Wald (Film)
Film von Elisabeth Scharang (2023)
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Wald (internationaler englischer Titel Woodland)[1] ist ein Spielfilm von Regisseurin und Drehbuchautorin Elisabeth Scharang aus dem Jahr 2023 mit Brigitte Hobmeier, Gerti Drassl und Johannes Krisch. Das Drehbuch ist von dem gleichnamigen Roman von Doris Knecht inspiriert.[2][3]
| Film | |
| Titel | Wald |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 95 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Wega Film |
| Stab | |
| Regie | Elisabeth Scharang |
| Drehbuch | Elisabeth Scharang |
| Produktion | Veit Heiduschka, Michael Katz |
| Musik | Hania Rani |
| Kamera | Jörg Widmer |
| Schnitt | Alarich Lenz |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Nach einem Terroranschlag zieht die Journalistin Marian Malin von der Stadt in das alte, von ihrer Großmutter geerbte Haus aufs Land. Ihren Mann Gheorghe lässt sie in der Stadt zurück. Das Haus befindet sich zehn Kilometer entfernt vom nächsten Dorf, sie hat keinen Strom, wenig Geld und kein Auto und das Dach ist undicht. Bauer Pühribauer bietet ihr im Gasthaus an, ihr Grundstück abzukaufen. Um etwas zu essen zu haben, sammelt sie Pilze und schießt einen Hasen.
In der Nähe lebt Marians Jugendfreundin Gerti Peneder, die einen Hof führt und sich um ihre Eltern kümmert. Gemeinsam mit Franz zogen Gerti und Marian in ihrer Jugend durch den Wald. Franz hat mittlerweile das Sägewerk seines Vaters übernommen. Als Gheorghe nachkommt, schlägt er ihr vor, professionelle psychologische Hilfe zur Traumaverarbeitung in Anspruch zu nehmen. Das Haus könnten sie abreißen und durch einen Neubau ersetzen, den sie als Wochenendhaus nutzen könnten.
Gerti erzählt Marian, dass sie mit Franz auswandern wollte, allerdings wurden ihre Pläne durch den Unfall ihres Vaters vereitelt. Marian versteht nicht, warum sie ihren gewalttätigen Vater nicht in ein Heim gibt. Für Gerti hat Familie allerdings einen hohen Stellenwert. Nachdem Pühribauer im Gasthaus Marian und ihre verstorbene Mutter als Huren bezeichnet, schlägt Marian ihn und wird daraufhin von ihm geschlagen.
Als Marians Großmutter damals Pühribauer angezeigt hatte, hatte der Vater von Franz dafür gesorgt, dass alles so bleibt, wie es ist. Laut Marian hatte sich dessen Vater erhängt, weil er andernfalls wegen Korruption ins Gefängnis hätte gehen müssen. Nachdem Traudl, die Frau von Franz, bei einem Unfall ums Leben gekommen war, hatte er den gemeinsamen Sohn Emanuel alleine großgezogen. Nach dem Tod ihrer Mutter hatte Marian das Dorf verlassen, ohne sich von ihren Freunden zu verabschieden.
Nachdem Marian krank wird, pflegt Gerti sie wieder gesund. Ein Gewehrschuss am Hof von Gerti löst bei Marian die Erinnerungen an den Terroranschlag wieder aus. Gertis Vater hatte auf sie geschossen und anschließend Suizid begangen. Als Journalistin hatte Marian über Umweltkatastrophen aus der ganzen Welt berichtet, unter anderem war sie im Jemen und im Sudan. Nach dem Terroranschlag, bei dem ein Mädchen getötet wurde, konnte sie nicht mehr in einen Supermarkt gehen, in der U-Bahn bekam sie Panik. Gerti teilt Marian mit, dass sie den Hof verpachten wird, ihre Mutter möchte ins Pensionistenheim zu Gleichgesinnten. Marian kehrt in die Stadt zurück.
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten fanden an 32 Drehtagen von November 2021 bis Mai 2022 im Waldviertel in Niederösterreich sowie in Wien statt.[1][3] Drehorte waren unter anderem ein Haus in der Ortschaft Bruderndorferwald und die Region um Langschlag.[4][5]
Unterstützt wurde die Produktion vom Österreichischen Filminstitut, dem Filmfonds Wien, von Filmstandort Austria und dem Land Niederösterreich, beteiligt war der Österreichische Rundfunk. Produziert wurde der Film von der österreichischen Wega Film (Produzenten Veit Heiduschka und Michael Katz), den Vertrieb übernahm in Österreich Filmladen.[1][3][6]
Die Kamera führte Jörg Widmer, die Musik schrieb Hania Rani, die Montage verantwortete Alarich Lenz und das Casting Lisa Oláh. Den Ton gestalteten William Edouard Franck und Veronika Hlawatsch, das Kostümbild Carola Pizzini, das Szenenbild Nina Salak und die Maske Verena Eichtinger und Sam Dopona.[1][3][7]
Rezeption
Isabella Wallnöfer nannte Scharangs Erzählstil in der Tageszeitung Die Presse „schonungslos und ohne Schnörkel“ und lobte die „schauspielerische Glanzleistung der Hauptdarsteller“.[8]
Die Programmzeitschrift TV-Media vergab drei von vier Punkten. Der verletzlich anmutende, ruhige Film lebe von „kargen, nebeligen Geisterlandschaften, ausufernden grünen Baumwipfeln, dem minimalistischen Spiel Brigitte Hobmeiers und der ausgedehnten Langsamkeit der Erzählung“.[9]
Veröffentlichung
Premiere des Filmdramas war am 8. September 2023 beim Toronto International Film Festival in der Sektion Centerpiece.[2][10] Die Wien-Premiere war am 26. September 2023 im Gartenbaukino,[11] der österreichische Kinostart erfolgte am 29. September 2023.[3] Beim Zurich Film Festival 2023 wurde der Film in den Fokus Wettbewerb eingeladen.[12]
Beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern wurde der Film Ende April 2024/Anfang Mai 2024 in den Spielfilmwettbewerb eingeladen.[13]
Auf ORF 2 wurde der Film am 21. Juni 2026 erstmals ausgestrahlt.[14]
Auszeichnungen und Nominierungen
Internationale Hofer Filmtage 2023
- Bild-Kunst Förderpreis für das beste Kostümbild und das beste Szenenbild (Carola Pizzini und Nina Salak)[15]
Österreichischer Filmpreis 2024
- Nominierung in der Kategorie Beste weibliche Hauptrolle (Brigitte Hobmeier)[16]
- Nominierung in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle (Gerti Drassl)
- Nominierung in der Kategorie Beste Musik (Hania Rani)
- Auszeichnung in der Kategorie Beste Tongestaltung (Original-Ton William Edouard Franck, Sounddesign Veronika Hlawatsch, Mischung Manuel Grandpierre)[17]
Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2024
- Auszeichnung mit dem NDR-Regiepreis (Elisabeth Scharang)[18]
- Preis für die beste darstellerische Leistung: Lobende Erwähnung für die beste Nebenrolle (Gerti Drassl)
- Nominierung in der Kategorie Beste Regie (Elisabeth Scharang)[19]