Wahlen in Sambia 2026
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Die Wahlen in Sambia 2026 fanden am 13. August 2026 statt. Es wurden der Präsident Sambias und die Abgeordneten der sambischen Nationalversammlung gewählt. Die Wahl wurde deutlich von Amtsinhaber Hakainde Hichilema und dessen Partei, der United Party for National Development (UPND), gewonnen.
Vorgeschichte
Wahlsieg Hakainde Hichilemas 2021 und Wirtschaftskrise

Die letzten allgemeinen Wahlen von Präsident und Nationalversammlung fanden am 12. August 2021 statt. Damals trat Hakainde Hichilema als Spitzenkandidat der United Party for National Development (UPND) gegen den amtierenden Präsidenten Edgar Lungu mit seiner Patriotic Front (PF) an. Hichilema gewann die Wahl und wurde am 24. August 2021 als neuer Präsident Sambias vereidigt. Die UPND gewann die absolute Mehrheit der Mandate in der Nationalversammlung.
Zum Zeitpunkt der Amtsübernahme Hichilemas befand sich Sambia in einer schweren Wirtschaftskrise. Das Land war durch die seit 2020 sich ausbreitende COVID19-Pandemie betroffen, die zu Lockdowns und schweren wirtschaftlichen Einschränkungen geführt hatte. Die Staatskassen waren leer und das Land hochverschuldet, da die vorangegangene Regierung unter Präsident Lungu massiv in den Ausbau der Infrastruktur des Landes investiert hatte. Im Jahr 2022 lag die Verschuldung der öffentlichen Hand bei über 110 Prozent des BIP. Im Jahr 2021 flossen 38 % der Staatseinnahmen in den Schuldendienst. Im November 2020 musste Sambia als erstes Land Afrikas infolge der wirtschaftlichen Belastungen durch die COVID-19-Pandemie seine Zahlungsunfähigkeit erklären. Zwischen 2019 und 2021 verlor die sambische Währung 50 Prozent an Wert gegenüber dem US-Dollar und die Inflation stieg auf über 20 Prozent. Mehrere Korruptionsskandale hatten die Glaubwürdigkeit der PF-Regierung in Zweifel gezogen. Auf der politischen Ebene waren in den Jahren 2019 bis 2021 zunehmend autoritäre Tendenzen der Regierung mit staatlichen Eingriffen in die Meinungs- und Versammlungsfreiheit wahrzunehmen.[1]
Wirtschaftliche Entwicklung seit 2021
Der Wahlsieg Hichilemas, der als Wirtschaftsfachmann galt, und seiner UPND 2021 wurde von der westlichen Welt begrüßt und mit großen Erwartungen verbunden. Beim Amtsantritt versprach Hichelema eine demokratische Erneuerung und den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes. Am 31. August 2022 wurde ein Abkommen zur Schulden-Restrukturierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen. Das Abkommen verschaffte Sambia dringend benötigte Finanzspritzen, war aber mit Bedingungen verbunden. In einer abschließenden Beurteilung im Januar 2026 beurteilte der IWF das Programm als im Wesentlichen erfolgreich. Das Wirtschaftswachstum 2021 bis 2025 lag bei über 5 Prozent jährlich, und für 2026 und 2027 wurden 5,8 bzw. 6,0 Prozent projiziert. Die Inflation in den Jahren 2021 bis 2025 lag zwischen 10,9 und 15,0 Prozent und die Staatsverschuldung sank von 2021 bis 2025 von 112,1 auf geschätzt 87,6 Prozent des BIP.[2] Das IWF-Programm führte zu unpopulären Einschränkungen, wie der Streichung der Subventionen für Benzin und Elektrizität, sowie der Erhöhung der Mehrwertsteuer.[3]
2024 erlebte Sambia außerdem die schwerste Dürreperiode seit Jahrzehnten. Diese führte nicht nur zu massiven Ernteausfällen, sondern auch zu schweren Störungen der Energieversorgung, da der Füllungsgrad der Kariba-Talsperre derartig stark abnahm, dass das angeschlossene Wasserkraftwerk, von dem Sambia einen großen Teil seiner elektrischen Energie bezieht, nur noch mit einem Bruchteil der üblichen Leistung betrieben werden konnte. Mehrfache und länger dauernde Unterbrechungen der Energieversorgung waren die Folge.[4] Am 29. Februar 2024 erklärte Präsident Hichilema die Dürre zu einem nationalen Katastrophenfall.[5] Wirtschaftlich blieb Sambia stark von seinem Hauptexportgut Kupfer, das weiterhin etwa 70 Prozent der Exporte ausmachte, abhängig.[3]
Entwicklung der demokratischen Freiheiten in Sambia seit 2021
