Wallonerberg
Straße in Magdeburg, Sachsen-Anhalt
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Der Wallonerberg ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Der Straßenzug ist denkmalgeschützt.


Lage und Verlauf
Die Straße befindet sich im Nordosten der Magdeburger Altstadt. Sie beginnt im Westen an der Neustädter Straße und verläuft von dort abfallend nach Osten in Richtung Elbe, bis sie nach etwa 130 Metern auf die Straße Altes Fischerufer trifft.
Geschichte
Ursprünglich gehörte der Bereich der Straße zum Augustinerkloster. Am westlichen Ende befand sich jedoch bereits eine kurze Zufahrt zu einem Begräbnisplatz, am östlichen Ende die Augustinerpforte, eine vom Klostergelände hin zum Alten Fischerufer führendes Stadttor. Um 1720 wurde dann auf Veranlassung des Gouverneurs Leopold I. eine Straße durchgebrochen. 1727 wurde erwähnt, dass die unfahrbare Straße an der Wallonerkirche zu einer bequemen Durchfahrt umgebaut worden war.[1] Der Name ergab sich aufgrund der Nähe zur Wallonerkirche, die seit 1690 von der wallonisch-protestantischen Gemeinde genutzt wurde.[2]
Im Zweiten Weltkrieg blieb die Straße, für die Magdeburger Altstadt eher ungewöhnlich, in größeren Teilen unzerstört. Sie ist daher in ihrem Verlauf unverändert vorhanden und verfügt zum Teil noch über ihre Vorkriegsbebauung aus dem 19. Jahrhundert sowie über ein historisches Straßenpflaster. Die Straße gibt als eine der wenigen erhaltenen historischen Straßenzüge einen Eindruck von der einstigen Enge der Bebauung in der Magdeburger Altstadt. Sie wird als städtebaulich bedeutend und von besonderem denkmalpflegerischen Wert eingeschätzt.[3]
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist der Straßenzug unter der Erfassungsnummer 094 82874 als Denkmalbereich verzeichnet.[4]
Hausnummerierung
Die Hausnummerierung verlief von der Nummer 1 am südwestlichen Ende aufwärts entlang der Südseite bis zur Nummer 2 nahe der Ecke zum Alten Fischerufer. Auf der Nordseite ging es beginnend mit der Nummer 3 am Ostende aufwärts bis zur Nummer 5 am westlichen Ende. Später befand sich die Nummer 2, 3 an der südöstlichen Ecke und die Nummern 4 bis 7 auf der Nordseite. Die ehemaligen Nummern 8 und 9 sind nicht mehr bebaut. Wohl in den 2020er Jahren erfolgte eine Umnummerierung der Südseite. Da die Wallonerkirche zur Neustädter Straße gehörte, war die ursprüngliche Nummer 1 unbesetzt. Es wurde nun die bisherige Nummer 2 zur 1 und die Nummer 3 zur 2. Die Nummer 3 ist aktuell unbesetzt.
(Historische) Häuser des Wallonerbergs
| Hausnummer | Name | Bemerkungen | Bild |
|---|---|---|---|
| Neustädter Straße 6 vormals 1 | Wallonerkirche | siehe Hauptartikel; in der Kirche befindet sich die Telemannglocke | |
| Auffahrt in die Ökumenischen Höfe | |||
| 1, 2 vormals 2 und 3 | Wallonerberg 1, 2 | siehe Hauptartikel | |
| ohne Nummer | historische Wasserpumpe | ||
| Einmündung auf die Straße Altes Fischerufer | |||
| 4 | Wallonerberg 4 | siehe Hauptartikel | |
| 4b | Ursprünglich zugehörig zu Wallonerberg 4 (siehe dort). 1876 modernisiert und vom Billiardfabrikanten Otto Gaudeck, dem auch die benachbarte Nummer 4 gehörte, für Verkaufszwecke genutzt. Bemerkenswert war eine hohe Eingangstür. 2013 war nur ein Fassadenteil erhalten. In der Zeit nach 2013 erfolgte ein siebengeschossiger Neubau, für den der erhaltene historische Fassadenteil abgerissen wurde. | ||
| 5 | Wallonerberg 5 | siehe Hauptartikel | |
| 6, 7 | Wallonerberg 6, 7 | siehe Hauptartikel | |
| 8 (alt) | Hier und auf den benachbarten Grundstücken 6 und 7 befand sich der schon 1631 von Otto von Guericke als Grüner Hof erwähnte Friedhof, der ab 1680 von der Johannis- und der Petrigemeinde genutzte wurde und auch noch 1829 bestand. Zumindest in den 1930er Jahren befand sich auf dem Grundstück ein Mietshaus, das einer Frau H. Kreter gehörte.[5] In der Zeit der DDR entstand auf dem Grundstück ein eingeschossiges Gebäude, dessen Front jedoch nach Westen zur Neustädter Straße orientiert ist. | ||
| 9 (alt) | Das Haus gehörte zum Nachbargrundstück Neustädter Straße 3. Zumindest in den 1930er Jahren befand sich auf dem Grundstück ein Mietshaus, das einem Kaufmann O. Altmann gehörte.[6] Anfang des 21. Jahrhunderts war das Grundstück unbebaut und wurde als Parkplatz genutzt. | ||
| Einmündung auf die Neustädter Straße | |||
Literatur
- Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 487 f.
- Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 539.