochdeutschen Dialekte.
| Moselfränkisch (Muselfränkesch) | ||
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Gesprochen in |
Deutschland (Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen), Luxemburg, Belgien (Areler Land, Sankt Vith), Frankreich (Lothringen) | |
| Linguistische Klassifikation |
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Der Wortschatz des Moselfränkischen wird im Rheinischen Wörterbuch, die Sprachgeographie im Mittelrheinischen Sprachatlas beschrieben.
Beschreibung
Moselfränkisch unterscheidet sich deutlich von den übrigen deutschen Mundarten. Constantin Schreiber bezeichnete in einem Beitrag für die Deutsche Welle aus dem Jahr 2009 den moselfränkischen Dialekt als „Exoten“ unter den deutschen Dialekten,[1] die Sprache an der Mosel klinge bunt, wild und ganz anders. Im Gegensatz dazu beschreibt ein Buch aus dem Jahre 1837 das Moselfränkische in der Stadt Trier so: „Die Sprache hat in ihrer volltönenden Breite etwas ungemein treuherziges und gemüthliches.“[2]
In der Tat wird Moselfränkisch von anderen Deutschsprachigen nur schwer oder überhaupt nicht verstanden. Die Moselfranken selbst bezeichnen ihren Dialekt als „Platt“: „Mir schwaätzen Platt“ – wir sprechen Platt. Die Trierer und Koblenzer sprechen Trierer Platt bzw. Kowelenzer Platt. In der Hunsrückregion wird Hunsrücker Platt und in der Eifel Eifeler oder Eifler Platt gesprochen.
Aufteilung moselfränkischer Mundarten
Die moselfränkische Dialektgruppe wird von der Bad Honnefer Linie in einen nördlichen (nordwestlichen) und einen südlichen (südöstlichen) Teil aufgeteilt. Dem standarddeutschen auf entspricht südlich das nicht diphthongierte of oder uf und nördlich das niederdeutsche op. Eine weitere Sprachgrenze verläuft mit der Bopparder Linie etwas südlicher und teilt den südlichen moselfränkischen Sprachraum in einen Süden mit der hochdeutschen Wortform Korb und einen Norden, wo das Lemma zu Korf wird.
Regionale Dialektvarietäten
Das Linguasphere Register (Ausgabe 1999/2000, S. 430) führt unter dem Moselfränkischen (Code 52-ACB-dc) fünf Dialekte auf (Codes -dca bis -dce):
- Trierisch (West-Moselfränkisch; Rheinland-Pfalz, Luxemburg, nordwestliches Saarland)
- Eifelisch (Rheinland-Pfalz, Ostbelgien, Luxemburg, südliches Nordrhein-Westfalen)
- Untermosellanisch (Rheinland-Pfalz)
- West-Westerwäldisch (nördliches Rheinland-Pfalz)
- Siegerländer Platt (südliches Westfalen, nördliches Rheinland-Pfalz)
Zum Moselfränkischen gehören auch die Sprachvarietäten Lothringisch (teilweise), Luxemburgisch[3] sowie Siebenbürgisch-Sächsisch und Riograndenser Hunsrückisch.
Geografische Verbreitung
Ursprungsgebiet
Moselfränkisch wird im gesamten deutschsprachigen Moselraum sowie in der südlichen Eifel, im nördlichen Hunsrück, jenseits des Rheins bis ins Siegerland hinein, im nördlichen und westlichen Saarland, im südlichen Ostbelgien, entlang der deutschen Grenze auch im ostfranzösischen Lothringen und nicht zuletzt im Großherzogtum Luxemburg gesprochen. Das Luxemburgische, das 1984 per Gesetz zur Amtssprache des Großherzogtums Luxemburg erklärt wurde, heißt offiziell Lëtzebuergesch und verfügt mittlerweile über eine durch Sprachreformen festgelegte Rechtschreibung und Grammatik.

Im Norden grenzt die moselfränkische Sprachregion an das ripuarische, im Osten an das hessische (nördliche rheinfränkische) und im Süden an das pfälzische (bzw. insgesamt südliche rheinfränkische) Sprachgebiet. Eine Linie, die aus Lothringen kommend quer durch das Saarland, dann über den Hunsrückkamm und bei Sankt Goar über den Rhein hinweg ins Hessische hinein verläuft, trennt den moselfränkischen vom rheinfränkischen Dialektraum. Sie wird nach einem charakteristischen Unterschied beider Dialektgruppen die dat-das-Linie genannt. Nördlich dieser Isoglosse (Mundartgrenze), im Moselfränkischen, werden die hochdeutschen Wörter „das“, „was“, „es“ usw. als „dat“, „wat“, „et“ usw. gesprochen, nördlich der Bopparder Linie „Korf“ statt „Korb“. Das Hunsrückische kennt weitere mosel-/rheinfränkische Differenzierungen.