Die Regierung Hichilema hatte bei Amtsantritt 2021 zugesagt, den umstrittenen Public Order Act (POA), der es der Polizei erlaubt, Versammlungen im Interesse der öffentlichen Sicherheit und des öffentlichen Friedens zu verbieten, zu revidieren. In der Vergangenheit hatten Regierungen den POA wiederholt genutzt, um die Aktivitäten der Opposition zu behindern und einzuschränken. Eine Revision des POA kam jedoch bis zum Jahr 2025 nicht zustande. In den Jahren 2023 und 2024 kam es zu wiederholten Beschränkungen der Versammlungsfreiheit oppositioneller Gruppen. Nachdem innerhalb von 24 Stunden vier Oppositionspolitiker verhaftet worden waren, warnten die Konferenz der katholischen Bischöfe und die Law Association of Zambia vor einer zunehmenden Einschränkung der demokratischen Freiheiten. Wiederholt ging die Polizei gegen Protestierende oder oppositionelle Veranstaltungen vor und löste diese auf, bzw. verbot sie. Im Januar 2025 besuchte die UN-Sonderberichterstatterin zur Meinungsfreiheit Irene Khan Sambia. In ihrem Bericht konstatierte sie Fortschritte – beispielsweise die Abschaffung des Straftatbestand der Verleumdung des Präsidenten – mahnte aber auch weitere Reformen an.[6]
Wahlallianzen und Wahlkampf
Bei der Wahl standen sich mehrere Parteienallianzen gegenüber. Dazu gehörte die Präsident Hichilema unterstützende UPND-Allianz, in der sich 15 Parteien zusammengeschlossen hatten. Die wichtigste Oppositionsgruppierung war die Tonse-Pamodzi-Allianz, die durch Fusion der Tonse-Allianz und der PF Pamodzi-Allianz entstanden war. Die Tonse-Allianz war ursprünglich durch die Patriotic Front zusammen mit anderen Parteien gegründet worden. Sie war jedoch nach internen Streitigkeiten und dem Tod von Parteiführer Edgar Lungu in zwei Fraktionen zerfallen. Eine Fraktion wählte Brian Mundubile zum Spitzenkandidaten während die andere unter dem Namen PF Pamodzi Alliance formierte und Makebi Zulu zu ihrem Kandidaten wählte. Vor der Wahl gaben beide Fraktionen ihre Fusion bekannt, jedoch bestanden weiter innere Uneinigkeiten, und ein kleiner Teil der Allianz wechselte in das UPND-Lager. Zwei weitere Allianzen waren der People’s Pact, der von Fred M’membe, dem Vorsitzenden der Socialist Party angeführt wurde und die Orange Alliance, geführt von Harry Kalaba, dem Parteivorsitzenden von Citizens First.[7]
Wahlbeobachter gaben nur zwei Kandidaten realistische Chancen für das Präsidentenamt: dem Amtsinhaber Hakainde Hichilema und dem Kandidaten der Tonse–Pamodzi-Allianz Brian Mundubile.[8]
Die Unterstützer Hichilemas argumentieren, dass dessen Regierung die Wirtschaft in allen Sektoren stabilisiert habe. Die Inflation sei von 24 % im August 2021, zum Zeitpunkt der Amtsübernahme Hichilemas, auf 6,5 % im Juni 2026 zurückgegangen. Der jährliche Schuldendienst Sambias habe sich von 2,3 Milliarden auf 900 Millionen US$ jährlich reduziert, und das eingesparte Geld sei in soziale Projekte geflossen. Die Regierung argumentierte, dass sie 45.000 neue Lehrkräfte eingestellt und zahlreiche neue Schulgebäude errichtet habe. 2,5 Millionen Personen seien neu in den Genuss einer Schul- oder Ausbildung gekommen. Im Gesundheitswesen seien 18.000 Fachkräfte eingestellt und zahlreiche neue Krankenhäuser erbaut worden. Hauptoppositionsführer Mundubile hielt dagegen, dass makroökonomische Zahlen nichts bedeuteten, wenn es nicht den Menschen besser ginge. Er bezweifelte die Wirtschaftszahlen der Regierung. Sowohl Hichilema als auch Mundubile stimmten darin überein, dass das Armutsniveau und die Lebenshaltungskosten in Sambia zu hoch seien. Hichilema argumentierte, dass die sozialen Härten eine notwendige vorübergehende Maßnahme seien, um die Basis für künftige Prosperität zu legen, während Mundubile darin den Grund sah, die Regierung abzuwählen.[8]
Lange Zeit schien Amtsinhaber Hichilema eindeutig in Führung zu liegen. Kurz vor der Wahl gewann die Opposition in der öffentlichen Meinung jedoch deutlich an Boden, so dass der Wahlausgang zunehmend ungewisser schien.[9]
Präsidentschaftskandidaten und Wahlkreiskandidaten
Es wurden die 14 Präsidentschaftskandidaten und ebensoviele Vizepräsidentschaftskandidaten nominiert. Unter den Präsidentschaftskandidaten befand sich eine Frau (Given Katuta), und vier der Vizepräsidentschaftskandidaten waren Frauen (Mutale Nalumango, Dolika Banda, Chipo Miyoba, Mirriam Banda).
