Wallonerberg 4
denkmalgeschütztes Wohnhaus in Magdeburg in Sachsen-Anhalt
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Wallonerberg 4 ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Lage
Das Gebäude befindet sich am östlichen Ende der Straße Wallonerberg auf deren Nordseite, in einer markanten Ecklage zum östlich verlaufenden Alten Fischerufer.
Architektur und Geschichte
Bei der Zerstörung der Stadt Magdeburg im Jahr 1631 blieb das Haus, es wurde später mit den Nummern 4 und 5 angegeben, samt Garten vermutlich unzerstört. 1642 gehörte es der Witwe von Georg Schlüter, die es 1666 für 500 Taler an Konrad Steinmann, den Oberinspektor von Siedersleben, verkaufte. 1674 verkaufte es seine Witwe für 150 Taler an die Witwe des Malers Christoph Fensterer. Ihr Sohn, der Landbaumeister Fensterer, vererbte es an Landbaumeister Memhard. Sowohl 1708 als auch 1715 wurde der Wollenweber Jakob Roussac als Eigentümer von Haus und Nebenhaus geführt. 1717/1718 gehörte es seiner Witwe, ab 1722 dann Dominik Coste.[1]
Das heutige fünfgeschossige Wohnhaus wurde 1876 von Maurermeister A. Paul und Zimmermeister C. G. Koch errichtet. Bauherr war der Billardfabrikant Otto Gaudeck.
Der verputzte Bau ist im Stil des Spätklassizismus gestaltet. Die Ecksituation ist durch eine einachsige abgeschrägte Ecke betont. Die Südfassade zum Wallonerberg ist dreiachsig, die Ostfassade zum Alten Fischerufer sechsachsig ausgeführt. Die Fassaden sind im Erd- und ersten Obergeschoss schlicht, die Fensterprofile schmal ausgeführt. Oberhalb der Fensteröffnungen im ersten Obergeschoss sind jeweils mittig Akroterien angeordnet. Zwischen erstem und zweitem Obergeschoss besteht eine Trennung durch zwei zierliche Gesimse. Oberhalb der Fenster des zweiten und dritten Obergeschosses bestehen Stuckverzierungen in Form von Girlanden aus weiblichen und männlichen Masken. Am vierten Obergeschoss finden sich neben den Fensteröffnungen schmale, kannelierte Pilaster.[2]
Das Erd- und das Zwischengeschoss wurden als Magazin und Werkstatt genutzt. In den 1930er Jahren gehörte das Haus dem Kaufmann F. Gladigau.[3]

Westlich grenzt die Nummer Wallonerberg 4b an. Hier bestand ein Fassadenrest eines weiteren Wohnhauses. Es war 1876 modernisiert worden und wurde von Gaudeck für Verkaufszwecke genutzt. Bemerkenswert war eine hohe Eingangstür.[4] Im Zuge einer nach 2013 erfolgten Neubebauung dieses Grundstücksteils wurde dieser Fassadenteil jedoch abgerissen.
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Wohnhaus unter der Erfassungsnummer 094 16743 als Baudenkmal verzeichnet.[5]
Das Wohnhaus gilt als architektonischer Bestandteil der im Umfeld weitgehend erhaltenen historischen Bausubstanz als städtebaulich bedeutend und von besonderem denkmalpflegerischen Wert.
Literatur
- Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 488.
- Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 539 f.