Die nördlichen Dialektgrenzen sind ebenfalls nicht überall so eindeutig wie an einer Linie auszumachen, denn in den Übergangsregionen haben sich Mischformen ausgebildet. So sind auch südlich der Bad Honnefer Linie (Dorf-Dorp-Isoglosse) immer wieder die Einflüsse ripuarischer Dialekte erkennbar. An der Elz (Mosel) wird beispielsweise das „goot“ wieder zum „joot“ und der „Gesell“ zum „Jesell“. In den nordsiegerländischen Städten Kreuztal und Hilchenbach wird nicht nur die Vorsilbe „ge-“ (u. a. des Partizips II) zu „je-“, sondern zudem „anders“, „Kinder“ und „hinter“ als „angersch“, „Kinger“ und „hinger“ realisiert. Auch innerhalb des moselfränkischen Sprachraumes gibt es örtlich Abgrenzungen mit sprachlichen Unterschieden, die mitunter sogar zwischen unmittelbar benachbarten Orten bestehen. In Kalenborn bei Kaisersesch ist dies bei der Aussprache der Fragewörter „warum“ und „was“ zu erkennen, die zu „borömm“ und „batt“ werden.
Sprachinseln

Auch die Siebenbürger Sachsen sprechen einen dem Moselfränkischen eng verwandten Dialekt, Siebenbürgisch-Sächsisch. Ihre Vorfahren stammen überwiegend aus dem Rhein-Mosel-Gebiet und benachbarten Regionen, in denen das Moselfränkische in der Zeit ihrer Auswanderung um 1150 verbreitet war. Der Dialekt ist als Reliktmundart in Siebenbürgen über die Jahrhunderte erhalten geblieben und wird immer noch von ca. 200.000 Personen innerhalb und mittlerweile mehrheitlich außerhalb Siebenbürgens gesprochen. Auch die Oberzipser Dialekte in der heutigen Slowakei (Eigenbezeichnung auch: Potokisch), die wahrscheinlich älteste Gruppe deutscher Dialekte der Region Zips (spätere folgten lokal schlesische und bairische Dialekte), haben große Ähnlichkeit, sind aber etwas stärker ostmitteldeutsch beeinflusst, als das zeitgleich angesiedelte Siebenbürgisch-Sächsisch.
Das Riograndenser Hunsrückisch (brasilianisches Portugiesisch hunsriqueano riograndense, englisch Hunsrik oder Riograndese Hunsrik) ist eine in Südbrasilien weitverbreitete Minderheitensprache, angelehnt an das Hunsrückisch der deutschen Einwanderer aus dem Hunsrück. Von den Sprechern selbst wird es Hunsrückisch, Hunsrück, Hunsrickisch, Hunsrick, Hunsbucklisch, Deitsch oder Plattdeitsch genannt.[4] Die Entwicklung des Riograndenser Hunsrückisch ist eng mit der deutschen Einwanderung in Brasilien verbunden. Seit Beginn dieser Zuwanderung vor fast 200 Jahren hat sich diese Sprachform vor allem in bestimmten südlichen Regionen des Kaiserreichs Brasilien[5] herausgebildet. Insbesondere im Bundesstaat Rio Grande do Sul (in der Vergangenheit auch als Republik Piratini bezeichnet) hat sich diese Sprachform etabliert.
