Langschlag (Niederösterreich)

Marktgemeinde im Bezirk Zwettl, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Langschlag ist eine Marktgemeinde mit 1716 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Zwettl in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Langschlag
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Langschlag
Langschlag (Niederösterreich) (Österreich)
Langschlag (Niederösterreich) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Zwettl
Kfz-Kennzeichen: ZT
Fläche: 61,02 km²
Koordinaten: 48° 35′ N, 14° 53′ O
Höhe: 765 m ü. A.
Einwohner: 1.716 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 28 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3921
Vorwahl: 02814
Gemeindekennziffer: 3 25 16
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Marktplatz 37
3921 Langschlag
Website: https://www.langschlag.at/
Politik
Bürgermeister: Andreas Maringer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(19 Mitglieder)
16
1
2
16 1 2 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Langschlag im Bezirk Zwettl
Lage der Gemeinde Langschlag (Niederösterreich) im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)KirchschlagLangschlagSchwarzenauWaldhausen
Lage der Gemeinde Langschlag (Niederösterreich) im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)
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Blick in das Ortszentrum von Langschlag mit Brunnen und Kaiserbüste von 1991, im Hintergrund das Gemeindeamt, links der Wurzelhof
Blick in das Ortszentrum von Langschlag mit Brunnen und Kaiserbüste von 1991, im Hintergrund das Gemeindeamt, links der Wurzelhof
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Zentrum von Langschlag

Langschlag liegt im Westen des Waldviertels am Oberlauf der Zwettl im Hochland von Groß Gerungs[1] (Niederösterreich). Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 61 Quadratkilometer. Etwa 54 Prozent der Fläche sind bewaldet, 41 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Bruderndorf, Bruderndorferwaldhäuser, Fraberg, Kainrathschlag, Kasbach, Kehrbach, Kleinpertholz, Koggschlag, Lamberg, Langschlag, Langschlägerwaldhäuser, Mittelberg, Mitterschlag, Münzbach, Schmerbach, Siebenhöf, Stierberg und Streith.

Zum Katastralgemeindegebiet von Langschlag selbst gehören auch noch die Rotten Hammer und Obermühl.

Nachbargemeinden

Bad Großpertholz
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Groß Gerungs
Liebenau (OÖ)

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1209, hier wird der Ort in einer lateinischen Beurkundung als Langslage erwähnt. In diesem Jahr wurde die dem heiligen Stephan geweihte Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Im Jahr 1556 wird der Ort erstmals als Markt bezeichnet (Markht Lanngenschlag), 1923 erfolgte die Wiederverleihung des Marktrechtes.[4]

Im Eintrag der Josephinischen Fassion aus Jahre 1786/87 gab es im heutigen Ort 64 Häuser.[5]

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 64 Häusern genannt, das eine eigene Pfarrkirche und Schule besaß. Die Herrschaft Großpertholz besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Weitra ausgeübt. Die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten der Herrschaft Großpertholz.[6]

Nach der Entstehung der Ortsgemeinden 1849 wurde der Ort eine eigenständige Gemeinde, zu dieser zählten auch noch die Orte Kasbach, Kogschlag, Mittelberg, Schmerbach, Stierberg und Streith[7].

Am 27. September 1883 kam es zur Abspaltung der Gemeinde Stierberg mit den Katastralgemeinden Kasbach, Koggschlag, Mittelberg, Schmerbach und Streith mit Streithof sowie der Rauhof[8], vorausgegangen war hier die Bürgermeisterwahl 1876 bei der der Kandidat aus Stierberg gewählt wurde und was dann zur Trennung der beiden Gemeinden führte.