| Kandidat und Vize | Unterstützende Partei | Wahlsymbol |
|---|---|---|
| Kandidat: Hakainde Hichilema Vize: Mutale Nalumango | United Party for National Development (UPND) | Handinnenfläche mit erhobenem Daumen |
| Kandidat: Given Mwenya Chansa Vize: Harrison Chewe | Movement for Economic Emancipation (MEE) | mit zwei Händen gehaltener afrikanischer Besen |
| Kandidat: Richard Silumbe Vize: Kaela Kamwenesha | Leadership Movement (LM) | Wellenmuster |
| Kandidat: Harry Kalaba Vize: Moses Mawere | Citizens First (CF) | großer Baum |
| Kandidat: Fred M’membe Vize: Dolika Banda | Socialist Party (SP) | gekreuzte Schaufel und Axt |
| Kandidat: Kelvin Fube Bwalya Vize: Milner Katolo | Zambia Must Prosper (ZMP) | traditioneller Strohhut |
| Kandidat: Brian Mundubile Vize: Makebi Zulu | National Reconciliation Party for Unity and Prosperity (NRPUP) | Lampe |
| Kandidat: Howard Kunda Vize: Chipo Miyoba | Zambia Wake Up Party (ZAWAPA) | Kopf |
| Kandidat: Brian Mushimba Vize: Andyford Mayele Banda | Organised People’s Party (OPP) | Geschenkschachtel |
| Kandidatin: Given Katuta Vize: John Nyirenda | Unabhängige | Löffel |
| Kandidat: Xavier Chungu Vize: Gerald Dingiswayo Mwanza | Liberal Democrats Party (LDP) | Bauer mit einem von einem Rind gezogenen Pflug |
| Kandidat: Dan Pule Vize: Bert Mushala | Christian Democratic Party (CDP) | Buntbarsch |
| Kandidat: Richwell Siamunene Vize: Nicholas Banda | New Focus Party (NFP) | Topf mit drei Füßen und Kochlöffel |
| Kandidat: Ackim Antony Njobvu Vize: Mirriam Banda | Democratic Union (DU) | Honigglas |
Am 22. Juli 2026 gab die Wahlkommission die Liste der zugelassenen Wahlkreiskandidaten bekannt. In sieben Wahlkreisen (Südprovinz: 124 Dundumwezi, 136 Sinazongwe, 211 Choma South, 213 Kalomo South, 214 Kazungula North; Westprovinz: 139 Liuwa; Zentralprovinz: 157 Keembe West) hatte sich nur ein Kandidat (der UPND) registriert, so dass diese sieben Kandidaten automatisch gewählt waren.[12]
Wahlmodus
Der Präsident wird direkt gewählt. Für die Wahl ist seit der Verfassungsänderung 2016 eine absolute Mehrheit nötig (zuvor reichte die relative Stimmenmehrheit aus). Wird diese nicht erreicht, ist eine Stichwahl nötig. Im Jahr 2025 trat eine Verfassungsänderung in Kraft, die den Wahlmodus der Nationalversammlung änderte. Zuvor waren die Abgeordneten in 156 Einpersonen-Wahlkreisen nach relativem Mehrheitswahlrecht gewählt worden. Die Verfassungsänderung vermehrte die Zahl der direkt gewählten Abgeordneten und Wahlkreise auf 226 und führte zusätzlich 40 weitere indirekt gewählte Abgeordnete ein, von denen 20 für Frauen, 15 für jüngere Abgeordnete, und fünf für Personen mit Behinderungen reserviert waren. Diese 40 Abgeordnetensitze sollten entsprechend dem Stimmenanteil der Parteien bei der Wahl vergeben werden. Die Zahl der gewählten Abgeordneten in der Nationalversammlung vermehrte sich damit von 156 auf 266. Hinzu kamen 14 Personen, die entweder vom Präsidenten ernannt oder qua Amtes Abgeordnete waren.[7]
Ablauf der Wahl
Der Wahltag verlief weitgehend geordnet und gewaltfrei. Die Wahlen wurden von einer Beobachtermission der Europäischen Union unter der Leitung des Europaparlamentsabgeordneten Michael McNamara (Irland) überwacht. Die EU-Beobachtermission umfasste etwa 100 Personen aus den EU-Mitgliedsstaaten, Norwegen und Kanada.[13] Auch die Afrikanische Union entsandte eine Beobachtermission unter der Leitung des ehemaligen äthiopischen Premierministers Hailemariam Desalegn, bestehend aus 93 Kurzzeit-Beobachtern.[14] Eine weitere Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC), bestehend aus 106 Personen aus den südafrikanischen Nachbarstaaten Angola, Botswana, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika, Tansania und Simbabwe war ebenfalls vor Ort aktiv.[15] Zeitweilig musste die Stimmauszählung wegen Übergriffen auf das Wahlpersonal pausiert werden.[16][17]
Ergebnisse
Im Wahlregister waren 8.786.300 Personen registriert.