Sprachbeispiele
Schriftlich
Der Satz „Wenn man im Sommer morgens die Vögelchen pfeifen hört, geht es einem schon viel besser und man wird munter wie Nachbars Katze“ in verschiedenen moselfränkischen Varietäten:
- Wann een am Summer moies d’Villercher päifen héiert, geet et engem scho vill besser an et gëtt ee monter wéi dem Noper seng Kaz. (Luxemburgisch)
- Wemma am Sumer morje(n)s de Viejelcher päifen hiert, geht et eäm ald vill bessa on ma gett fit wie dem Noper seng Kaaz. (Bitburger Land)
- Wemma am Summer morjens de Viejelcher päifen heert, gieht et eäm scho vill bessa on ma gëtt fit wie dem Noper sein Kaaz. (Trierisch)
- Wemma im Summa moins de Vechjelchia peifen heeat, geddet ääm schunn vill bessa unn ma givt munta wie em Nòòba sei Katz. (Wadgassen, Saarland)
- Wemmer em Summer moins de Vielscher pfeifen hièrd, geehd et eähm scho‘ vill besser on meär gefft monter wéi‘m Nooper sei Katz. (Erbringen, Saarland)
- Wemma om Summa morjens de Viejeltja päife hiert, jeht et eenem at vill bessa un ma jett munta wie em Nohpa säin Kaaz. (Nähe Daun/Vulkaneifel)
- Wemma em Summa morjens de Vühl päiwe hürt, jaht et ahnem schunn vill bessa on ma wüard monder be em Norba säin Katz. (Mayen, östliche Eifel)
- Bamma öm Summa morijens die Vijelscha päiwe hijat, daa gääret äänem at schunns vill bessa un ma gett monda bi däm Nohba säijn Katz. (Ediger/Mosel; Cochemer Krampen)
- Wemma em Somma morjens de Vielscher päife hiert, giehtet änem schonn vill bessa un ma wierd monnda wie’m Noowa säin Katz. (Koblenz)
- Wemməɹ em Somməɹ moɹjens de Vijelchəɹ piffe hiəɹt, giəɹət äinəm schu vill bessəɹ on məɹ wiɹd monner wie Nochbəɹsch Katz. (Wilnsdorf, Siegerland)
- Wonn em äm Sommer des morjest de Vijeltcher fliiten hiirt, gieht et ennem schiun vill beesser end em wid monter wä des Noober senj Kåtz. (Siebenbürgisch-Sächsisch)
Bibelauszug in Hochdeutsch:
23 Und die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus. 2 Sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sprachen: Wir haben gefunden, dass dieser das Volk verführt und es davon abhalten will, dem Kaiser die Steuern zu zahlen. Er behauptet, er sei Christus, der König. 3 Da fragte ihn Pilatus und sprach: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es! 4 Da sprach Pilatus zu den obersten Priestern und der Volksmenge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen! 5 Sie aber bestanden darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf, indem er in ganz Judäa lehrt, angefangen in Galiläa bis hierher![6]
Der gleiche Bibelauszug in Riograndenser Hunsrückisch nach Dr. Altenhofens Rechtschreibung Dr. Altenhofen's[7]
23 Do sinn die ganze Leit uffgestieh, honn Jesus bis Pilatos genomm unn honn ongefang onzegewwe unn soohte: 2 Mea honn do der Mann ongetroff unser Vollek om Uffhetze. Der is degeche’m Kaiser Steier bezoohle unn sooht weer der Messias unn Keenich. 3 Do hot der Pilatos gefroht: Bist du der Judde seine Keenich? Is wohr, hot Jesus geantwott. 4 Do hot Pilatos fer der hoche Priester unn zum Vollek gesooht: Ich kann kee Schuld on dem Mann finne! 5 Awer die honn ongehall unn honn gesooht: Der tut Unoddnung onrichte unninch’em Vollek mit sein Untricht iwerall in Judea. In Galilea hot er ongefang, un jetz is er do bei uns!
Der gleiche Bibelauszug in Luxemburgisch:
23 Du si si alleguer opgestanen an hunn hie virun de Pilatus bruecht. 2 Si hunn ugefaangen, hien unzekloen: Mir hu festgestallt, datt hien d’Vollek opgestëppelt huet: Hien huet hinne verbueden, fir dem Caesar Steieren ze bezuelen, a vu sech selwer seet hien, datt hien de Messias ass, e Kinnek. 3 Bass du de Kinnek vun de Judden? Huet de Pilatus hie gefrot. Du sees et, huet hien him geäntwert. 4 Doropshi sot de Pilatus zu deniewescht Priister an dem Vollek: Ech fanne keng Schold un dësem Mann. 5 Mee si hu sech drop behaapt: Hien hetzt d’Vollek mat senger Léier uechter ganz Judea op. Hien huet a Galilea ugefaangen an elo ass hien hei![8]
Audio
- Liebeserklärung in verschiedenen moselfränkischen Dialekten
- Mei Bruda un eech (Mein Bruder und ich) von Peter von der Mosel
- Schnaeaegen (Schnecken)
- „De Pitti léiert méien“ – Pit lernt mähen. Ein Auszug aus Ferd Gremling (1948): Doheem. Roman aus dem Éislek
- Wenn der Rapp bleht in Piddaschwald (Wenn in Peterswald der Raps blüht) ein hunsrückisches Gedicht.