1867 kommt es zur Einrichtung eines Postamts im Ort, dieses besteht bis 2005. 1878 kommt es zum Neubau der Straße nach Liebenau, 1882 sucht eine Brandkatastrophe den Ort heim, 29 Häuser samt Kirche und Pfarrhof werden zerstört. Als Folge des Brandes wird 1884 die Freiwillige Feuerwehr Langschlag gegründet. Die lokale Raiffeisenkassa wird 1890 gegründet, 1903 kommt es zur Eröffnung der Eisenbahnstrecke samt Bahnhof im Ort. 1906 wird ein bis 1972 bestehender Gendarmerieposten im Ort eingerichtet, 1922 der erste Telefonanschluss eingerichtet, im Jahr 1927 beginnt die Elektrifizierung des Ortes von Wurmbrand aus, 1928 folgt Kirchbach.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Langschlag ein Arzt, eine Autogenschweißerei, zwei Bäcker, ein Drechsler, vier Fleischer, ein Friseur, ein Fuhrwerksunternehmen, sechs Wirtshäuser, vier Gemischtwarenhändler, ein Hammerschmied, eine Hebamme, ein Holzhändler, ein Kalkhändler, zwei Landesproduktehändler, zwei Müller, ein Marktfahrer, ein Sattler, zwei Schlosser, zwei Schmiede, acht Schneider, drei Schuhmacher, drei Stechviehhändler, zwei Tischler, ein Wagner und vier Landwirte mit Direktvertrieb ansässig.[9]

1960 wird die heutige Mittelschule als Hauptschule eröffnet, ab 1976 gab es eine gemeindeseitige Müllabfuhr. 1979 wurde der Kindergarten in der Gemeinde feierlich eröffnet. 1988 wurde die Ortskläranlage in Betrieb genommen, bereits ab 1959 wurde eine öffentliche Wasserversorgung aufgebaut.

Im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung wurden Anfang 1967 die Gemeinden Bruderndorf, Fraberg, Kainrathschlag, Langschlägerwald, Siebenhöf und Stierberg eingegliedert[10]. Anfang 1971 folgten die Gemeinde Mitterschlag und ein Teil der Gemeinde Reichenau am Freiwalde (Reichenauerwald).[11][12]

Einwohnerentwicklung

Langschlag: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
2.736
1880
 
2.688
1890
 
2.712
1900
 
2.730
1910
 
2.672
1923
 
2.605
1934
 
2.552
1939
 
2.401
1951
 
2.256
1961
 
2.138
1971
 
2.006
1981
 
1.868
1991
 
1.848
2001
 
1.908
2011
 
1.802
2021
 
1.722
2025
 
1.716
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Langschlag
Frauenwieserteich
Schloss Langschlag

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 210 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 79 im Haupt- und 119 im Nebenerwerb geführt. Die Haupterwerbsbetriebe bewirtschafteten mehr als die Hälfte der Fläche. Der größte Arbeitgeber im Produktionssektor war die Bauwirtschaft. Ein Drittel der Beschäftigten im Dienstleistungssektor arbeiteten im Handel, ein Viertel in Beherbergung und Gastronomie und knapp weniger in sozialen und öffentlichen Diensten.[13][14][15]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 210 238 176 148
Produktion 13 12 50 77
Dienstleistung 62 39 184 148
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Von den 949 Erwerbstätigen arbeitet ein Drittel in der Gemeinde, zwei Drittel pendeln aus. Aus der Umgebung pendeln 79 Personen von anderen Gemeinden ein (Stand 2011).[16]

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Böhmerwald Straße B38. Der nächste Bahnhof ist 30 Kilometer entfernt in Gmünd NÖ.


 Arbeitsmarkt 
lokal besc...Auspendler andere ...Auspendler a...Auspend...Einpendlerlokal beschäftigtAuspendler andere GemeindeAuspendler anderer BezirkAuspendler anderes BundeslandEinpendler

Öffentliche Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten,[17] eine Volksschule und eine Mittelschule.[18]

Politik

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1997–2018 Herbert Gottsbachner (ÖVP)
  • seit 2018 Andreas Maringer (ÖVP)[22]

Wappen

Der Gemeinde wurde 1952 ein Wappen verliehen.[23]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

  • 2021: Herbert Gottsbachner, Bürgermeister von Langschlag 1997–2018[24]
  • 1998: Isolde Kerndl (1939–2024)[25]: Oberschulrätin, Direktorin & Mundartdichterin

Söhne und Töchter der Gemeinde

Commons: Langschlag, Lower Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Franz Schübl: Langschlag – Chronik von der Urgeschichte bis 2006, Langschlag November 2006.

Einzelnachweise

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