Präsidentschaftswahl

Hakainde Hichilema
Brian Mundubile
| Kandidat | Partei | Stimmen | Prozent |
|---|---|---|---|
| Hakainde Hichilema | UPND | 2.965.326 | 60,5 % |
| Brian Mundubile | NRPUP | 1.856.222 | 37,9 % |
| Harry Kalaba | CF | 19.070 | 0,4 % |
| Kelvin Fube Bwalya | ZMP | 17.078 | 0,3 % |
| Fred M’membe | SP | 12.194 | 0,2 % |
| Given Katuta | Unabhängig | 7.574 | 0,2 % |
| Given Mwenya Chansa | MEE | 6.650 | 0,1 % |
| Brian Mushimba | OPP | 6.269 | 0,1 % |
| Richard Silumbe | LM | 3.304 | 0,1 % |
| Howard Kunda | ZAWAPA | 2.561 | 0,1 % |
| Ackim Antony Njobvu | DU | 2.496 | 0,1 % |
| Richwell Siamunene | NFP | 1.963 | 0,0 % |
| Dan Pule | CDP | 1.348 | 0,0 % |
| Xavier Chungu[A 1] | LDP | 0 | 0,0 % |
- Die Kandidatur Xavier Chungus wurde durch die Wahlkommission annulliert.
Wahl zur Nationalversammlung

| Partei | Mandate | in % | Änderung zu 2021 | |
|---|---|---|---|---|
| United Party for National Development (UPND) | 136 | 60,2 % | 54 | |
| National Reconciliation Party for Unity and Prosperity (NRPUP) | 60 | 26,5 % | (neu) | |
| Resolute Party (RP) | 5 | 2,2 % | (neu) | |
| Citizen’s First (CF) | 2 | 0,9 % | (neu) | |
| Zambia Must Prosper (ZMP) | 1 | 0,4 % | (neu) | |
| Unabhängige (IND) | 20 | 8,8 % | 7 | |
| Ergebnis ausstehend | 2 | 0,8 % | ||
| Gesamt | 226 | 100,0 % | 70 | |
Die Wahl im Wahlkreis Lumezi North (Ostprovinz) musste verschoben werden, da der NRPUP-Kandidat Clement Mwale am 16. Juli 2026 vertorben war.[21] Aufgrund von Unklarheiten bei der Wahldurchführung bestätigte die Wahlkommission das Wahlergebnis im Wahlkreis Mandevu (Lusaka) zunächst nicht.[22]
Reaktionen und Beurteilungen
Der Wahlsieg Himchilemas und seiner UPND war eindeutig. In einer vorläufigen Stellungnahme erklärte die EU-Wahlbeobachtermission am 15. August 2026, dass die Wahl kompetitiv verlaufen sei, mit verschiedenen rivalisierenden Kandidaten für die Präsidentschaft und die Parlamentssitze. Die Kandidatenregistrierungen seien inklusiv, transparent und zeitlich korrekt erfolgt. Die Medienberichterstattung sei überwiegend relativ frei gewesen. Jedoch seien der Amtsinhaber und die Regierungspartei im Wahlkampf im Vorteil gewesen, da die staatlichen Medien häufig in einseitiger Weise zugunsten der Regierung berichtet hätten.[23]