Lehnwörter
Im Moselfränkischen gibt es, wie auch in anderen Dialekten, Lehnwörter aus anderen Sprachen; sie belegen den sehr weit in die Geschichte zurückreichenden Ursprung. So lassen sich noch Relikte aus der keltisch-gallischen Sprachvarietät, die vor der Zeitenwende von den Treverern gesprochen wurde, nachweisen, wie zum Beispiel Laä für Fels oder Koa für (Schub)Karre. Ebenso lassen sich einige Ortsnamen der Sprachregion auf keltischen Ursprung zurückführen, wie etwa die Namen der Trierer Stadtteile Zewen und Feyen sowie die Namen der Gemeinden Korlingen und Pluwig.
Weitere Lehnwörter kommen als Latinismen aus dem Lateinischen, das die Römer in die Region mitbrachten. Beispiele für Latinismen sind moselfränkische Wörter wie „Kellergroat“, von lat. crypta, für den außerhalb des Hauses angelegten Kellerzugang; Kartoffeln, Erbsen und Bohnen werden im moselfränkischen Raum „möll“ – weich gekocht, von lat. mollis; ein Tor verschließt man ggf. mit einem „Klo’uster“, einem Vorhängeschloss, von lat. claustrum. Auch das moselfränkische Wort Viez für Apfelwein kommt aus dem Lateinischen – umstritten ist allerdings, ob es von vice vinum – Ersatzwein oder vitis – Weinstock herkommt. Viele Orte der moselfränkischen Region erhielten ihren Namen zur Römerzeit. Noch heute kann man ihre Herkunft erkennen, darunter die Ortsnamen Kattenes – Catena, Tawern – Tabernae, Konz – Contionacum, Quint – Quintus, Detzem – Decem, Föhren – Furne, Koblenz – Confluentes, Neumagen – Noviomagus, Bernkastel – Castellum oder Fell – Vallis.
Die Übernahme von Lehnwörtern aus dem Französischen ist auch auf die zahlreichen französischen Besatzungen des moselfränkischen Raumes in Kriegszeiten, darunter die Reunionskriege im 17. Jahrhundert, die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Französischen Revolution und die Napoleonischen Kriege nach 1803, zurückzuführen. Sie blieben nicht zuletzt wegen der Nähe zu Frankreich über die Jahrhunderte hinweg bis heute im Moselfränkischen erhalten. Beispiele für Gallizismen sind die moselfränkischen Wörter „Bredullisch“ für Verlegenheit – aus dem französischen Wort bredouille, „Kanallisch“ für Verbrecher, Gesindel – aus canaille, „Gosch“ für Kehle, Gesicht, vulgär auch für Schnauze – aus gorge, „Filluzipé“ für Fahrrad – aus velocipède, „Pottmanee“ für Geldbörse – aus portemonnaie und „Trottoar“ für Gehweg oder Bürgersteig – aus trottoir.
Großen Einfluss auf das Moselfränkische bekam seit dem 12. Jahrhundert auch das Jiddische, eine Sprache, die sich im Hochmittelalter aus dem Mittelhochdeutschen entwickelte. Sie wurde vor allem von jüdischen Händlern und Kaufleuten gesprochen. Da insbesondere der Viehhandel über Jahrhunderte hinweg in jüdischen Händen lag und die ländliche Bevölkerung traditionell mit den Juden Geschäfte machte, war die Bevölkerung mit der Sprache vertraut. So gelangten viele jiddische Sprachelemente in das Moselfränkische. Jiddischen Ursprungs sind zum Beispiel die moselfränkischen Wörter: schofel für link, hinterhältig, acheln für essen, mo’uscheln und beschummeln für mogeln, betrügen, Schlunze für Geliebte oder Buhei für Lärm oder Aufwand. Noch zu hörende Wörter sind zum Beispiel „Tacheles“ [reden] für Klartext [reden], „Reibach“ für Gewinn, „Zores“ für Krach oder Durcheinander, „Schlamassel“ für schlecht.
