Wallace Berman

US-amerikanischer Collage-Künstler, Fotograf, Filmemacher, Schriftsteller und Wegbereiter der Copy Art From Wikipedia, the free encyclopedia

Wallace Berman (* 18. Februar 1926 in Staten Island, New York; † 18. Februar 1976 in Los Angeles)[1] war ein US-amerikanischer Collage-Künstler, Fotograf, Filmemacher, Schriftsteller und Wegbereiter der Copy Art.

Copy Art von Wallace Berman

Leben

Wallace Berman war Autodidakt. Er wuchs in Los Angeles auf und begann nach verschiedenen Tätigkeiten in den 1940er Jahren als Grafikdesigner zu arbeiten. Für Charlie Parker entwarf er Schallplattenhüllen. In den 1950er Jahren war er als Schreiner für eine Möbelfirma tätig. Aus modifizierten Möbelteilen gestaltete er seine ersten Assemblagen. Ab 1955 arbeitete er mit Robert Alexander zusammen. Gemeinsam organisierten sie Lesungen und Performances, an denen Künstler wie Dennis Hopper, Bobby Driscoll, Dean Stockwell, Edward Moses, Craig Kaufmann und Billy Al Bengston teilnahmen. Schriftsteller wie Alexander Trocchi und David Meltzer stießen zu dem Künstlerkreis. 1957 hatte Berman seine erste Einzelausstellung in der Ferus Gallery für zeitgenössische Kunst in Los Angeles. Wegen angeblicher Obszönität, dem Zeigen unzüchtiger Bilder, wurde die Ausstellung jedoch von der Polizei geschlossen und Berman verhaftet und angeklagt.

Während seiner Zeit in Nordkalifornien ab 1957 schloss er Freundschaft mit Robert Duncan, John Wieners, Michael McClure, Bruce Conner, Jay DeFeo, Patricia Jordan und Larry Jordan. 1961 kehrte er nach Los Angeles zurück.

Werk

Bekannt wurde Wallace Berman mit seinen in den 1940er Jahren erstellten Collagen, die er an Freunde und Bekannte weltweit verschickte. Für diese Arbeiten verwendete er Fotografien und Fotokopien. Von 1955 bis 1964 veröffentlichte Berman neun Ausgaben seiner sogenannten Semina-Serie. Semina waren handgefertigte Zeitschriften, in jeweils wenigen hundert Exemplaren gedruckt. Berman veröffentlichte darin Fotografien, Collagen, Zeichnungen, Prosatexte und Gedichten, die u. a. Wortspiele, verschlüsselte biografische Informationen und zahlreiche literarische Bezüge beinhalteten.[2]

Neben seinen Collagen aus den 1940er Jahren waren es vor allem seine Fotokopiercollagen und Assemblagen, mit denen Berman in den Jahren von 1964 bis 1976 eine einflussreiche Bewegung der Collage- und Assemblagekunst in Kalifornien initiierte. Berman gilt als einer der Wegbereiter von Copy Art und Mail Art und war ein profilierter Vertreter experimenteller Lyrik.

Bermans Arbeiten zeigen einen aggressiven Sarkasmus, mit dem er politische und kulturelle Zeiterscheinungen attackierte, wobei das Thema der allgegenwärtigen Beeinflussung des Menschen durch die Massenmedien stets vorrangig blieb.[3]

Ausstellungen (Auswahl)

  • 1957: Ferus Gallery, Los Angeles
  • 1968: County Museum of Art, Los Angeles
  • 1979: Otis Art Institut, Los Angeles
  • 2004: Evidence of Impact: Art and Photography 1963–1978. Whitney Museum of American Art[4]
  • 2006: Los Angeles 1955–1985. The birth of an art capital. Centre Pompidou[5]
  • 2008: Looking for Mushrooms. Museum Ludwig, Köln[6]
  • 2008: Trace du Sacré. Centre Pompidou[7]

Auszeichnungen

  • 1965: William and Norma Copley Award

Literatur

  • Wallace Berman, Tosh Berman: Wallace Berman : Support the Revolution. Institute of Contemporary Art, Amsterdam 1992, ISBN 978-9-0800-9683-7.

Einzelnachweise

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