Die meisten dieser Wörter sind im heutigen Platt jedoch so gut wie verschwunden. Die Zahl der Mundartsprechenden nimmt etwa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts mit jeder Generation rasant ab.
Moselfränkische Autoren und Liedermacher
- Karl Conrath' (* 1910 –1992)[9] war ein deutscher Heimatschriftsteller. Sein Nachlass befindet sich im Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass.[10]
- Maria Croon (1891–1983), war eine deutsche Schriftstellerin und Dichterin im moselfränkisch Dialekt, die stark Katholizismus geprägt war.
- Joël Michel Baschera (* 1982), ist ein luxemburgischer Liedermacher. Zwischen 2009 und 2018 wurde der größte Teil seiner Texte unter dem Pseudonym „Mulles Dëppekapp“ musikalisch umgesetzt.[11]
- Armin Peter Faust (* 1943), ist ein deutscher Künstler und Schriftsteller der das Mundartwörterbuch Zwischen Hunsrück und Nahe publiziert hat.
- Josef Feiten
- Alfred Gulden (*1944) ist ein deutscher Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Film- und Liedermacher. Seine Liedtexte schreibt er überwiegend in heimatlicher Mundart.,Gulden an der Gründung des Internationalen Instituts für Dialekt beteiligt, das unter anderem auch den Missbrauch des Heimatbegriffs durch Blut- und Boden-Ideologien bekämpft.[12]
- Maria Hammes[13]
- Jean-Louis Kieffer[14]
- Raimund Kläser[15][16]
- Jakob Kneip
- Matthias Lang[15]
- Hans Walter Lorang (* 1945), ist ein saarländischer Mundartdichter, Sänger und Liedermacher. Er wurde mit dem „Mundart-Ehrenpreis“ ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre für Verdienste um die im Saarland vorkommenden Mundarten verliehen.[17]
- Roger Manderscheid (* 1933 – 2010)), war ein luxemburgischer Schriftsteller.[18] Er schrieb Gedichte, Hörspiele, Theaterstücke, Kurzgeschichten und Romane auf Deutsch und Luxemburgisch. Sein bekanntestes Werk ist eine luxemburgische Roman-Trilogie, deren erster Band, Schacko Klak verfilmt wurde. Es folgten De Papagei um Käschtebam (Der Papagei auf dem Kastanienbaum) sowie Feier a Flam (Feuer und Flamme).
- Addi Merten[19]
- Josefine Moos[20]
- Manfred Moßmann
- Anna Peetz[15]
- Maria Peters[21]
- Manfred Pohlmann (* 1955) ist ein deutscher Liedermacher und Vertreter der moselfränkischen Mundartmusik.[22]
- Peter Joseph Rottmann (* 1799 –1881), war ein bedeutender Hunsrücker Mundartdichter auf Hunsrückisch und Lokalpolitiker.
- Peter Schroeder („Peter von der Mosel“): Ons Moddersproach (1924)[23]
- Ernst Thrasolt
- Tun Tonnar (*1994)emburg, auch bekannt als Turnup Tun, ist ein luxemburgischer Rapper und Hip-Hop-Produzent[2]. Zu seinen Studiosalben zählen Frësche Wand (Frischer Wind), All Aen op eis (Augen auf uns) und Schlëmme Summer (Schlimmer Sommer).
- Aiga Wacht ("Zematten am Derf")
- Peter Zirbes
Medien
Die Fernsehserie Heimat – Eine deutsche Chronik von Edgar Reitz machte 1984 das Hunsrücker Platt deutschlandweit bekannt. Schacko Klak ist ein luxemburgischer Film von Frank Hoffmann und Paul Kieffer aus dem Jahr 1990. Er basiert auf Elementen aus dem Roman Schacko Klak (luxemburgischer Originaltitel: Schacko klak. Biller aus der Kandheet) von Roger Manderscheid. Im Jahre 2010 drehten zwei Trierer in Trier und Umgebung eine Parodie auf den Film Stirb langsam. In dem Kurzfilm Freck langsam wird nur Trierer Platt gesprochen. Die Vorführung des Films in einem Trierer Kino erreichte beachtliche Zuschauerzahlen. Von 2012 bis 2019 brachte der Hörfunksender SR 3 Saarlandwelle wöchentlich einen Sketch mit „Graf Drakeli“. Der Graf führt in breitestem Hochwälder Dialekt Telefongespräche oder Selbstgespräche über die Tücken des Alltags eines saarländischen Vampirs, der immer wieder an seinen Gesprächspartnern verzweifelt.[24][25] Von Montag bis Freitag um 8:30 Uhr sendet SR3 Nachrischde uff platt.[26] Dabei werden Sprecherinnen und Sprecher herangezogen, die abwechselnd moselfränkisch und rheinfränkisch als Heimatdialekt sprechen.
Literatur
- Hans-Dieter Arntz: Jüdisches im Dialekt und Platt der Voreifel und Eifel – Aufarbeitung der Vergangenheit durch Erinnerung an sprachliche Relikte. In: Jahrbuch des Kreises Euskirchen 2010. S. 8–17.
- Karl Conrath: Die Volkssprache der unteren Saar und der Obermosel – ein moselfränkisches Wörterbuch (= Beiträge zur deutschen Philologie, Bd. 41). 2., erg. Auflage. Wilhelm Schmitz Verlag, Gießen 1977.
- Peter H. Kemp: Kinnerzit & Jeunesse in Saar-Lor-Lux-Elsass. Écrit en Patios de Lorraine/moselfraenkisch. Paris 2012, ISBN 978-2-81062-584-0.
- Werner König: dtv-Atlas Deutsche Sprache. 15., durchgesehene und aktualisierte Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-03025-9.
- Willi Körtels: Schöndorfer Dialekt-Schennerwer Platt. Selbstverlag, Konz 2003, DNB 96934631X.
- Johannes Kramer: Keltisches und Lateinisches in der Sprachgeschichte Triers. In: Kurtrierisches Jahrbuch 2009.
- Franz Schmitz: Wie mir schwätze. Das Neuwieder Mundart-Wörterbuch. Kehrein, Neuwied 1993, ISBN 3-9803266-0-8.
- Dittmar Lauer, Manfred Moßmann (Hrsg.): Hohwäller – Ein Sammelband Hochwälder Mundart. Verlag Alta Silva, Kell am See 2006, ISBN 3-9810762-0-6, ISBN 978-3-9810762-0-2.
- Alexandra N. Lenz: Struktur und Dynamik des Substandards. Eine Studie zum Westmitteldeutschen (Wittlich/Eifel). Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08349-9.
- Alexandra N. Lenz: Moselfränkisch. Eine populärwissenschaftliche Einführung am Beispiel der Region Wittlich in der Eifel. Wittlich 2006, ISBN 3-9809086-5-8.
- Manfred Moßmann: Von Hand zu Fuß. 100 Geschichten in Mundart und Hochdeutsch. Alta Silva, Kell am See 2001, DNB 986334804.
- Jürgen Erich Schmidt, Robert Möller: Historisches Westdeutsch/Rheinisch (Moselfränkisch, Ripuarisch, Südniederfränkisch). In: Joachim Herrgen, Jürgen Erich Schmidt: Sprache und Raum. Ein internationales Handbuch der Sprachvariation. Band 4: Deutsch (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Band 30.4). De Gruyter Mouton, Berlin/Boston 2019, ISBN 978-3-11-018003-9, S. 515–550.
- Peter Wiesinger: Phonetisch-phonologische Untersuchungen zur Vokalentwicklung in den deutschen Dialekten. Band 1 und 2. Walter de Gruyter, Berlin 1970 (Studia Linguistica Germanica 2).
- Thorsten Zimmer: Kleine moselfränkische Wortschatzkiste. Norderstedt, BoD 2020.
Siehe auch
- Eifeler Regel (Phänomen aus der Dialektforschung)
- Moselromanische Sprache (Ausgestorbene Sprache)
- Rheinische Dokumenta (Lautschrift)
Weblinks
- Rheinisches Wörterbuch
- Moselfränkisches Wörterbuch (Bereich Verbandsgemeinde Ruwer)
- Mittelmosel-Wörterbuch (Zeltinger Platt)
- Lebendige Sprache (Wittlicher Platt)
- Wörterbuch der Gemeinde Wasserliesch
- Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell e. V. ( vom 14. September 2014 im Internet Archive)
- Hans-Dieter Arntz: Jüdisches im Dialekt und Platt der Voreifel und Eifel – Aufarbeitung der Vergangenheit durch Erinnerung an sprachliche Relikte
- Mundart in der Gemeinde Gusenburg
- Die Moselfränkische Sprache | Mapes Colorides (kristianmitk.wordpress.com)
- Mayener Wörterbuch (Mayener Platt)